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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

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VleinotiZ des Kabtitetisrals f�r die Antwort,
auf dem Berief* des Grafen Finckenstein,
Berlin U- November 1772:
Ausfertigung des Erlasses an Graf ettftettt,
Potsdam \2, November (772:*
Je regarde le nouvel orage qui se forme dans le Nord, sous Ic
m?me point de vue que vous venez de l'exposer dans votre rapport
d'hier, et vous avez bien raison de dire qu'il n'y a pas moyen de
l'�viter. En effet, l'entreprise du roi de Su�de est trop grave pour
oser se flatter d'en pr�venir les suites par quelque n�gociation ou
quelque autre exp�dient. La guerre est in�vitable, et j'y serai envelopp�,
sans que je voie la moindre possibilit� de me retirer de ce labyrinthe.
La seule consolation qui me reste, c'est que ce n'est nullement ma
faute, et que, bien au contraire, je me suis donn� tous les mouvements
possibles pour conjurer cet orage et conserver la paix.
Ich sehe ebenso die sache, wie er' mir schreibet, und die
Unm�glichkeit, wie ich mich aus diesem labyrinth Ziehen kann.
Denn hier ist weder N�gociation nach nichts, wodurch man die Sarfje
arretiren sann. Vie Wahrheit 311 sagen, ist es auch ein wenig 311
grob, und ift meine schuld nicht.
Als ihm die Ausfertigung zur Unterschrift vorgelegt wurde, f�gte Friedrich eigenh�ndig die IDorte hinzu:
�Le style de mes secr�taires avec leur labyrinthe est pitoyable; mais j'esp?re que vous devinerez le sens
que je leur ai dict�."
liebt hier der K�nig geradezu Aritik an der Verunstaltung feiner Gedanken durch feinen Sekret�r, indem er
auf einen bestimmten, von ihm, wie man ficht, beim �Dict�t" selbst angewandten Ausdruck hinweist, so zeigt die n�chste
probe, wie er eine bereits innerhalb des Certes des Erlasses behandelte Idee nachtr�glich, bei Hinzuf�gung seiner
Namensunterschrift in eigenh�ndigem Zusatz weiter ausspinnt. Der Anfang des Erlasses an Finckenftein vom
31,. ZTl�x$ \?73* betrifft bai Friedenskongre� von Bukarest, durch welchen dem Kriege zwischen Ru�land und der
Pforte ein Ende gemacht werden sollte, und das voraussichtliche Scheitern des Kongresses infolge franz�sischer Umtriebe,
w�hrend die. zweite H�lfte einen Hinweis auf einen Bericht Beno�ts, des preu�ischen Vertreters in Warschau, vom 2%.
enth�lt. In dem Bericht war die Rede von den Wahlen der Tandboten zum polnischen Reichstag, der berufen war,
um die Abtretung der von den drei Teilungsm�chtcn, Ru�land, Gesterreich und f)reu�en, in 23ef?is genommenen Provinzen
zu best�tigen. 23enott schilderte seine Bem�hungen um das Zustandekommen der A)ahl g�nstiggesinnter kandboten,
sowie die Erfolge, die er bereits erzielt hatte und die er noch erwarten durfte; er schlo�: �Ich kann bis jetzt zufrieden
fein." 4 Diese selbstgef�llige Sprache weckte Friedrichs Spottluft. 3n dem Erla� an Jtncfenftein vom I�,. lie� er ihr
freien kauf und sprach daher, in klassischer Reminiszenz Beno�t und seine beiden Genossen, den russischen und den
�sterreichischen Vertreter mit r�mischen Triumvirn vergleichend, von dem �?on eines Triunivirn", den sein Gesandter
angeschlagen habe, um dann in eigenh�ndiger Nachschrift fortzufahren ;�Le triumvir Beno�t est admirable, il se croit
plus que roi de Pologne et se donne des airs que jamais comte de Toulouse a pris.5 Le pauvre gar�on, la
t?te lui tourne; il se croit ou un cardinal Xim�n?s ou un cardinal de Richelieu." Auch hier stellen wir dis Blei*
notizen des Kabinettsrats der nach ihnen aufgesetzten Order gegen�ber.
VleinotiZ des Kabittcttsrats
f�r die Antwort, auf dem Vericht des Grafen
Finckenstein, Verlin 30. M�rz (773:
Ausfertigung des Erlasses
an Graf Finckenstein, potsbam
3(. IH�rj H773;
Ich glaubte, dies Jahr w�rde noch compiieitier feyit als die
vorigen, wenn uicht durch eine� gro�en hazard der Friede mit den
T�rken geschlossen w�rde. Aus kleineu Zeitungen, die ich ans paris
h�tte, so schiene es, da� sie tu Frankreich hofften, sie w�rden eine
division zwischen uns und Ru�land und Mesterreich zuwege bringen
k�nnen, auch absonderlich, da� der Congr?s wirb rompiret werden.
Je suis Tort de votre avis sur le sort du congr?s de Bucharest,
et, ? moins qu'un grand hasard ne nous am?ne la paix, je crains
pour cette ann�e des sc?nes bien plus compliqu�es que les pr�c�-
dentes. Des bulletins de France annoncent la rupture de ce congr?s
comme immanquable et combien la cour de Versailles se berce de
l'id�e flatteuse de parvenir encore ? mettre la d�sunion entre moi et
les deux cours imp�riales.
En attendant, la d�p?che du sieur Benoit du 24 de Ce mois
m'a fort amus�. 11 y prend le ton d'un triumvir romain, et ce ph�no-
m?ne m'a paru fort plaisant h Varsovie.
7\bet M.Beno�t feine heutige relation w�re gut. Er schreibt
une cil!R�mfcher triumvir mis Warschau, h�tte mich des lachen?
nicht enthalte� k�nnen, (vgl. das Faksimile 5. ri.)
1 I"b�r Porlage verschrieben: �wie die er". �
' Abgedruckt: p. C. 33, 38. � ' Abgedruckt: p. C. 33, 418. �* Vgl.p. ?. 53, 45? Anm. 6. � ft Vie Be3ieb,ung diefer �fter? auf Beno�t angewandten VeZeichnung ist nicht ersichtlich. Das Geschlecht
der Grafen �on Toulouse, bas sich in den Areuzzugen hervorgetan hatte, war fchon 1,279 ausgestorben. Auch ein illegitimer Sohn
tudwigs XIV. f�hrte den Titel Graf von Toulouse; er geh�rte zu den reichsten M�nnern Frankreichs.
        
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