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Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

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itzt in sollichen gro�en N�ten sonder Geld stecken lie�t, so wollten wir viel lieber tot sein." In diesem Zusammen-
hang war es, da� der Aurf�rst dem Markgrafen den gro�en Aufwand vorr�ckte, den er vergeblich dem Anspr�che
auf das N�rnberger Landgericht zum Gpfer gebracht habe.
Das Mi�trauen gegen den Vruder bricht unverh�llt hervor, als Friedrich bei dem vertrage wegen Abtretung
der Aurw�rde und der Rurlande sein Altenteil allzu k�rglich beinessen glaubt; der lange, gallige Brief vom I.April
zeigt, da� der abdankende F�rst, das Gegenteil eines A�mg kear, nicht B�rgschaften genug f�r seine k�nftige
Stellung, seine Reservatrechte, seinen standesgem��en Unterhalt sich sichern zu k�nnen glaubt. Er will �etwas Lignes
haben, da wir heimisch sind"; wie denn nirgends ein armer Edelmann oder Vauer sei, der nicht etwas Eignes habe.
Er willnicht sein ganzes Reich so schlechtweg �f�r eine Ralbshaut" weggeben, f�r ein Pergament. Die plassenburg
bei Bayreuth soll ihm ja einger�umt werden; aber er sagt: �Tollten wir auch zu f)lassenburg auf dem Verge sitzen,
wie der Habicht auf einem Rick, und �ber die V�rger der Stadt und die sonstigen Zubeh�rungen der Vurg keine
Macht und Gewalt haben, das k�nnten wir uns nicht gefallen lassen. Es k�nnte leicht einer mit unserm Hofgesind
Streit anfangen, ja uus selbst ungeziemende Worte sagen, wenn wir �ber sie nicht zu gebieten h�tten, und das m�chte
uns weher tun und uns mehr gr�men, als wie der Verlust eines ganzen (andes w�ge, und w�ren unsre letzten
Tage dann �rger als die ersten."
Hier schreibt ein gr�mlicher Aranker. Vergessen wir dar�ber nicht, was im Eingang schon hervorgehoben
wurde, da� Friedrich zeit seines tebens mit aufrichtiger Anerkennung und herzlicher Verehrung zu dem j�ngeren
Bruder, man wird es sagen d�rfen, emporgesehen hat. Er wu�te zu gut, da� er, der kein Aneger zu sein bekannte,
sich mit dein ritterlichsten A�mpen der Christenheit nicht vergleichen durfte. Aber auch die Ueberlegenheit des
Diplomaten, des Staatsmannes erkannte er in Albrccht willig an. Er hat in allen wichtigeren H�ndeln stets jenen
un, Rat und Vorschl�ge gebeten und die Vorschl�ge oft als Vorschriften aufgenommen; die brandenburgischen Anspr�che
auf Sommern am Hofe des Aaisers zu vertreten, �berlie� er ganz der Diplomatie Albrechts. F�gen wir hinzu, da�
Friedrich auch als Staatswirt mit dem gewiegten Finanzmann Albrecht sich nicht messen konnte. 2 Albrecht hat ihm einmal
mit d�rren Worten gesagt, da� er nicht haushalten k�nne, und ein andermal, da� er seinen Amtleuten mehr gegeben
habe, als er selber zu heben gehabt. Als nach Friedrichs Abdankung die fr�nkischen Beamten nach der Mark
kamen, mu�ten sie an Albrecht berichten: �wir haben in dem Gebrauch der Haushalt gar keine Ordnung gefunden,
und jedermann gelebt nach seinem willen; derselben alten Gewohnheit lebet ein jeder gern nach." Sie stellten einen
Anschlag der Einnahmen und Ausgaben f�r die Hofhaltung auf, fanden aber �unter den m�rkischen Schreibern"
niemand, dem die Buchf�hrung �bertragen werden konnte. Friedrich hat sich seiner patriarchalischen, beh�bigen Art
zu leben und leben zu lassen, seines �gro�en kurf�rstlichen Hofstaats" wohl gar ger�hmt; er wies das absprechende
Wort des Bruders, es sei besser ein reicher Burggraf als ein armer Aurf�rst zu sein, mit tebhaftigkeit zur�ck und
bemerkte spitz: �wirhaben dabei doch nicht vom Winde gelebt, wie der St�r tut."^ Er war geneigt, in der genauen
Finanzwirtschaft seines Bruders einen unf�rstlichen, kr�merhaften Zug zu sehen.
Friedrich w�rde hinter seinem j�ngeren Bruder, wie er im (eben durch ihn verdunkelt wurde, auch im
Urteil der Nachwelt zur�ckstehen, h�tte er nicht doch Eigenschaften besessen, die ihn als einen hervorragenden F�rsten
kennzeichnen und die seiner Regierung ihre Erfolge und ihre historische Bedeutung verschafft haben: Alarheit und
Entschlossenheit in der Erfassung einer bedeutenden Aufgabe, Augenma� f�r das Erreichbare, Widerstandsf�higkeit
gegen ablenkende Verlockungen, Z�higkeit bei der Ausf�hrung des Beschlossenen, Geduld bei R�ckschl�gen.
1 vgl. Rachfahl, S. 98. U<*. 268.
� 8 vgl. Publikationen 59, 55. {7, 55?; 7\, 400. <*O2; M�rkische Forschungen 6, 227;
Rotelmann, DieFinanzen tes Kurf�rsten Albrecht Achill,Zeitschrift f�r Preu�ische Geschichte 3, 285. 296. 
    
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