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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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dann fein Generalstab, der stellvertretende Generalstabschef Major Friedrich-Wilhelm-August Rirchfeldt, der ihm �von
ganz unsch�tzbarem Werte" war, mit seiner �seltenen Ruhe, Besonnenheit, Umsicht, Arbeitsamkeit und Ausdauer";
unter den sieben Generalstabsofsizieren trat besonders der Hauptmann August von Goeben hervor, der sp�tere ruhmgekr�nte
Sieger von 5t. Huentin; ferner kam hier zuerst der Chef de? Stabes de5 I.Uorps mit dem Prinzen in n�here
Beziehung, Major Albrecht von Roon, der sein Ariegsminister werden sollte; und auch einen jungen Vrdonnanzoffizier,
den Zielen
-Husarenleutnant Frhrn. von loe, der eine wichtige Meldung gut �berbrachte, verlor der Prinz seitdem nicht
mehr aus dem Auge: er stieg zum General-Feldmarschall auf. Auch mit den dem Hauptquartiere gem�� der
politisch-milit�rischen Doppel-Stellung des Prinzen zugeteilten diplomatischen Bevollm�chtigten, den preu�ischen kegations-
und Regierungsr�ten Savigny, Eichmann, kademann, und dem Vadischen General -Aommissarius Schaaff blieb der
Prinz in dauernder freundlicher Verbindung, ebenso mit den ihm attachierten badischen und w�rttembergischen Stabs-
offizieren. Zum Hauptquartiere geh�rte auch der Prinz Fnedrich-Aarl von Preu�en mit zwei Adjutanteil, das so mit
den Chefs der Artillerie und der Ingenieure, der Intendantur und sonstigen Verwaltungsbeamten und der prinzlichen
Dienerschaft von 55 A�pfen bei der immerhin nicht eben bedeutenden Truppenst�rke der Gperationsarmee, zirka
53000 Mann, ein ebenso vielk�pfiges wie buntes Vild bot.
Mit hohem �krnste und fester Entschlossenheit trat der Prinz seinen Uriegszug an: �Preu�ens Stern kann
nicht untergehen; sollte es die Vorsehung dennoch beschlossen haben, so werden die Hohenzollern wenigstens mit Ehren
zu fallen wissen und die Treuen mit ihnen: Gott mit unsl" schrieb er einem besorgten Patrioten; und an GIdwig
von Natzmer: �Ernste Tage stehen uns bevor. Die neue Arisis ist gewaltig." �
Vas Ariegsvertrauen der Truppen sich zu erwerben, setzte sich der Prinz mit bewu�ter Absicht dem feindlichen
Feuer mehr aus, als seine F�hrerstellung es bedingte. �Ich kann vor den Truppen nicht wegreiten, wenn zuf�llig
die Augew dahin kommen, wo ich halte", meinte er; oder: �Vie Truppen sehen mich zum ersten Male im Feuer,
und ich sie, und da mu� man sich gegenseitig kennen lernen." Einer jener badischen Stabsoffiziere schrieb sp�ter dem
Prinzen, wie er die tausend Gefahren mit angesehen, in welche der ritterliche Sinn, die aufovferndst selbstgew�hlte
Bestimmung ihn gef�hrt habe, wobei wohl auch auf das Attentat hingedeutet ist, dem der Prinz auf feiner ersten
Fahrt auf den Kriegsschauplatz, von Mainz nach Areuznach, am l3.Juni bei Nieder -Ingelheim ausgesetzt gewesen,
das der Prinz selbst zuerst f�r einen �Jagd-Unfall" ansprechen zu d�rfen glaubte, das aber sehr ernstlich auf ihn
gem�nzt war.
�
Nicht minder trug der Prinz F�rsorge f�r das �u�ere Wohlbefinden des Soldaten, f�r die Verpflegung, die
durch Jahreszeit und Fruchtbarkeit des Ariegsschauvlatzes ebenso erleichtert, wie durch die �u�erst mangelhafte Train-
Vrganisation erschwert war. Wie denn �berhaupt die in den Heereseinrichtungen hier hervortretenden M�ngel, und
zwar nicht etwa nur bei den Reichstruppen, sondern auch bei den preu�ischen Korps, namentlich bei der kandwehr
und bei den Verwaltungszweigen, f�r den Prinzen �u�erst fruchtbringende praktische Anregungen gaben f�r seine
Armee-Reformbestrebungen, die vollkommen durchzuf�hren das wichtigste Werk seiner ersten K�nigsjahre werden sollte.
Mitten unter seinen Soldaten zeigt uns den Prinzen unser 22. Bild, von Gskar wisnieski: �Vurlach,
25. Juni 56^9".
Nach rascher S�uberung der Rheinpfalz von dem lose zusammengef�gten �Insurgenten-Korps" hatte der
Prinz mit dem I.Korps den Rhein �berschritten � welcher Rontraft mit dem Rhein�bergange vom Januar <6^:
jetzt �vom linken zum rechten Ufer, um � Deutschland zu retten I" � und auch in Vaden die �H,rmSe 6e la libers"
unter dem polnischen �Insurgenten-Chef" tudwig Mieroslawski, den der soldatische Spott als �(^mmis vo^xeur
in Revolutionen" kennzeichnete, durch das Zusammenwirken der drei Korps in mehreren Gefechten vom Neckar auf
Karlsruhe zur�ckgedr�ngt. Hier war freilich der Kampf ein h�rterer; denn den aus allerlei Volk zusammengelaufenen
Freifcharen und den nur ganz mangelhaft ausgebildeten und fchlecht bewaffneten �volkswehren" gaben die abgefallenen
regul�ren badischen Truppen � an Mann � zum Teil in ihren alten geschlossenen Regimentsverb�nden
fechtend, einen festeren kern. Auch war ihre Artillerie, meist schweren Kalibers, den Gegnern �recht unangenehm".
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