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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Hessen

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Hessen

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Ain \0. Juni traten Me hessischen Herrschaften Me R�ckreise nach Cassel an. Der Aurf�rst gab ihnen und der
geliebten Tochter bis kehnin bas Geleit. Hier wurde Abschied genommen und dann unter der kundigen F�hrung des
ebenso gewandten wie liebensw�rdigen Printzen' und mehrerer Hofkavaliere die R�ckreise fortgesetzt.
Erst im Sommer 1.704; sah die Erbprinzessin, die sich einer gl�cklichen, wenn auch kinderlosen Ehe zu erfreuen
hatte, ihre Heimat wieder. Schon ein Jahr darauf, an, 25. �)ejentber (705, sank sie ins Grab.
w�hrend des kandgrafen K�nig Friedrichs Abwesenheit f�hrte sein Vruder Wilhelm (VIII.) die Regentschaft
und nach dessen Tod (5. April 1,751.) wurde er regierender Landgraf.
Sein Vruder, der ritterliche Tandgraf Maximilian -, der sich auf zahlreichen 'Krieg^�gen in Vrabant, Ungarn,
Sizilien unsterblichen Ruhm erworben, der \7^0 zum General- Feldmarschall ernannt wurde und 1,750 die W�rde eines
Reichs General -Feldmaischalls erhielt, hatte aus feiner Ehe mit der Tandgr�fin Friederike Charlotte von Hessen-
Darmstadt sieben Ainder, einen Sol?u und sechs T�chter. 8 Von diesen war die begabte Prinzessin wilhelminc vom
Schicksal dazu ausersehen, an der Seile eines preu�ischen Prinzen ein langes, freudeleeres Dasein zu verbringen.
Prinz Heinrich von Preu�en war 25 Jahre alt geworden, als der Gro�e A�nig es f�r angemessen hielt, ihn
zu verheiraten. �Er versprach sich", so scheint es, �von der Ehe einen erziehlichen Einflu� auf den jungen Trotzkopf."
Doch lie� er dein Prinzen, wohl in Erinnerung an das eigene Teii�, v�llig freie Wahl unter den in Vetracht
kommenden hessischen Prinzessinnen.^
Eine Verm�hlung war nicht nach Heinrichs Sinne. Aber er hoffte offenbar dadurch dem Aufenthalt in dem
verha�ten Potsdam zu entgehen und nach Verlin �bersiedeln zu k�nne�, das ihm eine �freiere Vewegu�g in Aussicht
stellte". So f�gte er sich denn in das �unvermeidliche Uebel" und trat auf Anordnung des A�nigs im Mai 1,751. eine
Reise ins Reich an, die ihn auch an den Casseler Hof f�hren sollte, um sich dort die Gemahlin auszuw�hlen. Seine
Wahl siel auf die Prinzessin wilhelmine, eine Dame, von der es hie�: �Sie verbinde viel Geist mit freundlichem
Wesen und einen so liebensw�rdigen Charakter, da� sie das Gl�ck ihres zuk�nftigen Gatten zu machen und die Zierde
eines gro�en Hofes zu werden verspreche."
Am 25. Juni l.752 wurde die Hochzeit in Charlottenburg festlich begangen. Die junge Prinzessin gewann sich
im Fluge aller Herzens Der K�nig, van dein liebensw�rdigen Wesen der anmutigen, geistvollen Schw�gerin entz�ckt,
schrieb am 20. Juni an seine Schwester, die Markgr�fin wilhelmine von Bayreuth: �wir k�nnen uns zu ihrer
Erwerbung begl�ckw�nschen," w�hrend einige Wochen sp�ter Prinz (August) Wilhelm in einem Vrief an den fran-
z�sischen Gesandten in Verlin, Nlarquis Valory, enthusiastisch prophezeite: �Ihre k�rperliche Grazie und ihr ein-
schmeichelnder Geist, das sind Eigenschaften, die meinen Vruder niemals seine Wahl bereuen lassen werden."
Allein die Ehe der Prinzessin gestaltete sich keineswegs gl�cklicher als die ihrer Schw�gerinnen, der A�nigin
Elisabeth und der Prinzessin Qnse ', der Gemahlin des Thronfolgers. Nach Verlauf einiger �guter Jahre" stellte die
Prinzessin wilhelmine die �traurigsten Verachtungen �ber ihr Schicksal und ihre 6age" an. Die k�hle Gleichg�ltigkeit
des Prinzen Heinrich ihr gegen�ber und seine verletzenden R�cksichtslosigkeiten entfremdeten die beiden Gatten allm�hlich
derart, da� es in� November 1,766 zum Vruche zwischen ihnen kam. Seitdem lebten sie voneinander getrennt. An
dein traurigen Ausgang scheint auch die Prinzessin nicht ganz schuldlos zu sein. �
1 An der Grenze der brandenburgifchen kande legte Printzen feine Funktion als Reifemarschall nieder und entlie� fein Gefolge.
Er selbst ging jedoch in Begleitung seines Sekret�rs nach Cassel, tun die der Prinzessin als tt>ittitm verschriebenen Herrschaften in ihrem
Namen in besitz und die ihr 311 leistende Eocntualhlildigung entgegenzunehmen. � 2 Siehe Rommel a. a. W., Vd. X. � a Vers�hn und
eine Tochter starben in jugendlichem Alter, � *?. Serner, Die Srautfatirt des Prinzen Heinrich (l?5^) im Hohenzollern -Jahrbuch t90^,
5. 75ff. Berner weist it. a. die Meinung als irrig nach, da� der K�nig die Verm�hlung feines Vruders mit der Prinzessin Wilhelmine
von Hessen <�Gaffel erzwungen habe. � B Nach der trefflichen Einleitung von G. V.V0I3 311: Ans der Zeit des siebenj�hrigen Krieges.
Cclgebllchdl�tter und Briefe der Prinzessin Heinrich und des K�niglichen Hauses. Verlin J9O8. � � Der bekannte Freiherr non 25�elfe!d
schreibt in seinen Lettres Famili?res (8(, Tome II); ,,Le peuple Berlinois ne peut se lasser encore de voir et d'admirer la Princesse, et
quoique j'aie presque tous les jours le bonheur de faire ma cour h S, A. R. je crois que je penserai longlems comme le peuple ? son �gard." �
7 Prinzessin tuise, eine Schwester der K�nigin Elisabeth, geb. 2y.Hannar W22, verm. h.Hcmuar U^2, gest. (3, Januar (7eo.
        
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