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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

191
VII.
\52% Juni 2\.
Aurf�rst Joachim I. von Vrandenburg an den f)falzgrafen Friedrich.
(�einmal im Haus�, Hof- und Siaatsardjiu in Wien.)
Joachim, von gots gnaden marggrave zu Vrandenburg und churfurst, zu Stettin, Oomern etc. hertzogk etc.
Unser freuntlich dienst, gunftlichen grus und was wir liebs und guts verm�gen zuvorn. k)ochgpborner F�rst,
erwirdigen, wolgeborne, edelen, wirdigen, gestrengen, Hochgelarten und ersamen, lieber oheim, freundt und besondern.
IVir haben euer lieb und euer andern schreiben mit bericht, wes die hochgeborne furstin unsere gemahel, frawe Elisabet,
geborne aus k�niglichem stam Dennemarken etc, marggraffin zu Brandenburg etc, irer lieb selbst Person und deren
gesynde zu gleiten ersucht, alles lesende verstanden.
Nue ist ewer lieben und euch andern one zweifel aus gruntlichcm bericht des Handels, so wir hievorn an den
erbarn unfern lieben, getrewen Kurten von der Schullenburg schneftlich gethan, der solichs e. I.oder euch andern zum
meisten teill magk gethan haben oder noch wol thun kann, unvergessen oder noch zu erlernen, welichcr gestalt ehrgenante
unsere gemahel von wegen der communion des heiligen hochwirdigen sacramcnts zu nehmen unter zweyerley gestalt,
welichs wir neben andern irrigen artigklen irer lieben nicht haben gestatten wollen, auch als ein cristlicher kurfurst
keinerlei weise wider ordennunge der gemeinen kristlichen kirchen und �ber keiserlicher nmj., unsers allergnedigsten Hern,
verpietend gewust haben nachzulassen, sich von uns gegeben und durch Hern Christiern, konigk zu Dennemarke etc, irer
liebe brueder, bei nacht und in unserem abwesen aus unserem flo� zu Coln an der 3prew unverwharter auch ganz
unbesorgter thaet mit etzlichen irer lieb diener und dienerinne einer weinigen Zall weggepracht.
Und wiewoll wir sollichens irer lieb irthuembs und abwesens merklich beschwert entpfangen, haben wir
ire liebe doch Zum andern und dritten mhall durch unsere statliche geschickten widerunch uffs vlei�igst fordern lassen.
Auch selbst pey des hochgebornen unsers lieben oheim^ und brueders, Herrn hertzogen zu Hachsen etc',
churfursten rethen, so derhalben bei uns inn werbunge gewest, eigener person gesucht und erpeten, die widerunib
freuntlichen anzunehmen, auch mit der zusage des gethanen abwendens, so doch ire liebe sich hinfurder gepruchlichs
und cristlichs gehorsams erzeigen wurde, in unguet gein ir lieb keineswegs und nymermehr zu gedenken. Es ist uns
aber zu ytzlichem mhall und allewege geweigert und abgeslagen, es were dann, das wir ehrgemelte communion unter
zweierlei gestalt sampt andern irrigen artigkeln verg�nnen und zulassen wurden; des wir cristlicher ordenunge und
kais. maj. oerpietende nach nicht haben gewuest einzureuiuen , wiewall wir des genugsam kuntschaft haben und inn
erfharunge eigentlich komen, das auch ire lieb soliche communion unter beiden gestalten sich die zeit irer liebe abwescns
von uns mcher mais gepraucht hat, und dergleichen meher irriger artigkell anhengig gemacht.
Vb nue ewer liebe und euch andern gegen cristliche ordenunge und aber keiserlicher maj. verpietend geburen
m�ge, irer lieb selbst person desfals zu gleitten, stellen wir in euer lieb und eurer anderer selbst bedenken, welicher
gestalt ir solichs bei keiserlicher maj. unserem allergnedigsten Herrn wissen haben m�gt oder nicht, zu verantwurten.
Und dieweil auch zum teill irer lieb diener uns sonst in lehenspstichten , auch mit sonderlichem eide hieoorn
behafft, an welichen sie nuemals in scheinparlicher diesser irer vcrwurkung veruntreut und meinedigk wurden,
gegen weliche wir zum teil! auch mit bestellunge der ordentlichen gericht neu bereit rechtlichen proc?s angestalt,
die, so dar�ber noch sollen gegleitet werden, were uns, wie e. l. wol abzunehmen haben, vhast beschwerlich, dcr-
halben freuntlich bittende und begern, uns �ber vor erduldte beschwere nicht hoher zu beladen, w�sten aber euer
lieb und ir andern ire liebe, sich der communion und ander cristlicher ordenunge gehorsams zu halten, zu weisen,
k�nnen wir alsdann e. l. und euer andern unterhandelunge w�ll dulden, walten uns auch der gepure und aller
villickeil ungeweigert weisen lassen.
        
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