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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Zu einem Akte froherer Danffaguug f�hrt uns unser 46. Bild, von paul B�rde: �Der K�nig verleiht
dem Generalleutnant von Manstein in der D�ppeler Schanze Nr.IV.den Orden Pour le m�rite am 2^.April \86^."
Ver Kommandeur der 6., Brandenburgischen, Infanterie -Vivision, Gustav von Manstein hatte die Sturmkolonnen
kommandiert; sein Tagesbefehl hatte mit begr�ndetem Stolze vorausgesagt: �Auf die Energie der Truppen rechne ich
mit Zuversicht. Es bleibt dabei: unsere Fahnen wehen von den Schanzen!" Nun dankt ihm sein K�nig in der
st�rksten Schanze, auf der die schwarzwei�e Sturmfahne siegreich flattert, mit dein vornehmsten Kriegsorden. Ver Hof
dieser Schanze, in dem die Szene sich abspielt, Zeigt mit ihrer abgek�mmten Brustwehr, den zerrissenen B�schungen,
zerschmetterten Palisaden, der vom Gescho�l�chern durchw�hlten Sohle, die deutlichsten Spuren der verheerenden Wirkung
der Aruppschen Gezogenen Kanonen. Ein Gesch�tz der Schanze ist bereits gegen den Feind umgekehrt, auf den
Alsensund zu, der in der Ferne rechts her�berschimmert. Hinter dem K�nige stehen wieder Prinz Karl und Roon,
hinter dem, f�r den eben empfangenen Pour le m�rite dankenden, auf die H�nde des K�nigs sich neigenden Manstein
der Prinz Friedrich-Aarl mit seinen, Stabe. Vie Soldaten mit ihren kriegsgebr�unten Gesichtern unter den kecken
Feldm�tzen geben der milit�rischen Szene einen wirksamen Rahmen.
Aufs Eingehendste besichtigle der A�nig dann die ganze Schanzenreihe; �ganz hingerissen" war er von den:,
was er sah, und lie� sich von den Offizieren, welche die einzelnen Schanzen genommen, eine genaue Beschreibung des
Sturines machen. Vis ? Uhr abends dauerte diese Besichtigung � mit wahrer Freude bemerkten die Generale des
A�nigs unerm�dliche Frische.
Am 22. April besichtigte der A�nig bei Apenrade die nach I�tland abr�ckenden Garden, dann wieder bei
Atzb�ll die andere H�lfte der Truppen im Sundewitt, und kehrte nachmittags, unterwegs noch mehrere Lazarette
besuchend, nach Flensburg zur�ck. �Vas ist das Schwerste, da� ich wieder fort mu�", sagte der A�nig mit Tr�nen
in den Augen beim Abschiede.
Vie Abreise aus Flensburg erfolgte am 23. April; auch in Schleswig und in Rendsburg besuchte der A�nig
die Lazarette, �berall mit gro�em Enthusiasmus begr��t, besonders auch in Altona; von hier fuhr er abends um
Uhr ab und traf am 2H. April, Sonntags, um 5^ Uhr morgens wieder in Berlin ein. Und wie verlief,
nach diesen Tagen st�rkster Gem�tsbewegungen und geistiger und k�rperlicher Anstrengungen dieser Sonntag f�r den
siebenundsechzigj�hrigen A�nig? Um Uhr empfing er den Bruder des vor D�ppel gefallenen Majors Aarl-
Gottfried von Jena � eines besonders ausgezeichneten, dem A�nige pers�nlich wohlbekannten Offiziers vom 60. Regiment,
von dem das Einzugslied klagt: �Major von Zena ist nicht mehr dabei" �, der dessen Vrden �berbrachte; um Uhr
wohnte er dem Te Veum in der Garnisonkirche bei; dann fanden Empf�nge statt, unter anderen� der des Oeneralstab-
chefs von Moltke; um Uhr nahm er an einer N^tince musical? im Gpernhause teil; nachmittags fuhr er nach
Charlottenburg ;dann war Fannliendiner im K�niglichen Palais; der Tee wurde schlie�lich freilich �ohne Gefolge"
eingenommen. wahrlich eine geradezu enorme Leistungsf�higkeit!
Nachdem der K�nig so auf dem Ariegsfchauplatze selbst �die ?uft der Ereignisse eingeatmet", war es ihm
zu Hause ein noch verst�rkteres Bed�rfnis, den siegreichen Truppen seinen K�niglichen Vank zu bekunden. So zeigt uns
auch das dritte der Aquarelle aus dem Feldzuge von 186^ eine Dankeskundgebung des K�nigs, unser H?. Bild,
von Gskar wisnieski: �Dekorirung der Ehren Eskorte, welche die bei D�ppel eroberten Gesch�tze nach Berlin
begleitete, am H.Mai^36H."
Nicht weniger als Gesch�tze waren bei D�ppel erbeutet worden; zu ihrer Begleitung nach Berlin
wurden Mannschaften bestimmt, die sich besonders ausgezeichnet hatten, unter der F�hrung des Premierleutnants
�t�phasius von der Vrandenburgischen Artillerie-Brigade, der eine hervorragende Entschlossenheit und Aaltbl�tigkeit
bei der Erst�rmung der Schanze II� derselben, an welche sich die oft widerlegte �Winkelried-Sage" vom Pionier
Alinke kn�pft � bewiesen hatte, indem er einen in der Pulverkammer brennenden tichtstumvf vorsichtig ergriff und
in der Hand zerdr�ckte, hiermit die den St�rmern Verderben drohende Explosion verh�tend: der A�nig selbst hatte
ihn daf�r zu diesem Ehrendienste bestimmt.
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