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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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von Rleist, welcher die donneurs hatte machen lassen, heran uni� sagte: �Aleist, bas werde ich nie vergessen." Der
Hauptmann von Aleist k��te Seiner Majest�t ehrfurchtsvoll die Hand. Viese bewegten Worte Seiner Majest�t fanden
einige Cage sp�ter eine besondere Erl�uterung. Die Wachkompagnie, welche zum gr��ten Teile aus Mannschaften
Seines \. Garde Regiments zu Fu� formiert war, ist die erste Truppe unter dem Gewehre gewesen, auf welcher das
K�nigliche Auge nach der Vereidigung des Heeres ruhte."
Unser 32. Vild zeigt uns den Moment, wie der Hauptmann Christian-Ewald-keopold von Aleist, der bis
zum Aommandicrenden General aufstieg, des ersch�ttert sich abwendenden K�nigs Hand ergreift; in der Front stehen
am rechten Fl�gel die Grenadiere der ?eib -Compagnie, von der zum Honneur gesenkten Fahne ab F�siliere vom
tchr-Vataillon � die lichten gl�nzenden R�ume des runden Marmor-Saales, der auch Adolf Menzels �Tafelrunde"
zum Schauplatze dient, bilden einen stimmungsvollen Kontraft zu den umflorten Abzeichen � einer weiteren Erl�uterung
bedarf es nach jenen anschaulichen Erz�hlungen nicht. Ebensowenig das 33. Vild, das uns den im Schlaf- und
Sterbezimmer Friedrichs des Gro�en im offenen Paradesarge aufgebahrten K�nigFriedrich-Wilhelm IV. zeigt, in der
Uniform des I.Garde,Regilnents zu Fu�, den Hermelinmantel �ber die F��e gebreitet, das Eiserne Areuz auf der
Vrust, wie auch der vor ihn, stehende K�nig Wilhelm, der dazu das Blaue Areuz des Pour le m�rite von tr�gt.
Ver friedliche Gesichtsausdruck des verewigten K�nigs ist ebenso gut aufgefa�t, wie die tiefernsten Z�ge seines Nach-
folgers, die das Bewu�tsein der ganzen Schwere �berkommener Verantwortlichkeit zu tragen scheinen.
Denn dies war die Grundstimmung A�nig Wilhelms, der er unter anderem an Gldwig von Natzmer Ausdruck
gab: �Ver gewaltige Abschnitt meines Gebens, der mich noch sp�t 'im Alter trifft, war zwei Jahre lang vorbereitet;
aber dennoch ist der Abstand gegen fr�her gewaltig. Ein freudiger ist er um so weniger, weil in so vorger�ckten!
Alter nur noch wenig Erfolg einer gewissenhaften und treuen T�tigkeit zu erleben m�glich ist.
Vennoch gehe ich getrost und Gott vertrauend meinen Gang und bete, da� Gott Preu�en unter meiner
F�hrung nicht zur�ckgehen lassen m�ge. � Fais ce que dois, advienne que pourra ist nieine Vcvise."
Auch die �u�eren A�nigspflichten h�tten ein versinken in Trauer und Zweifel nicht zugelassen. In ihrer
Aus�bung zeigt den A�nig unser 3H. Vild, von Paul V�rde: �Er�ffnung des Allgemeinen Landtages der Monarchie
nach der Thronbesteigung ani Januar
Nach dem gedruckten �Programm f�r die Feierliche Er�ffnung des Allgemeinen Landtages in Verlin am
Montag, den Januar verlief die Feier wie folgt:
Nach dem Gottesdienste um Uhr versammelten sich die Mitglieder beider H�user des Allgemeinen kand-
tages im Wei�en Saale des K�niglichen Schlosses gegen Uhr, ebenso die Staatsminister, die Generalit�t und
die h�chsten Beamten, sowie der K�nigliche Hof.
Vom Ritter-Saale aus erschien dann der A�nig mit gro�em Gefolge; vor ihm wurden die Reichsinsigmen
getragen, das Reichspanier von dem General-Feldmarschall Frhrn. von wrangel, begleitet von den General-
adjutanten Gustav von Alvensleben und Frhrn. Edwin von Manteuffel; rechts davon die Arone auf einen� Kissen
von drap d'or, getragen von dem General der Infanterie F�rsten Wilhelm Radziwill, und der Reichsapfel auf
einem Kissen von drap d'argent, getragen von dem Generaladjutanten General der Infanterie Aarl von Grabow;
links vom Panier das Zepter auf einem Kissen von drap d'or, getragen von dem Generaladjutanten General der
Kavallerie Grafen Karl von der Groeben, und das Reichsschwert, getragen von dem Generaladjutanten General
der Infanterie Friedrich von tindheim; zwei Gardes-du-Eorps-Vffiziere dienten den Reichsinsignien zur Eskorte.
Im Wei�en Saale nahm der A�nig auf dem Throne Platz, rechts hinter ihm standen wrangel mit dem
panier, links kmdheim mit dem Schwert, w�hrend Krone und Reichsapfel auf die rechts stehenden, das Zepter auf
das links stehende Taburett niedergelegt wurden.
Dann hielt der A�nig die bedeutsame Thronrede, die, wiederum auf die Notwendigkeit der Armeereorganisation
eindringlich hinweisend, der tandesvertretung die Erwartung aussprach, sie werde �sich der Unterst�tzung von Ma�nahmen
        
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