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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

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Die Flucht der Rurf�rstin Elisabeth von Brandenburg'
�on
Rndolf von Jacobi
I
Joachim I. von Brandenburg mat �ein Alechtiger und prechtiger F�rst, �beraus beredt, gelert, wei�,
verstendig vnd mit allen heroischen Tugenden hochbegabt .... Gleichwie er aber ein hochbegabter F�rst gewesen,
also hat er auch seine mengel und gebrechen gehabt. Sintemal Niemand! so Engelrein und Glasesch�n m bieder
gebrechlichen Natur gefunden wirdt, der nicht sollte straucheln und fallen k�nnen." Joachims Gemahlin Elisabeth,
�geboren aus A�niglichem Stamme zu D�nemark", die sch�nste Frau imkande, bew�hrte sich als �eine �beraus gottes-
f�rchtige und in Gottes Handel vnd heiliger g�ttlicher Schrift wohlerfahrene und belesene F�rstin". 1
Der Chronist peter hafftiz, welcher Ende des �. Jahrhunderts gelebt hat, mag nicht �berall zuverl�ssig sein,
d�rftig und unkritisch kompiliert haben, wie wir selbst weiterhin best�tigt finden werden. Aber in der vorstehenden
Darstellung 2, bei welcher es sich weniger um Tatsachen, als um ein aus einer j�ngstvergangenen Zeit offenbar
lebendig �bertragenes Urteil handelt, hat er sicher nicht fehlgegriffen.
Gleich g�nstig wie hafftiz urteilte �bet Joachim I. schon fr�her der wegen seiner Gelehrsamkeit ber�hmte
Abt von Sponheim, Johannes tCrit^etm 3, in seinen Annales Hirsaugienses. 1 Allerdings stand dieser mit Joachim
* Auftrage der Familie des weilcmd wirklichen Geheimen Rats, Staatssekret�rs Hr. von )acabi, �bergebe ich diese inhaltS'
und ergebnisreiche Studie der Geffentlichkeit. Sie ist hervorgegangen aus umfassenden Familienforfchungen, denen der verewigte mit liebe-
vollerHingebung vieleHahre seines arbeitsreichen leben? gewidmet hat. Aber noch ehe er fie v�lligzum Abschlu� bringen konnte, nahm der Tod
dem Unerm�dlichen die Feder aus der Hand. (?s erwuchs mir daher die Aufgabe, die m zwei Redaktionen vorliegende Arbeit an der Hand
des vorhandenen reichen Materials 311 erg�nzen und zu vervollst�ndigen, die Belegstellen 311 sichten und zu pr�fen und das Ganze f�r den
Druck vorzubereiten. Dabei ist selbstverst�ndlich die pers�nliche Eigenart des Verfassers, soweit sie in feinen Niederschriften zutage getreteil,
sorgf�ltig geschont worden. Georg 5chuster.
1 Omnium pulch�rrima omnium judicio habita est � ipsa Venere pulchrior � forma adeo cximia, ut quoeunque se verl�ret, omnium
in se oculos raptaret
�
ut pulcherrima, sic pudicissima � s� r�hmt die pomphafte Beschreibung de? 15(2 in Neu-Ruppin stattgehabten
Cilmiers ;Bellica progymnasmata a Joachimo I. marchione et electore Brandenburgensi Rupini celebrata descripia a Publio Vigilantio Arbilla
oratore et potrta (in lucem denuo edi curavit J. P. Gundlingius etc. Berolini 7 \8). vgl.HohenzoUern -Jahrbuch V, 5. 99jf., wo Friedrich Wagner
eine anziehende Schilderung des Kuppiner Turniers gegeben hat.
�
2 InRiedels Cod. dipl. f�randenb. IV, >, S. 79 ff.
�
3 Eigentlich
Heidenberg, geb. f. Februar \n62 311 ?rtttenlicim im Irierschen, gest. 1,6. Dezember (5^� als Abt von 5t. 311 W�rzburg.
�
* St. (SaUetl 1690, S. 63Of, Das Tritheimsche Urteil ist wiederholt in Naucleri Memorabilium omnis aelatis et omnium gentium chronici
COinm�ntarii, Cmn continu�t, J. Nie. Basellii. ColoniaC l.ri7<),
20�
        
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