Path:
Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

71
General
-Feldniarschalls Graf Karl Friedrich^Emil zu Dohna-Schlobitten; i,n Hintergr�nde im Frack der Minister
Pr�sident Frhr. Gtto von So der einfache Verlauf des welthistorischen Moments.
�Allen ist ein Stein vom herzen � mir aber ist er zugew�lzt worden" � bas war und blieb des Prinzen
vorwiegendes Gef�hl hierbei; �jede Stellvertretung in jedem Verh�ltnis ist etwas peinliches, wie viel mehr die eines
Monarchen", schrieb er an Vldwig von Natzmcr. Aber seiner Pflichttreue tat das keinen (gintrag; dein Gro�
or5 3 Friedrich Franz II. �on Mecklenburg 'Schwerin erkl�rte er: �Die schwere V�rde, die mir �berkommen ist,
trage ich willig, zum Vesten des K�nigs un&, so Gott will,nicht Zum Nachteil des Landes."
So sehr er sich durch die R�cksicht auf den A�nig in seinen Regierungshandlungen gehemmt f�hlte, so war
er doch entschlossen, vor Ablauf eines Jahres an eine �nderung der Stellvertretung in eine wirkliche Regentschaft nicht
heranzutreten. Aber das Jahr verging, und der Zustand d.'S A�nigs lie� eine dauernde Vefserung nicht mehr erwarten.
Die Initiative nahm der Prinz auch jetzt nicht, aber nach seinem vom Wohle des Vaterlandes geleiteten Willen geschal.
es, da� der Aonigin die zweite, noch schwerere Aufgabe auferlegt wurde,
den A�nig zu dieser Selbstentsagung zu verm�gen. Auch dios gelang ihr,
traft ihres zarten Taktgef�hls �berraschend einfach, gut und zufrieden
stellend, durch die Vrdre aus Sanssouci vom ?. Oktober die der
A�nig wiederum bewu�t unterschrieb, wie seine nachfolgende schmerzliche
Ersch�tterung ergreifend zeigte. Durch diese Grdre ersuchte der A�niZ,
bei seiner immer noch fortdauernden Verhinderung, die Regierung zu
f�hren, den Prinzen: �so lange, bis Ich die Pflichten Meines A�nig.
lichen Amtes wiederum Selbst werde erf�llen k�nnen, die A�nigliche
Gewalt in der alleinigen Verantwortlichkeit gegen Gott, nach bestem
wissen nnd Gewissen in Meinem Namen als Regent auszu�ben und
hiernach die erforderlichen weiteren Anordnungen treffe?! zu wollen."
Nunmehr wirklich verantwortlicher Regent, durfte der Prinz
nicht z�gern, die Regierung nach seinen eigenen Grunds�tzen, nicht mchr,
wie bisher, fast �ngstlich in den Geleisen, die sein K�niglicher Vruder vor-
gezogen, und mit denselben Ratgebern zu f�hren. Am 5. November
wurde das �Ministerium Mantcuffel", dem nun einmal das Stigma
5fkiLiriuinje mit ben iMRm�f�cti K�nig ,^iirhrirfj^irilhdmsIV. unb
ftrs Hrgenteti ptlrtjpii�uill'cltn auf bit�Er�ffttimg &f?Iinfsrlifiiiifda'ti
der �Reaktion" anhaftete, entlassen, und der F�rst Aarl Anton zu Hohenzollern Sigmaringen, bisher Divisions
Aommandeur in D�sseldorf, zum Pr�sidenten des Staatsministeriums ernannt und die von diese�! - nat�rlich nur formell-
vorgeschlagene neue Ministerliste am 6. November best�tigt. Nur zwei Minister des Manteuffel'schen Ministeriums
blieben im Amte: der handelsminister Frhr. August von der Hevdt und der Juslizministcr !>. k. Simons; sonst
waren es durchweg �neue M�nner", diese Minister der �Neuen Aera", unzweifelhaft durch das pers�nliche vertrauen des
Prinzen berufen und ebenso gewi� alle von geistiger Qualit�t, redlichem willen und freier Gesinnung. Dein Minister
Pr�sidenten zur Seile trat der Jugendfreund des Prinzen Rudolf von Auerswald als Staatsminister; als Ariegsminister
wurde der kommandierende General des VII.Armeekorps Eduard von Vonin berufen; zum Minister des Inneren
Eduard
-Heinrich von Flottwell, der energische Gberpr�sident von Posen, der bald, am 5. Juli durch den Grafen
Maximilian Aurt von Schwerin Putzar abgel�st wurde; als Kultusminister Moritz August von Vethmann Hollweg, der
Gro�vater des jetzigen Reichskanzlers Chcobald von Vethmann Hollweg; als Finanzniinistcr Frhr. Erasmus-- Robert
von Patow; als Landwirtschafts minist er Graf Erdmann von P�ckler; das Ministerium der Ausw�rtigen Angelegenheiten
wurde den� Frhrn. Alexander von Schleinitz anvertraut, dem sp�teren langj�hrigen Hausminister. Zwei Cage nach
diesen Ernennungen, am 3. November fand die erste Sitzung des neuen Staatsministeriums statt, in welcher der
Prinz Regent eine Ansprache vortrug, die mit Recht als sein �Regierungs Programm" bezeichnet werden kann. Diese
bedeutsame Sitzung stellt unser �u, 25ild, von Paul V�rde, dar: �Ansprache an das Ministerium am 8.November >858".
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.