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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

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Sacrament des Fronleichnams und Blutes unseres Herrn Jesu Christi in zweierlei Gestalt zu empfangen unterstanden,
da� wir aus christlicher schuldiger Pflicht, auch aus Gebot und Befehl Unserer Obrigkeit nicht haben nachgeben,
willigen noch gestatten m�gen noch wollen, daraus ihre tiebe einen unfreundlichen willen gegen uns gefa�t und f�r-
genommen, da� wir dann nicht unbillig neben dem andern vorgemerkten ihrem unchnstlichen F�rnehmen Mi�fallen
und Beschwerde getragen, aber dennoch �ber dies Alles (wie �ffentlich am Tage und euch selbst auch menniglich bewu�t)
gegen ihre f>erson mit Worten oder Werken nichts Th�tliches oder Unfreundliches bis auf heutigen Tag f�rgenommen.
Zudem wi�t Ihr euch zu erinnern, was Ihr uns in eurem Abschiede im Felde, da wir nach der Zossen haben reiten
wollen, zugesagt, nemlich, da� Ihr euch aufs h�chste bei eurer Schwester beflei�igen wolltet, sie dahin zu bewegen, da�
sie sich der Empfahung willen des heiligen Sacraments christlich und nach alter l�blicher der Kirchen �Gewohnheit auf
diese �sterliche Zeit halten und erzeigen sollte. Dagegen wir wiederum auch zugesagt, wann solches geschehen, w��ten
wir mit unserm Gemahl nichts Anderes, denn Liebes und Gutes, und wollten thun, was ihr lieb und gef�llig w�re.
Es ist euch auch unverborgen, we� sich unser Gemahl durch unfern Beichtvater derohalben auch in eurem Beiwesen
gegen uns erboten, da� wir auch mit ihr also bis auf den Sonntag Iudica ihrem Begehren nach gutlich und freundlich
zufrieden gewesen, auf welchen Sonntag Ihr euch wiederum pers�nlich bei uns zu erscheinen erboten. Darauf wir auch
n�chst vor unserm Abschiede ihrkieb in der Airchen freundlich angesprochen, in die Arme genommen und gesegnet. Aber
alsbald Ihr dazumal von uns aus dem Felde hineinkommen, habt Ihr unseres Gemahls Aleinod und Aleider in Gu?re
Aasten gepackt, sammt Euren eignen Schuldbriefen, die Ihr uns �ber 2H000 Gulden gegeben, so wir euch an Aleinoden
und Andern: vorgestreckt, und mit unssrm Aa� und Geleit hinweggeschickt und uns dieselben r�ublich entwandt. Davon
nicht ges�ttigt gewesen, sondern in unserm Abwesen unser Gemahl, welche wirEuch doch mehrmals eueres Gefallens mit
sich ins Feld zu nehmen, zu reiten und zu fahren nicht geweigert, bei Nebel und Nacht unverwahrt, unbesorget, in unserm
Schutz und Geleit, auch �ber zugestellten Treuen und Glauben, wider Gott Ehr und Recht, und unfern Aindern und
Aindeskindern, aller unserer Freundschaft, auch kand und Leuten zu ewigem hohem Nachtheil und Schimpf b�slich und
verge�lich aus unserer Behausung und Lande entf�hrt (beraubet) und entfremdet, welches wir uns zu Euch �ber mannig-
fallig erzeugte Treue und Wohlthat, auch zugestellten Treue und Glauben gar nicht versehen, denn wirEuch bei dreien
Personen mit den Euren f�rstlich unterhalten hu der Zeit, da Ihr euch sonst nirgend sicher gewu�t, sich auch Niemand
hat wollen unterstehen. Euch zu gleiten, zu Hausen oder zu hegen), viel Land und Leute uni euretwillen begeben und
erz�rnt. Ueberdie� wir Euch auch unsere Vaarschaft und Aleinod bis in 68000 Gulden vorgestreckt, der wir auch
von Euch noch unbezahlt sein, darzu auch unser Leib und Gut nachgef�hrt, auch Land und Leute neben Euch zugesetzt.
Dieweil aber dasselbige itzt Alles durch diese Eure b�se unschickliche That, die Ihr an uns und den Unseren
begangen, unangesehen gewest und mit Undankbarkeit vergolten, so wird es ohne Zweifel bei allernienmglich voriger
Eurer b�sen That und Mi�handlung, die Euch von Euren eignen A�nigreichen und Unterthanen, auch den Stadtten
und Andern nachgedruckt, gemalt und geschrieben sind, eine wahrhaftige und glaubliche Best�tigung geben. Damit Ihr
nun auch befinden m�gt, da� uns solche Eure erzeigte Untreue und Uebelthat zu Herzen und Gem�th gehe, auch zu
h�chster Beschwerung gereiche und zuk�nftiglich gehen und reichen soll, so k�nden und schreiben wir Euch und allen den
Euren unsern Schutz, Schirm und Geleit in allen unfern Landen, F�rstenth�mern und Gebieten hiermit auf und
wollen gegen Euch und die Euren, doch ausgeschieden die junge Herrschaft, so in Bradant isN, sammt allem unsern
Anhang und verwandten, unserer Nothdurft und Gelegenheit nach wiederum darzu trachten und gedenken. Darnach
Ihr euch m�gt haben und wissen zu richten. Datum C�ln an der Spree, Sonnabends nach Iudica Anno 28.
Joachim von Gottes Gnaden, Aurf�rst
zu Brandenburg etc.
Dem Durchlauchtigsten F�rsten
Herrn Christian aus D�nemark,
Schweden, Norwegen, Ao'nig etc.
1 Die Rinder Christians II, wurden, wie bereits oben bemerkt, bei ihrer ?Eante, der Statchalterin der Niederlande, Margarete
von Gesterreich, erzogen.
        
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