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Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

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Verleihungen fr�herer Aaiser f�r null und nichtig erkl�rt wurden. Eine weitere Urkunde von verwies die, welche
sich den Anspr�chen des tandgerichts nicht f�gten, auf g�tlichen Vergleich unter kaiserlicher Vermittlung.
Im folgenden Jahr lie� sich Albrecht bei seinem Vesuch am p�pstlichen Hoflager su Mantua durch seinen alten
G�nner Papst pins II. den Titel eines Herzogs von Franken zusprechen. F�r den Kampf um die Vorherrschaft im
Frankenlande war zu dem kandrichtertum ein zweiter Hebel gewonnen. Wohl machte der Markgraf mit R�cksicht
auf den im alten Vesitze des gleichen herzoglichen Titels befindlichen W�rzburger Vischof von dein Titel zun�chst
nicht Gebrauch; aber doch nur, weil er nicht einen neuen Gegner in die Schranken fordern wollte, in einem Augen-
blick, wo er wu�te, da� sein Nachbar von der anderen Seite, fein Vetter Herzog (udwig der Reiche von Bayern,
bisher sein Freund, den Kampf bis zum Aeu�ersten gegen die Anspr�che des Landgerichts durchzufechten entschlossen
war. Ver Markgraf, erkl�rte Ludwig, wolle nichts anderes, denn da� er die F�rsten, ?anb und ?eutc in feinen
kandgerichtszwang bringe. Und doch habe das Haus Vayern viele hundert 3at^re bestanden, ehe das Vurggrafentum
und bas Landgericht gesetzt worden seien. 3m Jahre H6O entbrannte der Krieg, in dem alle wittelsbacher, die
bayrischen und die pf�lzischen, gegen Brandenburg zusammenstanden.
Vas Rriegsgl�ck war dem Markgrafen Albrccht noch minder hold, als im St�dtekriege. Vald stand er, nach
seinem drastischen Ausdruck, �im Vad bis �ber den Arm"; sein kand war zum gro�en Teil von: Feind besetzt:
�Ls dr�ckten und schmiegten sich die markgr�fischen Untertanen in allen Grten, und wohin die Rriegsf�rsten kamen,
da gingen Tor und T�r auf." Damals hat Albrecht f�r den Fall seiner Gefangennahme seine Vr�der und seine
R�te mit einer Weisung versehen, die durchaus an die ber�hmte Urkunde Friedrichs des Gro�en aus dem sieben-
j�hrigen Anege erinnert. Er untersagt auf das strengste, da� einer Anordnung, die er aus der Haft ergehen lassen
mag, irgend welche Folge geleistet wird: �Gb wir in der Gef�ngnu� gedrungen w�rden, Euch zu schreiben, was die
Feind wollten, da� Euch dann daran ganz nichts kehret." >- Die Friedensurkunde, �ber die man im Juli l460
zu Roth �bereinkam, wollte er eigenh�ndig nicht unterschreiben, er �berlie� das feinem Geheimschreiber und ritt von
dannen, wie die Gegner h�hnten, �traurig und schamrot" hatte er doch den Feind im Vcsitz der eroberten St�dte
und Schl�sser lassen m�ssen. Im n�chsten Jahr nahm der Vesiegte den Kampf von neuem auf. Der Aaiser hatte
ihn zum Reichshauptmann ernannt, A�nig Georg podiebrad von V�hmcn beg�nstigte ihn. Aber am Juli
verlor er mit seinen w�rttembergischen Bundesgenossen das entscheidende Treffen bei Giengen. �Zur Strafe unserer
S�nden", schrieb er nach Hauses �ist uns eine Niederlage geschehen; doch sind wir durch die Gnade des allm�chtigen
Gottes, unverwundet uusres Leibes, und mit gro�er M�h, Arbeit und strengem Fechten, mit V�chsen und Arm-
brusten geschossen, durchkommen, selbf�nf auf der Walstatt etwas lang geblieben, und in unzweiflicher Hoffnung,
k�rzlich wieder mit Macht ins Feld zu r�cken."
Aber diese Hoffnung trog ihn. Nur der b�hmischen Vermittlung hatte er es zu danken, da� der f)rager
Friede vom 2^. August g�nstiger f�r ihn ausfiel als der Friede von Seine Schl�sser und St�dte wurden
ihm wieder einger�umt. Aber der Anspr�che des brandenburgischeu Landgerichts halte sich Vayern f�r immer sieg'
reich erwehrt, und den fr�nkischen Herzogstitel behauptete nicht der Vurggraf von N�rnberg, sondern der Vischof von
W�rzburg. Albrecht empfand es bitter, da� �Franken und Vrandenburg" nicht mehr gesch�tzt werde wie fr�her, da�
das alte Ansehen �jetzt etlicherma�en erloschen" sei. Es sei nicht mehr dazu angetan, schreibt er resigniert f�nf Jahrs
nach dem prager Frieden, da� man gro�e Vwge unternehme: �Ver Vischof von Vainberg geleitet in unser tand
hinein und will es uns wehren das Gebirg herab wohl drei, vier Meilen weit, jagt in unserm Gebiet, straft und
l��t festnehmen, unsre Ritterschaft furchtsam zu machen, da� sie sich zu ihn: schlagen solle; der Vischof von Eichst�dt
ist bayrisch und zankt mit uns um wildbann; die Herren von Vayern zanken mit uns alle Tage uni wildbann,
Fraisch und alle f�rstliche Vbrigkeit."^
1Datiert den N-Iuli U62, bei Hasselholdt-Ztockheim, Herzog Albrecht IV. von Vayern, I, t (Urkunden 5.645). � a Kluff^oli�,
S. H
    
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