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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

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Eine auffallende Zur�ckhaltung bewahrte der Bruder Joachims, der Erzbischof Albrecht. Er entschuldigt
sich mit seiner Schwachheit. Er selbst m�sse t�glich eines Vackenstreichs gewarten und sei mit hohen, schweren, tapferen
und wichtigen dachen delastet. Es scheint, da� er eine Fehde zwischen beiden Kurf�rsten bef�rchtete und dabei
unbehelligt bleiben wollte. Da� eine Kriegsgefahr eintreten k�nnte, war auch die Besorgnis des K�nigs Ferdinand,
w�hrend Joachim selbst erkl�rte, da� er nicht mit der Tat dawider trachten und gedenken m�chte.
VI
Es ist nicht ersichtlich, da� noch mehr nach der Trennung als vor ihr alle Versuche des Ausgleichs vergeblich
bleiben mu�ten. Trotz mancher Vereitwilligkeit fehlte es an einem greifbaren Mittel zur Vers�hnung. Elisabeth
erkl�rte von vornherein in einem an alle, in das Interesse Gezogenen, wesentlich gleichlautend gerichteten Schreiben
wenn die F�rsten einige g�tliche Mittel und Wege als da christlich, ehrlich, l�blich und gut, nicht wider Gottes Gebot
und Gewissen w�ren, zu finden w��ten, damit diese Irrungen freundlich, g�tlich und friedlich beigelegt und endlich
m�chten vertragen werden, darin wolle sie ohne alle Mittel, Widerrede, Ausstucht oder einige Weigerung vorfolgen
und demselben nachkommen. Zuletzt bei der Zusammenkunft der R�te in J�terbog wurde namens der Aurf�rstin
unter anderem verlangt:
5. Versicherung von Teib und Gut f�r sie, ihre Begleitung und alle diejenigen, welche ihre Flucht bef�rdert
zu haben, in verdacht waren;
2. Verpflichtung des Aurf�rsten gegen�ber seiner Gemahlin zu Bett und zu Tisch beizuwohnen und sich sonst
allenthalben gegen sie freundlich zu halten und zu erzeigen;
3. Gew�hrung des standesm��igen Unterhalts;
H. Gestattung eines eigenen Predigers nach Wahl der Aurf�rstin mit der Freiheit, das hochw�rdige Sakrament
nach Christi Einsetzung, so oft sie es w�nsche, zu empfangen.
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so hei�t es weiter � bei einer, bei etlicher unparteiischen und unverd�chtigen Freundschaft oder bei
einem Ausschu� der beiderlei St�nde zu suchenden, Entscheidung wider sie sollte befunden werden, so wollte sie keine
Scheu noch Scham tragen, ihrem Herrn und Gemahl zu Fu� zu fallen und (um) Gnade und Vergebung zu bitten;
aber sie verhoffe, solche Abbittung zu tun nicht schuldig zu sein, weil sie sich nur aus gro�er Not und hochbewegenden
Ursachen von dannen habe wenden m�ssen.
Joachim glaubte, in gleichem Gef�hl seines Rechts, &a er von des heiligen christlichen Glaubens halben
�?'darzukommen, sich von vornherein in weitere Verhandlungen nicht einlassen zu d�rfen, so lange ihm nicht seine Gemahlin
mit entwandter Habe, Kleibern und Aleinodien, auch ihrem T�rknecht und Jungfrauen frei und ledig ohne aile
Konzession wieder zugestellt sei. Auch k�nne er seine Gemahlin in einiger andern Gestalt, denn da� sie sich wiederum
zu dem christlichen Glauben, Kommunion, wie nach Grdnung der heiligen christlichen Kirchen und von Alters l�blichem
Herkommen bekehre und ihren Irrtum g�nzlich abstelle und fallen lasse, zu sich nicht begehren oder aufnehmen. 3n
J�terbog wurde zwar hinzugef�gt: nach geleisteter Abbitte und Vekenntnis des Irrtums wolle der Aurf�rst ein Jahr
lang zusehen und der Kommunion wegen nicht dr�ngen, mittler Zeit m�chte hoffentlich eine andere 
    
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