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Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

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jenem Augenblick der Gegensatz zwischen Slawentum und Magyarentun,, die Rivalit�t der unter dem Jagellanenk�mg
vereinigten Reiche B�hmen und polen und der nationalen Dynastie, die Matthias Corotnus in Ungarn als Erbe seines
Vaters ?)uuyaby Janas fortsetzte. Beide Teile beanspruchten die Vberhoheit �ber die schleichen Aleinf�rstent�nier.
Albrecht Achilles mochte den engen Anschlu� an die polnisch^b�hnnsche Macht f�r unbedenklich halten, stand doch damals
auf dieser Seite der Aaiser und der gewaltige Herzog von Burgund, w�hrend Ungarn durch C�rkenk�mpfe in Schach
gehalten wurde. Aber das Jahr W? brachte einen j�hen Umschwung. Am 5.Januar siel Karl der A�hne in der
Schlacht �on Nancy. Statt Hilfe von Vurgund erwarten zu d�rfen, mu�te sich das Haus Habsburg zum Kampf mit
Frankreich anschicken, wenn anders Erzherzog Maximilian das Erbe seiner burgundischen Braut gegen da? Haus
Valois behaupten wollte. Durch das ungarische Heer in Wien bedr�ngt, schlo� der Kaifer mit K�nig Matthias einen
Frieden, in welchem er das brandenburgische Interesse nicht sicherstellte. Dann verglich sich auch K�nig �t>la6tslau>
mit Matthias, indem er die b�hmischen Nebenlande M�hren und Schlesien an Ungarn �berlie�. Brandenburg mit
seinem Glogauischen Anspruch war der Rache des Ungarnk�mgs preisgegeben. Um seinen Schlag desto sicherer zu
f�hren, hetzte Matthias jetzt nicht blo� Albrechts alte Widersacher, die bayrischen Herzoge, gegen ihn auf, sondern
auch die wettiner, auch den Deutschen Grden, den: er Geldmittel behufs Wiedereinl�sung der verpf�ndeten Neumark
anbieten lie�. Vor allem aber veranla�te der Ungarnk�nig die pommernf�rften , dem Brandenburger in den
R�cken zu fallen.
Seit stand Herzog wartislaw mit Ungarn in, Einverst�ndnis; Anfang griff er offen in den
Aampf ein, den Hans von Sagan, durch ungarische S�ldner und Freisch�rler unterst�tzt, gegen die Mark f�hrte. Die
Sommern eroberten Garz und Vierraden und in der Neumark A�nigsberg und Arnswalde und drangen bis A�strin
vor, die Ungarn bis Frankfurt und Velitz. Rurprinz Johann schrieb dem Vater, er sei ganz verlassen �gleich als
der Vogel im Flug, dem man beide Fl�gel abhauet, dcrhalben uns jedermann anhaucht, gleichsam die andern V�gel
ein Eulen." Albrecht kam und zog mit einen, Aufgebot von 20N00 Mann an Vasallen, Stadtknechten und S�ldnern
gegen die Sommern.
Der gl�nzende Verlauf dieses pammerschen Feldzugs von in welchem Albrecht binnen wenigen Wochen
alle verlorenen f)l�tze au�er Garz wiedergewann und eine Anzahl St�dte und Schl�sser eroberte, l��t crmessen, was mit
dem Einsatz der ganzen milit�rischen Rraft in dieser einen Richtung zu erreichen gewesen w�re. Nun aber mu�te der
Aurf�rst den Arieg mit zwei Fronten f�hren. Er geriet mit seiner pommerschen Unternehmung in dieselbe Zwangs-
lage wie 200 Jahre sp�ter sein gro�er Nachkomme, wie der Aonig von Frankreich dem Besitzer von Pommern
seinen m�chtigen Arm gegen Aurbrandendurg lieh, so der K�nig von Ungarn. Um seinen Verb�ndeten nicht
ganz erdr�cken zu lassen, erkl�rte Matthias, bisher nur mittelbar, durch die ungarischen Freikorps, an dem Aampfe
beteiligt, am l.2. August an Albrecht den Arieg. Der Rurf�rst schlo� unverz�glich mit den Pommern Waffenstillstand,
der Aurprinz schlug bei Arossen den Herzog von Sagan, aber gegen die hereinstutenoen, bis Veeskow und Zossen vor-
dringenden ungarischen Hecrhaufen, die es im tande �wie die T�rken" trieben, mu�te Albrecht sich auf die Defensive,
auf den Schutz des Gdcr�berganges bei Frankfurt beschr�nken. Erst eine neue Abwandlung der internationalen tage
machte ihm kuft. Der Friede, den die Republik Venedig im Januar mit den T�rken schlo� und die t�rkische
Ariegsmacht f�r den Aampf gegen Ungarn freimachte, stimmte den K�nig Matthias zur Nachgiebigkeit gegen Branden-
burg um.l Im Frieden mit Ungarn erhielt die brandenburgische Prinzessin, um derentwillen der Streit entbrannt war,
die inzwischen von ihrem zweiten Gemahl, dem V�hmenk�nig, verlassene Barbara, f�r den Verzicht auf die Herzog-
t�mer Glogau und Arossen 50000 ungarische Goldgulden zugesprochen, f�r die in der Folge, durch den Aamenzer
Vertrag von 1,^82, die St�dte Arossen, Vobersberg, Z�llichau und Sommerfeld an Brandenburg verpf�ndet wurden.
In, Frieden mit Pommern behielt Albrecht einige eroberte Schl�sser 2, gewann aber nicht Garz zur�ck, das eigentliche
1Droyfcti, 5. 320;Publikationen 6?, 3 {.
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s Albrccht r�hmte sich, vierzehn Schl�sser und kerntet 311 behalten (Publikationen 67, 539. 552 ;
vgl. auch wehrmann, Geschichte von Pommern �, 230i darunter befanden sich aber die durch Friedrich tl. eroberte� und bereit? von
pammerscher Seite abgetretenen Pl�tze Vierraden, 3chwedt, l�ckmtz, peiifun, Kleinpenoip, Torgelow, Htolzenburg.
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