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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

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ein kleiner kobeshymnus, den er 26 Jahre sp�ter auf bas staatsm�nnische (Sente des F�rsten Aaunitz anstimmte, und
den er mit Absicht unchiffriert ergehen lie�, 6aintt er, sobald der Erla� in �sterreich ge�ffnet wurde, sicher zur
Kenntnis des Staatskanzlcrs gelangte; denn da� dieses feine Absicht war, erkl�rte Friedrich in dem folgenden chiffrierten
Teile der Grder seinem Gesandten ausdr�ckliche
was endlich den Verkehr mit den Kabinettsministern betraf, so beschr�nkte sich der K�nig auf einen schrift-
lichen Meinungsaustausch; nur feiten, nur bei weittragenden Entschlie�ungen berief er sie zu m�ndlicher Abrede zu
sich, aber mehr als eine beratende Stimme hat er ihnen nie zugebilligt, die Entscheidung stets sich selber vorbehaltend.
Charakteristisch f�r die Stellung der Kabinettsminister ist ferner die Tatsache, da� Friedrich keineswegs von Anfang an
sie fortlaufend �ber den Gang der Politik unterrichtete. Zun�chst waren es vielmehr nur die Kabinettsr�te, die ihnen
zu pers�nlicher Information Abschriften der wichtigsten, an die Gesandten gerichteten Kabinettserlasse zustellten. Erst
seit Herbst beginnt der K�nig, die nach Petersburg, Wien und Konstantinopel ergehenden Kabinettsorders dem
Grafen Finckenstem zur Kenntnisnahme abschriftlich mitzuteilen.
wenn nun auch, wie erw�hnt, die Gesandten ihre Verichte an das Departement einzusenden hatten, so siel
den Ministern in der Korrespondenz, die sie ihrerseits mit jenen f�hrten, doch nur dis untergeordnete Aufgabe zu,
sie nach den Gesandtschaftsbenchten �ber die Vorg�nge auf dem politifchen Theater Europas auf dem laufenden zu
erhalten. Nur in dem Falle erhielten die Ministerialerlasse wirkliche Vedcutung, da� etwaige in den Konferenzen
m�ndlich erteilte Vefehle des K�nigs zu �bermitteln waren; vor allem trifft das f�r die ersten, allgemein orientierenden
Instruktionen bei Verhandlungen �ber Staatsvertr�ge zu, die in der Regel in, Ministerium entworfen, dann aber dem
Monarchen zur Genehmigung vorgelegt wurden. Vie geringe Wichtigkeit, die infolgedessen meist den Mimsterialerlassen
zukommt, gelangt auch dadurch zum Ausdruck, da� Friedrich sie nicht selber unterzeichnete; denn sie tragen au�er der
Unterschrift der Kadinettsminister lediglich den Kanzleivermerk: �p^r or
    
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