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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Hessen

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Hessen

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Sophie, eine Schwester des Gro�en Aurf�rsten, �une princesse de grande mine, de belle taille, et assez
repl?te, qui a beaucoup de majest� en toute sa personne" 1, traite bereits ihr zweiundzwanzigsles Tebenszahr erreicht,
als fie der Landgraf zur Lebensgef�hrtin erkor. �Sie selbst pflegte in sp�teren 3 ren diese dem Alter
nach ungleiche Verbindung dein zuf�lligen Vorzug zuzuschreiben, welchen Wilhelm VI. in seiner Abneigung gegen
geschminkte Frauenzimmer ihren: einfachen Bildnis vor anderen und sch�neren F�rstent�chtern erteilt habe." * Aber es
waren zweifellos auch gewichtige Gr�nde der Staatsr�son, die zugunsten dieser Heirat sich geltend machten, vor allen:
der enge Anschlu� an den aufstrebenden evangelischen Staat Brandenburg.
Trotz des erheblichen Altersunterschiedes und ihrer �berlegenen Geistesgaben war Sophie ihrem Gemahl doch
aufrichtig zugetan und teilte redlich mit ihm seine auf das IVohl des Landes gerichteten M�hen und Sorgen.
Das Idyll dieser Ehe wurde schon nach Jahren durch den pl�tzlichen Tod des Landgrafen vernichtet. Die
Last der Landesregierung und der Erziehung von sechs unm�ndigen Amdern ging auf seine Gemahlin �ber. Es wird von
ihr ger�hmt, da� sie die ausw�rtigen Angelegenheiten mit bewunderungsw�rdiger Alugheit und Entschlossenheit geleitet
und da� ihre innere tandesverwaltung sich durch haush�lterische Sparsamkeit und peinliche Vrdnung ausgezeichnet habe.
Es war von alters her das Verh�ngnis des Hauses Hessen, da� seine erstgeborenen S�hne meist einem fr�hen
Tode verfielen. Auch an dein �ltesten Sohne Sophies, dein Landgrafen Wilhelm VII. erf�llte sich das unheimliche
Geschick, das die Sage mit einem in altersgrauer Vorzeil ausgesprochenen Fluche zusammenbrachte. Der iunge
F�rst^ starb am I5. November in Paris, wo er, auf seiner �Aavaliertour" begriffen, im Herbst zu l�ngerem
Aufenthalt eingetroffen war.
Regierungsnachfolger war fein j�ngerer Vruder Aarl, eine �etwas wilde" Natur, aber ein unternehmender,
gebildeter und freisinniger F�rst, der ein ehrbares h�usliches f�hrte und �ber seiner leidenschaftlichen Iagdlust
die Staatsgesch�fte nicht vernachl�ssigte. Rar! verm�hlte sich am 25. Niai 5 675 mit der Prinzessin Amalie
von Kurland, der Braut des verstorbenen Vruders, und trat am 3. August nach einer ungew�hnlichen Ver-
l�ngerung der m�tterlichen Vormundschaft, seine �mehr als f�nfzig bedeutungsvolle Jahre umfassende Regierung" an.
Aarls Schwester, die zarte und sanfte Elisabeth Henriette, lenkte schon in fr�hefter Aindheit die Aufmerksamkeit
des ebenso jugendlichen brandenburgischen Aurprinzen auf sich.
Friedrich war am J657, einem Mittwoch, zu K�nigsberg geboren, in der Sta6t, in der er sich
sp�ter die "K�nigsfrone aufs Haupt setztet Schon dein T�ufling halte sie der damals 6 jd^rige Johann V�diker
mit dein Distichon prophezeit:
�Nascitur in Rcgis Fridericus Monte, quid istud?
Pracdicant Musac: Rcx Fridericus erit,"
ein Augurmm, dessen sp�ter in &en zahlreichen Ar�nungsschriften une eines Wunders gedacht wurde.''
Die Iugendgeschichte des Prinzen entbehrt zwar nicht der anziehenden, aber doch der hervorragenden Momente,
von besonderen! Interesse dagegen ist die Geschichte seiner ersten siebe und Ehe.
1 So schildert fie (?b,appu3ean , ein ehemaliger �oranischer Pagenhofmeistcr, der sich in den fahren leti und 1669 in Dassel
auffielt", in feiner Allemagne protestante, 1669, S. 
    
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