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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Chef in Koblen3, auf dem R�ckmarsche aus Frankreich; am 20. und 2\. Dezember \8\8 f�hrte er es in Potsdam
und in Berlin vor dem "K�nige vorbei und geleitete es am 27. Dezember bis Friedrichsfelde bei seinem Abr�cken nach
seinen Schleichen Garnisonen Glogau, Schweidnitz und Ciegni^. � Vie bewegten letzten Jahre hatten das Regiment
in die verschiedensten Gegenden Deutschlands auf den plan gerufen, nach Posen, nach Dresden und Erfurt, nach
Schleswig und nach lUetflettburg. Bei dem in Aurhessen drohenden Aonflikte passierte zun�chst, Ende Oktober
das J�ftlier*Bataillon Berlin, vom Prinzen empfangen und geleitet, um �ber Erfurt zur Division des F�rsten
Radziwill zu sto�en. Am Abende des \.November \850 trafen, von Mecklenburg her, das und 2. Bataillon des
Regiments in Berlin ein; die Fahnen wurden in das Palais des Prinzen gebracht, der am 3. November das Vffizicr-
korps empfing, weiteren Veranstaltungen trat der vorgeschobene Abmarschbefehl entgegen, Am 5, November abends
6 3/4 Uhr standen die beiden Bataillone �in rechts abmarschirter Kolonne" auf dem Gcnsdarmcn-Markte ; es regnete
leise und die Stra�enlaternen verbreiteten ein nur schwaches kicht �ber Me Mannschaften, als um 7 Uhr der Prinz
von Preu�en mit dem Genera! von wrangel und zahlreichem Gefolge erschien. Ein lautes Hurrah empfing ihn.
Der Prinz ging durch die Glieder, bewilligte den Leuten das Revue-Geschenk, sprach dem Regiments -Kommandeur
sein Bedauern, das Regiment jetzt schon aus Berlin zu verlieren, und die Neberzcugung, da� dasselbe sich gut schlagen
werde, aus, und nahm den Vorbeimarsch in Sektions ab."
Wohl zu Strapazen, aber nicht zu Ariegstaten ward damals das Regiment berufen ; die Glm�tzer Punktation
vom 29. November 5 350 machte alle deutschen Aspirationen Preu�ens zunichte. Wir werden dem Regiinente noch
auf einem sp�teren Aquarell unter gl�cklicheren Auspizien wiederbegegnen. .t
Die eben, nach der Regimentsgeschichte, geschilderte Situation gibt unser Aquarell anschaulich wieder. Die
d�stere Stimmung, die �ber dem ganzen Bilde waltet und die ohne Zweifel damals die vorahnende Seele des Prinzen
beherrschte, spiegelt sich in seinen ernsten Z�gen wieder, wie er, in der Regimentsuniform, von dem Regiments-
kommandeur Vdcrst Aarl v. 2Nauschwitz geleitet, die Fahne gr��end, die stattliche Front abschreitet. Hinter ihm,
gleichfalls die Hand am Stahlhelm, zeigt sich die markante Gestalt des Generals der Kavallerie, Frhrn. Friedrich-
Heinrich-Ernst von wrangel, des sp�teren Fcldmarschalls und Grafen, Kommandierenden Generals des III.Armee-
korps, im blauen Roller seiner Gstpreu�ischen A�rassicrc. Der tr�be Taternenschein l��t gerade noch die Giebel-Fassade
des Schauspielhauses im Mittelgr�nde erkennen, links den Gontardschen Turm des Deutschen, rechts die S�ulen
des Franz�sischen Domes.
In hellen Sonnenschein f�hrt uns das 28. Bild, von paul B�rde: �(egung des Schlu�steines zum
Wilhelms-Thurm auf der Burg Hohenzollern am 5'"' Oktober 1856." Und es war auch ein froher Tag f�r den
Prinzen, als auf dem hochragenden Zollcrnberge die wehrhaften ZUaueru und T�rme des Befeftigungsbaues, zu den, er
sechs 3 re zuvor, am 23. September den Grundstein gelegt, nun im Au�enbau vollendet dastanden, und dem ihm
zu Ehren auf des "K�nigs Befehl �Wilhelmsthurm" benannten h�chsten Bollwerke der Burg der Schlu�stein eingesetzt
wurde. Wohl durfte er sich sagen, da� seine Ariegstaten von \8ty wesentlich dazu beigetragen hatten, die F�rsten
von Hohenzollern zur Abtretung ihrer (ander Hechingen und Sigmaringen an Preu�en zu bestimmen, dessen starker
Arm, den sie damals in n�chster N�he kennen gelernt, ihnen wohl die Gewahr f�r die Wiederherstellung dauernder
staatlicher Ordnung in den durchw�hlten F�rstent�mern bieten durfte. Auch da� nun im �lVehrhause" der Stammest
burg dauernd eine preu�ische Besatzung bleiben konnte, wird das Soldatenherz des Prinzen erfreut haben; in den
ersten Jahren lag dort eine Kompagnie des Garde-Sch�tzen-Vataillons � der alten �Neuchateller Sch�tzen" �, dann
abwechselnd eine preu�ische Kompagnie der Garnisonen Mainz und Rastatt, seit J87J eine Vadische Kompagnie von
dem Aonstanzer Infanterie-Regimente Nr. [\%, das den Namen �Aaiser Friedrich III." tr�gt.
Ueber die Vaugeschichte gibt die im Namen des A�nigs ausgestellte, in den Turmknopf niedergelegte
Urkunde vont I.Oktober ;S56 kurze und zuverl�ssige Runde:
        
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