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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

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II. 5523 M�rz 26".)
Aurf�rstin Elisabeth an den Aurf�rsten Johann von Sachsen.
(wesentlich �bereinstimmende Schreiben sind an den Erzbischof Albrccht z� Magdeburg und an den Herzag Georg von Sachsen
unter dem 5. und 2. April gerichtet. � Griginal im Sachsen ��krnestinischen Gesamtarchw in Weimar.)
Freundlicher lieber Herr und Vetter, aus ganz beschwerlicher, hochdringender Nothdurft, belangend unser Seel,
Gewissen, Ehr und teib, werden wir unnachl�ssig verursacht, Euer ?ieb als unfern besonders und lieben Herrn und
vettern unser Vek�mmerm� und herzliches Obliegen anzuzeigen und zu vermelden,
auch dabei zu bitten und erbieten zu thun, wie E. t. auf diese unsere Schrift allenthalben befinden werden, gar
freundlich bittend, E. T. wolle solches gutwillig von uns aufnehmen und nachfolgende Meinung im Ve�ten vermerken.
Und ist eine Zeit lang, wiewohl ohne Ruhm zu schreiben, als Gott der Allm�chtige wei�, sonder unser
Verschuldung von dem hochgebornen F�rsten, Herrn Joachim Markgrafen zu Brandenburg und Churf�rsten etc.,
unserm Herrn und Gemahl, vielmals und durch mannichfaltige Wege und weise Veschwerung und merkliche A�mmerni�
f�rgestanden. wiewohl wir aber alle Wege in guter Hoffnung gestanden, der allm�chtige ewige g�tige Gott w�rde
dieselben Sachen bei gedachtem unserm Herrn und Gemahl auf die Wege richten und verf�gen, dadurch die drangfelige
Roth und Veschwerung, so durch sein kieb gegen uns f�rgenommen, zur Besserung gewandt, und also bei einander
der Gewissen halben und fonsten eintr�chtig und friedlich, wie sich vor Gott und der Welt wohl geb�hret, h�tten
bleiben und leben m�gen � diewcil wir aber vermerkt und endlich befunden, da� sich dieselbigen irrigen Sachen
nicht geringert, sondern von Tag zu Tag mehr beschwerlich gemehrt und derma�en zugetragen, da� wir daraus eigentlich
verstanden, da� unseres Herrn und Gemahl Gem�th und Wille dahin gericht und auch endlich entschlossen gewesen,
vielleicht durch Anleitung viel b�ser keut, mit uns derma�en zu handeln und zu Zcbahren, da� unserm Gewissen auch
heil der Seelen und da� unserer Ehre und teibe beschwerlicher, unvorwindlicher und unertr�glicher Aachtheil wollte
erwachsen und aufgelegt werden � wie wir denn des E. t. als dem geliebten Freunde und n�chsten Blutsverwandten
gr�ndliche und eigentliche Ursache ferner und im Vertrauen anzeigen wollen. � Und auch unangesehen, da� wir uns
vielmals zu �ffentlichem Verh�r erboten und auch mit h�chstem Flei� oft und dick sein tieb durch den durchlauchtigsten
A�nig zu D�nemark etc., unfern einigsten, herzallerliebsten Herrn und Vruder, auch derselben seiner A�niglichen
w�rden Geschickten haben ersuchen und vorbitten lassen, welches aber alles bei S. t. unansehnlich und unfruchtbar
gewesen, Aus dem Allen und solcher f�rfallenden Noch sind wir zuletzt h�chlich bedr�nget und verursacht worden, zur
Errettung unserer Seelen, Gewissen, Leibes und Ehre, auch aus menschlicher Furcht und mehr gen�gsamen Ursachen
und gutwillig erzeigen und beweisen.
Im Fall aber, so E. t. ob diesem unscrm Ansuchen und VittVeschwerung tragen w�rden, als wir doch und
bei E. C. zu geschehen gar nicht versehen, so haben E. (. zu bedenken, da� wir verursacht und gedrungen, uns in das
Elend nach dem willen des allm�chtigen Gottes zu begeben, und soll uns aus Gottes Gnaden leichter und geringer
zu thun fein, denn da� wir etwas, was dem g�ttlichen wort bei unserm Gewissen wider und entgegen, handeln
bewilligen oder eingehen wollen. E. k. wollen sich gegen uns mit freundlicher und tr�stlicher Antwort, wie wir freund-
liches und hohes Vertrauen haben und gar nicht zweifeln, vorsehen. Des sind wir willig und geneigt, in allen� Guten
gegen E. T. zu vergleichen und der Treue und Freundschaft, so uns E. T. erzeigen thun, nimmermehr zu vergessen.
Dat. Donnerstag nach t�tare ;52H.
Von Gottes Gnaden Elisabeth
Geborne aus U�niglichem Stamm
zu D�nemark, Markgr�fin zu
Brandenburg etc.
meine Hand.
�o^tnjoUftni^aljrbudj IMA 25
        
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