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Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

Full text: Die Politik der Kurfürsten Friedrich II. und Albrecht von Brandenburg

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tudwig Don Bayern; bayrisch und kaiserlich blieb f�r Albrecht der alles bestimmende Gegensatz, und als in feinem
letzten Lebensjahre der Reichstag nach W�rzburg ausgeschrieben wurde, nannte er den (Drt �eine uns ungelegene
Malst�lt", �nachdem der Vischof bayrisch ist und wir kaiserisch".'
In dieser schroffen und so beharrlichen Zuspitzung aller Partei Verh�ltnisse auf dem Gegensatz gegen Vayern,
verrat sich der innerste Gedanke der Politik Albrechts in seiner fr�nkischen Periode. Bayern ist in Vberdeutschland im
Uebergewicht. Die innern Zwiste int Hause Bayern haben aufgeh�rt, die K�mpfe von Vrudcr gegen Vruder, von
Dater gegen Sohn. Von f�nf bayrischen Linien, auf die sich in der ersten H�lfte des Jahrhunderts die Herrschaft
perteilt hatte, sind nur zwei geblieben, und die Herz�ge kudwig von tandshut und Albrecht von M�nchen stehen gegen
Hohenzollern fest zusammen. Auch mit den pf�lzischen Witteisbachern haben fie eine Einung herbeigef�hrt. Auch Aurf�rst
Friedrich der Siegreiche von der Pfalz ist Nachbar des Burggrafen von N�rnberg, die Oberpfalz grenzt sowohl an
das fichtelgebirgische Vogtland, bas Gebiet von Vaireulh, wie an das burggr�fliche Unterland, das Gebiet von Ansbach.
Im Besitz wittclsbachischer Prinzen sind die Stifter Regensburg, Strasburg, K�ln, M�nster, seit \%6% auch Magdeburg.
Albrechts Sinn ist darauf gerichtet, gegen die vereinigte lvittelsbachifche Macht ein Gegengewicht zu schaffen
durch eine f�derative Zusammenfassung der Kr�fte von Vrandenburg, W�rttemberg, Vaden und Gefterreich. Also f�r
diese Gleichgewichlspolitik braucht er den Kaiser. Der Habsburgische Kaiser soll die Gegner Vayerns verst�rken durch
seine landesherrlichen Machtmittel und durch sein kaiserliches Ansehn.
�Habts mir nicht �bel," schreibt er den, Kaiser nach dem Tode des Erzherzogs Albrecht si. Dezember
indem er ihm r�t, die bisher von dem Erzherzog verwaltete kandvogtei in Schwaben an sich zu nehmen, �habts mir
nicht �bel, da� ich Euch so oft daran mahne; denn ich s�he gern, da� Ihr wol Macht hier oben im Reiche h�ttet;
wenn Ihr das tand zu Schwaben innc h�ttet, zu dem da� Vaden, W�rttemberg, die Reichsst�dte in Schwaben ein
Aufsehen auf Ew. Gnaden hatten, so w�ret Ihr ein Herr aller Herren und m�chtet wohl pr�chtig regieren, es sei
jedermann lieb oder leid." Ver Kaiser gab das schw�bische Erbteil vielmehr an den Erzherzog Sigmund wieder aus;
aber noch nach Jahren, in einem Schreiben an den Herzog Wilhelm von Sachsen, vom November kam
der Markgraf auf jenen Rat zur�ck: �Wenn der Kaiser das kand MSchwaben ganz einnimmt, das Herzog Sigmunden
kein Nutz ist, die kandvogtei dazu hat und den Herzogen von Vurgundi an der Seiten, warten all Untertan des
Reichs, was sie zu tun haben."
Nicht immer hat Albrechts reichspatriotischer Eifer die Probe bestanden. Es kam ein Augenblick, in welchen:
er durchaus geneigt war, einen Auggleich mit seinein alten bayrischen Widerpart zu suchen auf Kosten der Anspr�che
der Reichsgewalt. Ohne Frage hat cr im Sonnner den Plan Ludwigs des Reichen zur Unterjochung der Reichs-
stadt Donauw�rth, also zu einer Minderung des unmittelbaren Reichsgutes, beg�nstigt, beg�nstigt in der Voraussetzung,
zu Nutz und Frommen seines Landgerichtes bayrische Zugest�ndnisse herauszuschlagen. Erst als die Verhandlung mit
Vayern auf einem toten Punkt angelangt war, schlug er wieder den ihm so gel�ufigen reichspatriotischen an,
indem er nun dem Kaiser beweglich vorstellte, wie er Schimpf und Verachtung auf sich laden w�rde, wenn er die
Stadt Vonauw�rth dem Vayern �berg�bet
Auch das kann nicht aufrecht erhalten werden, da� Albrecht so ganz selbstlos, wie er behauptet, so ganz ohne
allen Vorteil und Nutzen sich auf die Seite des Reichsoberhauvtes gestellt habe. Die Privilegien und Mandate, welche
die beiden hohenzollerischen Vr�der bei Kaiser und Papst f�r sich auswirkten zugunsten des N�rnberger Landgerichts,
zu wicderbeibringung der von der Mark Vrandenburg entwendeten tandesteile, zu Verst�rkung und Zusammenschlu�
der landesherrlichen Jurisdiktion und zu Unterordnung der m�rkischen Vist�mcr unter den landesherrlichen Einflu�
schl�ssen schwerwiegende und in ihrer Wirkung teilweise sehr nachhaltige Vorteile ein.
Das politische Interesse, als entscheidende Triebfeder der Handlungen Albrechts, war aber nicht unvereinbar
mit einer aufrichtigen pers�nlichen Ergebenheit f�r den Kaiser. Dem warmbl�tigen Markgrafen war es Herzenssache
1Publikationen ?;, $83. � a Publikationen 59, 59$. � 3 Aluck�i
    
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