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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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der Dunkelheit leuchtenden Nebelschleier. Auch bas Schlo� hoch auf dem Verge gew�hrte, durch den Flammcnschcin
beleuchtet, einen malerischen Anblick, indem seine gothisch- normannische Architektur sich hell und deutlich auf dein
dunklen Horizont hervorhob." . .. Von der Vr�ckc her bot sich �der Anblick einer bengalischen Veleuchtung der
fontaine in blauem un 6 rotten Flammenschein, welcher die Wirkung diese? phantastischen Aunstbildes noch erh�hte.
Wahllose Nachen und Gondeln, mit Menschen besetzt, bedeckten M� erleuchtete Wasserfl�che, uud von der Btflcfe herab
ert�nte abwechselnd die Musik von zwei Militairmusikch�ren."
Unser Vild gibt f�r diese Feier eine wohlgelungeue Illustration; auch die Veleuchtungseffekte hat der A�nstler
gut wiedergegeben. Vie Gondel im Mittelgrunde, uuweit der Fontaine, die heute noch bei festlichen Veranlassungen
in T�tigkeit gesetzt wird, mit dein roten Baldachin, tr�gt wohl den Prinzen, um den sich die �brigen Gondeln jetzt
zu versammeln scheinen. Die Fenster des schl�sse-; sind 511111 Teil erleuchtet.
r?ticti diesem erlief? stark bewegtem Jahre kam f�r den prinjcii, hit als 2HiIit�v (Sou�crncur der KE?tin
Kinde und v�on �Doftfaktt jumeifi in Koblens residierte, eine an �u�eren Ereignissen �rmere, an inneren Erlebnissen
aber um fo reichere Periode. 3lllt110r niehr sah sich der prinj veranla�t, m�t politischen Dingen sich 511 besch�ftigen,
und je intensiver er es tat, in um so st�rkeren Gegensatz trat er 511 seinem k�niglichen
Bruder, was nicht ohne schmerzliche Ersch�tterungen bleiben konnte, wenn auch der
Zusammenhalt immer, wieder hergestellt wurde, dank vor allem, wir d�rfen es aus?
sprechen, der wahrhaft k�niglichen 11116 br�derlichen (�efinnung Friedrich-Wilhelms IV.
23ci dem sch�rfsten politischen Konflikte, w�hrend des Arimkrieges, wird das unbefangene
historische Urteil heute auf Seiten des K�nigs stehen; der Prinz war doch nicht in alle
F�den eingeweiht, und wegen feinem Entferntsein von� Zcntralpunkte auf nicht immer
zuverl�ssige Berichte angewiesen.
AnEhrungen fehlte es dem Prinzen auch in diesen Jahren nicht; am 20. M�rz j85H
ernanute ihn der A�nig zum �General Gbersten der Infanterie mit dem Range eines
General- Feldmarschalls": �um E. A. H. einen Veweis des Vertrauens zu geben, zu
welchen� Mich Ihre bew�hrten milit�rischen Tugenden berechtigen, und dadurch zugleich
am <,
die Waffe, in welcher Sie so r�hmliche Dienste geleistet haben, geb�hrend zu ehren." Das patent wurde auf de�
\. M�rz vordatiert, uud eine Kabiuets-(Dr6re vom 50. M�rz !^85H bestimmte als Abzeichen in den (Epauletts
drei Sterne. Bei seinem f�nfzigj�hrigen Milit�r-Jubil�um am (,3anuar wurde er zum Ehef des 7. Husaren
Regiments ernannt, der Vomier A Husaren, heute �?^ufaren. Regiment K�nig Wilhelm I, Rheinisches) Nr. ?";
der K�nig �berreichte ihm einen Ehrendegen, die (Dffi$iere der Armee einen silbernen Ehrenschild, die �alten Krieger"
einen fuuswollen silbernen l)elm, so da� der j?rinz, wie der K�nig in feinem Trinkspruche sagte, durch Helm, Schild
und Schwert heute den echten und vollkommenen Ritterschlag erhielt. �Fast �berw�ltigt" von so vielen Vcweiscn von
Ciebe, Anh�nglichkeit uud Verehrung schrieb der prin$ danach: �Da� ich mit treuem und redlichem willen gedient
habe, davon ist die Armee oft 11116 lange .Heuge gewesen-, ob ich etwas leistete, stehet nicht bei mir zu entscheiden,
jeden Falls nicht so viel, als ich daf�r Ehre und Auszeichnung empfing!"
Jene, den Prinzen im Grunde hauptf�chlich besch�ftigende?, politischen Vorg�nge vermag die Aquarell
Sammlung nicht widerzuspiegeln. Immerhin f�hrt uns das 27. Vild, von Gskar wisnieski: �Ver f>rinz von
Preu�en besichtigt sein Infanterie, Regiment Nr. ? am 5. November auf dem Gensdarmen -Platz, als sich
dasselbe per Eisenbahn nach (^hur-k)essen in Marsch setzt", mitten in eine der ernstesten Avisen hinein, die der Prinz
mit seinem Preu�en damals durchmachte: in die Cage von Vlm�tz.
Am c,.Iuni war der gerade in St. Petersburg weilende Prinz zum Thef dieses ?. <2. westprcu�ischen)
Infanterie Regiments ernannt worden, das noch bei der Okkupationsarmee in Frankreich stand, und seitdem in steter
        
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