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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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lag dem Prinzen allerdings v�llig fern: schon damals erkannte er, da� nicht mit Reden und Beschl�ssen, sondern,
wie es sein gro�er Minister Vismarck sp�terhin in dem gefl�gelten Worte aussprach, �mit Vlut und Eisen" die
deutsche Einheit herbeigef�hrt werden m�sse. 3n jenen Tagen schrieb der Prinz an seinen getreuen �lottrig von Natzmer:
�wer Deutschland regieren will, mu� es sich erobern. Da� preisen bestimmt ist, an die Spitze Deutschlands zu
kommen, liegt in unserer ganzen Geschichte. Dem Himmel sei Dank, da� der blaue Rock, wo er sich zeigt, bisher
immer noch siegt. M�ge es so bleiben." Und es sollte so bleiben � unter feiner F�hrung!
Eben jene parlamentarische Verfassung, die Preu�ens A�nig verwarf, rief die demokratischen, im Grunde
republikanischen Elemente in Deutschland, einheimischen und fremdl�ndischen Ursprunges, zu den Waffen, unter der
popul�ren tosung ihrer Durchf�hrung gegen die widerstrebenden F�rsten. InS�ddeutschland fanden sie wohlvorbereiteten
Voden zu dieser Erhebung; in der Bayerischen Rheinpfalz und in Vaden
� dessen Gro�herzog sogar die Reichs-
verfassung anerkannt hatte, so da� jener �nationale" Vorwand also fehlte � unterlagen bei dem wenig ausgepr�gten
Staatsbewu�tsein dieser vor kaum Jahren k�nstlich zusammengeschwei�ten (andesteile die Regierungen widerstandslos
ihrem Anst�rme, wie schon in Mitteldeutschland, in Dresden, und im eigenen kande, in Schlesien und in Westfalen,
es geschehen, konnte auch hier nur Preu�ens starker Ann helfen, und der Prinz voll Preu�en hatte das Schwert zu
f�hren, das hier allein entscheiden mu�te.
Die erfolgreiche und umfassende T�tigkeit in diesem siegreichen Feldzuge mit seinen ungew�hnlichen Anforderungen
lie�en die bitteren Erinnerungen an die M�rztage des vergangenen Jahres erblassen, und sie ward dem Prinzen doppell
wert, weil ihm hierdurch die ersehnte Gelegenheit geboten war, bei der Armee, der er nach wie vor mit ganzer Seele
angeh�rte, neben den: Friedens-Vertrauen, das er in 53 Friedens- Dienstjahren sich bei ihr verschafft zu haben
bewu�t war, nun auch das Kriegs -vertrauen zu gewinnen. Das ward ihm jetzt im reichsten Ma�e zuteil, und
der Freude hier�ber entspricht es wohl auch, da� in unserer Aquarell-Sammlung diesem kurzen Feldzuge viei Silber
gewidmet werden.
Am ?. Juni traf der Hilferuf des aus seinem kande vertriebenen Gro�herzogs Leopold von Baden in
Verlin ein; am 8. �bertrug A�nig Friedrich-Wilhelm IV.das Kommando dem, am September zum General
der Infanterie bef�rderten, Prinzen von Preu�en, der am Juni abreiste und am in Mainz den (Op�rations-
plan mit den ihm unterstellten Aommandierenden Generalen verabredete. Neben zwei preu�ischen Aorps, unter den
Generalleutnants Moritz von Hirschfeld und Graf Aarl von der Groeben, war seitens der �Reichs-Central-Gewalt"
ein �Neckarkorps" aufgestellt worden, das. bei einer St�rke von Mann, aus Rontingenten von nicht weniger
als zehn deutschen Staaten und St��lchen sich zusammensetzte und von dem �Reichskriegsminister", dem preu�ischen
Generalleutnant Eduard von peucker gef�hrt wurde. Vesondcre Feldherrngaben sind keinem dieser drei Generale
zuzuschreiben; so trat bei den: alten Towarzysz Groeben der Konsequenz der Vefehlsf�hrung seine eigent�mliche Vst-
preu�ische Aufgeregtheit entgegen, w�hrend bei dem im Ariegsministerium gro�gewordenen peucker die unabweisbare
politische Notwendigkeit entschied, durch die auf seiner Person beruhende Dualit�t als Reichs-General die Truppen
so verschiedener �Souver�ne"
� Aur- und Darm-Hessen, Vayern und w�rttemberger, Mecklenburger und Nassauer,
Frankfurter und Hohenzollern-liechtensteiner, dazu ein preu�isches Vataillon � zusammenzuhalten, trotz der von vorn-
herein obwaltenden Zweifel an der Energie seiner Truppenf�hrung.
So geb�hrt das Verdienst des raschen und durchgreifenden Erfolges dem Prinzen von Preu�en, so sehr dieser
selbst auch wieder und wieder, neben Gottes Veistand und der Gunst des Gl�ckes
�
�Niemand braucht mehr Gl�ck
als der Soldat!" � den un�bertrefflichen Geist und die Tapferkeit der Truppen als das entscheidende Moment
hervorgehoben hat.
Seiner unmittelbaren Umgebung in diesen: Feldzuge � wir werden sie auf unseren Aquarellen wiederfinden �
bewahrte der Prinz fortdauernd sein besonderes Vertrauen; dazu geh�rten seine pers�nlichen Adjutanten, Hauptmann
Hermann von Noyen und Rittmeister Graf Aarl-Fnednch von der Goltz; sein Hofmarschall Graf Hermann p�ckler, der
sp�tere langj�hrige Gber-Hof- und Haus-Marschall des Aaisers (gest. sein Aorrespondenz-Sekret�i Ferdinand Vorck;
        
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