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Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

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Die erste Vorbedingung m�re gewesen die Zusammenfassung aller trafic, ihre Einsetzung f�r bas eine gro�e
Ziel: die Aufrichtung der brandenburgischcn Herrschaft am Westrand. Friedrich II. hat die Vedeutung des Kampfes,
den Wert des Kampf es in vollem ?i?ajje erkannt und gew�rdigt. Er hatte jede Zersplitterung seiner Ntacht
vermieden, alle Lockungen zu seitab liegenden Unternehmungen von sich gewiesen. ?r hatte sich nicht auf das
Abenteuer einer Bewerbung um Me von Rom und Wien auf das Angelegentlichste ihm angetragene IVenzelskrons
eingeladen; er hatte die Aussichtslosigkeit einer Einmischung in bin ungleichen Kampf zwischen dein Vrden und den
Polen erkannt'; er war nach dem Zusammenbruch der Vrdcnsmacht, trotz seiner Vcsorgnis vor den� Slawentum
oder gerade um dieser Besorgnis willen, immer bem�ht geblieben, durch pflege guter Beziehungen zu dein jetzt
m�chtig erstarkten polnischen Reiche sich politisch den R�cken 511 decken 2 uud er halte durch diese Politik wenigstens
so viel erreicht, da� polen, trotz aller Sympathien f�r die Sache der Pommern, nicht offen daf�r eingetreten war.
Ver Politik seines Nachfolgers in der Aurw�rde fehlte diese Geschlossenheit, diese Selbstbeschr�nkung. Albrechts
Vlicke blieb die von Friedrich so klar erkannte, die ganze Zukunft des Vrandcnburgischen Staates in sich schlie�ende
Bcbcutung der pommerschen Frage verschlossen. Vie Zeichen der Zeit verkennend lie� sich sein rascher Optimismus
vielmehr noch immer auf Dinge ein, bei denen Linsatz und Gewinn in keinem Verh�ltnis standen und bei denen obenein
der erhoffte Gewinn ausblieb.
IV
In dem Pommerschen Lrbstreil hatte Albrecht dem Vruder von vornherein zu einem g�tlichen Ausgleich geraten.^
Durchaus in der Richtung dieses Ratschlages lag der Prenzlauer Friedensschlu� von Albrecht war froh, nach Beseitigung
dieser St�rung nach Franken und auf die Tummelpl�tze der Rcichspolitik zur�ckkehren zu k�nnen. U)ie oft haben
seine m�rkischen Untertanen und sein Sohn und sein Kanzler flehentlich seine Gegenwart erbeten, aber der Schwerpunkt
seines Interesses und seiner Wirksamkeit verblieb im S�den. Nur zweimal noch hat er die Mark besucht, auf f�nf
Monate im Jahre l,^?6, auf dreizehn vom Juli bis zum August � das letzte Mal nur auf eine dringende
Aufforderung der M�rkischen St�nde und nachdem der Aurprinz den Mut gefunden hatte, dem Dater zu schreiben,
da� in seinen allen ehrbaren Tagen hier offenwcrlich vom gemeinen Manne das schm�hlich Ger�cht ausgehe: �wenn
Euer Tieb (andbede und Geld ausziehen und zu haben w��t, so war Euer Tieb wol geschickt herein zu kommen und
solches aufzunehmen; aber die Tand zu entsetzen und ihnen in R�ten, darzu Ihr sie bracht habt, zu helfen, k�nntet
Ihr sie wol verlassen und au�en bleiben/"
Als Albrecht nach dem Vergleich mit Pommern im M�rz die Mark verlie�, fa�te er in seiner zuver-
sichtlichen Art die tage als sehr friedlich auf^: er sei einig mit seinen kandft�nden, er habe mit allen benachbarten
A�nigen, zu Ungarn, Polen, V�hmen und D�nemark Verst�ndnis, er habe die Mark mit Freunden �umz�unet", sei
verbunden mit Pommern, Mecklenburg, Vraunschweig, 3auenburg, Halberstadt, Magdeburg, Schlesien, seine Tochter
heirate nach Schlesien, seine Richte nach Vraunschweig. Und doch sah Albrecht nach wenigen Jahren die Mark in
einen langen und verderblichen Aampf verwickelt, w�hrend dessen sie von einer jeden Abwandlung der europ�ischen
Politik den R�ckschlag sp�rte.
Ven Anla� gab eben jene schlesische Heirat der Markgr�fin Varbara. Als ihr Gemahl, Herzog Heinrich
von Glogau und Arossen, nach dreij�hriger Ehe am 22. Februar 5H76 starb, suchte Albrecht gegen den Anspruch des
piastischen Stammesvelters Hans von Sagan die beiden Herzogt�mer der Tochter zu erhalten, und glaubte dies am sichersten
dadurch zu erreichen, da� er sie milK�nig Wladislaw von V�hmen und Polen verm�hlte. Somit stand nur ein Familien-
intcresse in Frage, nicht die Sache der Mark Brandenburg. Vie allgemeine politische tage des Vstens beherrschte in
1 Dcoyfen, S. \{{.{-{2. �
"
2 Publikationen 59, \b. � 3 Xirovfeti, S. 229; H?d^fa?(I, S. U4- � * Publikationen 6?, 2?�).�
6 29, November \^72. Publikationen 5?, Hhh.
        
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