Path:
Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

107
Des Aeneas Nachfolger a?s p�pstlicher 5egat inDeutschland, Campanus, hat in feiner Schilderung des Helden
die Charakteristik uni einen bezeichnenden Zug vermehrt. Er erinnert daran, da� Papst pius diesen an H�nden und
F��en, im Gesicht und am Halse ganz von Narben ausgeh�hlten Mann Achill genannt habe ; auch er preist ihn als
den kriegerischsten und streitbarsten von allen, die daf�r in Deutschen Landen ger�hmt werden, kr vers�umt aber nicht
hinzuzuf�gen, da� man diesen �scharfen, beredten, gewandten Herrn" den Deutschen Fuchs (vulpes Germaniae) nenne. 1
�scharf, gewandt und beredt", �des Wortes ganz m�chtig und von gro�er Gewandtheit in den Gesch�ften"^
n�tzte Albrecht diesen Vorzug vor allem in den Debatten der Reichstage und F�rstenversammlungen aus. Vei der
Zusammenkunft m Eger am Hoflager Georg f�odiebmds geschah es, da� pl�tzlich nach dem Mahle mit Zustimmung
des U�nigs der Abgesandte des Herzogs von Vayern auftrat, um vor allen F�rsten, Grafen und Rittern, die an der
k�niglichen Tafel gespeist hatten, eine sorgf�ltig vorbereitete Anklagerede gegen den Markgrafen zu hallen. Statt einen
seiner R�te in Anspruch zu nehmen, ergriff Albrecht unverz�glich selber das Wort, uni in langer Entgegnung Punkt
f�r Punkt dem Vayern die eigne Auffassung entgegenzusetzend Den parlamentarisch minder gewandten Mitf�rften hilft
er gern nach; vor einer entscheidenden Abstimmung praktiziert er vorsorglich einein jeden seiner Freunde einen Zettel
in die Hand, auf den, sie lesen k�nnen, was sie auf die erste und was sie auf die zweite Umfrage zu antworten
habend Auch als Festredner gl�nzt er. Vei der Hochzeit Georgs von Vayern und der polnischen Prinzessin Hedwig
ant November treten der Aaiser und alle f�rstlichen G�ste in einen Rreis um Albrecht, der nun in einer
viel sch�nen Rede das Tob der Vraut und die Bedeutung dieses Eheb�ndnisses verk�ndet. Und wieder am Morgen
nach dem Veilager, als die Hochzeitsgeschenke �berreicht wurden, bew�hrt der Markgraf seine Beredsamkeit durch einen
panegyricus auf kiebe und Freundschaft; ein des Deutschen m�chtiger polnischer Edelmann dient der Vraut als
Dolmetsch. Ho l��t Albrecht auch die eindringliche Rede, die er am Dreik�nigstag zu Mantua vor pius II.
�ber seine Streitigkeiten mit Vayern hielt, durch einen Dolmetsch, den Aardinal von VrixeN, italienisch wiederholen.
5eine Redegewandtheit, seine Schlagfertigkeit, fein behender Witz lassen ihn nun in U)ort und Schrift vom Spott
und von der Ironie reichlich Gebrauch machen, obgleich er dessen angeschuldigt sich wohl dagegen verwahrt, �spitzige
lvorte" geschrieben zu haben. Verh�hnung kann doch nur darin gesehen werden, wenn er einer Herausforderung zum
Zweikampf an die s�chsischen Herzoge Friedrich und Wilhelm den Trumpf aufsetzt : er sei bereit, wenn ihnen der Einzel-
kampf nicht genehm fei, gegen sie beide zugleich Zu fechten." Auch Herzog tudwig glaubte bei der Friedensverhandlung von
5H6N insbesondere Genugtuung fordern zu m�ssen f�r die unziemlichen und entehrenden Worte, die der Markgraf im
Schriftwechsel gegen ihn gebraucht habe. Die Manifeste, die der Aaiser bei Wiederbeginn des Rampfes im n�chsten Jahre
gegen Vayern und Pfalz ausgehen lie�, bem�hte sich Herzog Ludwig als brandenburgifchs F�lschungen zu verd�chtigen,
die m oder uni Ansbach entstanden seien, da sie, unziemlicher Schimpf- und Schm�hreden voll, ganz und gar den Stil des
Markgrafen Albrecht verrieten.' Wer F�rsten gegen�ber sich viel herausnahm, wie h�tte der die V�rgcr mit seinem
Spott verschonen sollen. Die N�rnberger sahen eine schn�de Veleidigung darin, da� ihnen der Markgraf feinen Fehde-
brief in einem Strohkr�nzlein zustellen lie�.� Noch sp�ttischer die Votschaft, die er ihnen am M�rz in
ihre Stadt sandte, als er mit seinen 500 Gewappneten am Fischteich beim Aillenreuter Nonnenkloster hielt: sie m�chten
ihm helfen, ihre Fische zu fangen und zu verspeisen, er wolle beim Veiher ihrer warten. An diesem Tage bekam sein
Spott ihm und den Seinen schlecht.
Aam dann �ber diese spottlustige und streits�chtige Natur noch die Hitze der Erregung, so verlor der Leiden-
schaftliche sich leicht aus seiner Gewalt. Aeneas Sylvius Oiccolomini schildert als Augenzeuge eine Verhandlung am
Hoflager des Aaisers zu IViener-Neustadt, im Dezember in der er den sonst stets von ihn� hoch gepriesenen
Markgrafen die Rolle des Eisenfressers spielen l��t": wie er inHellem Zorn dagegen Einspruch erhebt, da� �ber seinen
1 Vroysen, S. 26(; o. MinutoU, Das Kaiserliche Auch &es Markgrafen Albrecht Achilles, 5. 526.
�
a Nach Aeneas 3ylvM5
ptecolomini.
�
3 �luckhohn, 5. 529 �52;.
�
4 Vgl. Zeitschrift f�r Preu�ische Geschichte *,725. � fc Aluckhoh�, 5. 22�. 323,
Haffelholdt-Twckhelm, 5. 65. � * Zeitschrift f�r Preu�ische Geschichte �, 66. � T Hindun, 5. � 8 Chroniken der Deutschen
St�dte 2, 520. 203. 373. 33?. 482.
� 9 vgl. Zeitschrift f�r Preu�ische Geschichte q, 732 ff.
w
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.