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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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in Pflicht und Treue wankend zu machen, so hat der Harne des Prinzen pou Preu�en, als ihr F�hrer, gewi� dazu
beigetragen, da� der Eid des Soldaten unbefleckt blieb, und da� jeder getreu der Fahne folgte, So mu� aber auch
General und Soldat zusammenstehen, wenn etwas Gro�es und Sch�nes herauskommen soll."
wie der Prinz selbst f�r die Armee empfand und worin er das Wesentliche f�r ihr, und damit f�r des
Vaterlandes Heil erkannt, dein hatte er am sch�nsten und tiefsten bereits in: Dezember Ausdruck gegeben in
seiner von flammendem Eifer f�r ihre Intakterhaltung getragenen Gegenschrift gegen die von der Deutschen National-
versammlung entworfene deutschen wehrverfassung: �Nie vielleicht hat eine Armee vom Schicksal so Schweres zu
erdulden gehabt, als die Preu�ische in diesem verh�ngnisvollen Jahre I Verh�hnt, verspoltet, von allen Aunstgriffen
der Verf�hrung umstrickt, hat sie felsenfest und unersch�ttert in ihrer Gesinnung und Disziplin dagestanden, hat ihre
Schuldigkeit gegen jeglichen Feind mit einer Treue und Hingebung gethan, welche dieser stets hochgestellt gewesen
Gruppe aufs Neue die Bewunderung der Welt erworben. Aber auch da, wo sie bisher unbekannt auftrat, wurde
ihr ungetheilte Anerkennung von Freund und Feind, und zwar wie man versichert, in einem h�heren Grade als sie
Truppen anderer deutschen Staaten zu Theil wurde, worin wurzelt diese Thatkr�ftigkcit, Ausdauer und Treue, welche
solchen Eindruck hervorbringen kann ? N�chst der Gesinnungst�chtigkeit, welche in der gro�en Mehrzahl des preu�ischen
Volkes herrscht, allein in der Erziehung, welche dem preu�ischen Soldaten zu Theil wird, in der Dauer derselben,
durch welche es �berhaupt m�glich wird, wahre Soldaten-Tugenden zu erzielen. Es ist der milit�rische Geist,
der sich in allen Graden ausspricht und der, von einem un�bertrefflichen Vfsiciercorps getragen, sich �ber alle Glieder
des Heeres ausbreitet."
Nicht �berall in S�ddeutschland, das sein guter Degen befreit oder vor Umsturz noch gerade rechzeitig bewahrt
hatte, fand der Prinz dauernde Dankbarkeit; nur aus Baden erklang sie ihm immer wieder, und dankend schrieb er
dem neuen Gro�herzoge Friedrich, der sein Schwiegersohn geworden, da� das Verwerten des ihm gewordenen Pfundes
f�r Baden zu den h�chsten Befriedigungen seines milit�rischen Gebens geh�re. Das in den: bereits angef�hrten Briefe
Gl�wig von Natzmer's � vgl. Hohenzollern S. � ihm gespendete Tob seiner milit�rischen
Leistungen �bertrug der Prinz in seiner Antwort auf seine Lehrmeister: �Alle diejenigen, welche sich bewu�t sind, mir
auf meiner kriegerischen kaufbahn lehrreich beigestanden zu haben, m�ssen meine, unter Gottes Beistand errungenen
siegreichen Ereignisse (?) mit gefeiert haben, als ihr eigenes Werk, da sie den Z�gling zum ersten Mal im Ernst
bestehen sahen!"
So war seine eigene Bescheidenheit durch alle Erfolge nicht im mindesten ber�hrt worden. Bei der R�ckkehr
nach Vabelsberg an: Oktober 59^9 fuhr der Prinz sogleich nach Berlin: �um den morgenden Einzug des
Berliner Garoe-tandwehr-Vataillons, aus dcr Vabenschen Campagne zur�ckkehrend, als nicht auf mich beziehend (!)
gelten zu lassen." INit gemischten Gef�hlen sah er auf dieser Fahrt, wie sein Palais zu dcr bevorstehenden Feier mit
Guirlanden geschm�ckt wurde: �und was schrieb inan am 20. Ai�rz daran?"; �wie kann man sich t�uschen
�ber die Gesinnungslosigkeit der Massen". F�r die Truppen aber freute ihn doch der festliche Empfang, und einer
pers�nlichen Huldigung vermochte er sich auch nicht zu entziehen, die ihm am Abende des Oktober von den
Einwohnern und der Garnison Potsdams dargebracht wurde; sie stellt unser 26. Bild, von A. Dre�ler, dar:
�Wasserfahrt, Illumination und Feuerwerk auf der Havel am Vabelsberg zur Feier der R�ckkehr des Prinzen von
Preu�en vom Feldzug in der Baierschen Pfalz und in Baden."
Bereits im vorhergehenden Jahre, nach der R�ckkehr des Prinzen aus England, hatte eine �hnliche Feier
stattgefunden, am 50. Juni veranstaltet von den Potsdamer Offizieren, vom Prinzen selbst nur z�gernd angenommen,
da sie als Demonstration aufgefa�t werden k�nne, dann aber doch dankbar begr��t, freilich mit besonderen� Nach-
drucke, um jedem Gegensatze zwischen sich und dem K�nige von vornherein die Spitze abzubrechen, auf diesen
hinweifend, dem man vertrauensvoll auf seinen wegen folgen m�sse. Diesmal nun war keinerlei Widerspruch gegen
solche �Demonstration" zu besorgen, und die Feier gewann noch dadurch ihre besondere offizielle Weihe, da� A�nig
Friedrich-Wilhelm IV. selbst an ihr pers�nlich teilnahm, von Sanssouci aus fuhr er um halbsieben Uhr abends nach
        
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