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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

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?f)iffcm gef�hrt wurde, �ber bu von ihm entfaltete politische T�tigkeit, und sodann eine ostensible, Me, im Stile von
Reisebriefen, seine pers�nlichen Eindr�cke von Tand und beuten schilderte, und die keinen anderen Zweck verfolgte, als
die Weh �ber die von ihm gespielte politische Rolle 311 t�uschen, (VqL die Faksimile Beilagen VIund VII.) (Eine
wesentliche Erg�nzung zu der Korrespondenz mit dem Prinzen Heinrich bilden die Briefe an Karl -Wilhelm. Ferdinand
von Vraunschweig, der bas ganz besondere vertrauen des K�nigs in milit�rischen, wie in politischen Fragen geno�.
Eine Korrespondenz mit dem Thronfolger, dein sp�teren K�nig Friedriche Wilhelm II. liegt nur aus dem
t)erbst {XQO vor, als dieser den Petersburger �)of besuchte, 3m �brigen sind es nur einzelne schreiben, die zwischen
ihm und feinem k�niglichen Gheim im Taufe der Jahre gewechselt worden sind'; denn ein n�heres Verh�ltnis
verband sie nicht.
Unter den Briefwechseln mit den Freunden sind an erster Stelle die mit Jordan und dem Marquis d'Argens
511 nennen. 2 Wag Friedrichs Seele in den zwei gr��ten Epochen seines Gebens erf�llte, ist in ihnen niedergelegt.
3u den schreiben an Jordan spiegeln sich die stolzen Haffnungen wieder, mit denen er \7^0 in den Kampf zog,
sowie die mannigfaltigen Eindr�cke, welche die wcchsclf�lle des Ersten Schlesischcn Krieges in ihm hervorriefen,
w�hrend in denen an d'Argens die Sorgen und schrecken bes Siebenj�hrig Krieges zum ergreifenden Ausdruck
gelangen. Dazu gefeilt sich der Briefwechsel mit Voltaire. Gleich dem an b^lembcrt A' r trug er einen philosophische
literarischen Charakter. Aber doch nicht nur bas geistige leben fetner Zeit, sondern auch die gro�en Ereignisse auf
dem Welttheater finden in dieser Korrespondenz ihr Spiegelbild. Sie lchrt uns ferner, welche reiche F�lle geistiger
Anregung Friedrich dem Dichter der �Henriade" und dem �Patriarchen von Ferney" verdankte. Durch die lange
Reihe der pers�nlichen Bekenntnisse endlich, Me uns tu biefeu Briefen begegnen, werden sie zum unsch�tzbaren Dokument
f�r die Tebensgeschichtc des K�nigs. Wieviel ihm dieser geistige Verkehr bedeutete, hat Friedrich selbst dadurch bezeugt,
da� er, obwohl im Felde weilend, es sich nicht versagte, f�r den Dahingeschiedenen den Nachruf 511 verfassen, der am
26. November 1778 in feierlicher Akademiesitzung zur Verlesung gelangte. 3n dieser kurzen Nebersicht darf schlie�lich
nicht die Erw�hnung der Schreiben an feine m�tterliche Freundin, die Gr�fin Camas 5, fehlen, die uns einen wunder-
vollen Einblick in die Tiefe seines Gem�tes gew�hren.
Im Anschlu� an den freundschaftlichen Briefwechsel des K�nigs sei noch der von ihn: an seinen Geheimen
K�mmerer Fredersdorf gerichteten Handbilletts gedacht, die f�r seine Art und Pers�nlichkeit au�erordentlich charakteristisch
sind. Sie liefern ein bezeichnendes Beispiel daf�r, wie er die deutsche Sprache handhabte und schrieb. Sein Stil hat
etwas Tapidarisches, der Ausdruck ist oft derb und humoristisch gef�rbt, w�hrend auf der anderen Seite die warme,
rein menschliche Empfindung in der r�hrenden Sorge um das leibliche Ergehen des getreuen Dieners zum Durch-
bruch kommt, (vgl. das Faksimile S. 5H.)
Auf der Mitte Zwischen Freundschaft und Politik bewegen sich die lange Jahre hindurch gepflegten Korre-
spondenzen mit einer Reihe fremder F�rstlichkeiten, von denen Wilhelm IV. von Granien uni� dessen Gemahlin Anna ?,
die Herzogin Dorothea van Sachsen Gotha", die Tandgr�fin Karoline von Hessen -Darmstadt^, die Kurf�rstin
Alaria-Antonia von Sachsen '� und schlie�lich die K�nigin-Witwe Juliane-Alane von D�nemark" an erster Stelle
genannt zu werden verdienen.
1 vgl. p. L. 25, 2�.). 532; 27, 5,5; 32, 522; 33, 335, � 2 V$\, tKuvres, B�. (7 und ,9. Der Briefwechsel mit Ueyserlingk
steht leider noch immer aus. F�r die �brigen Korrespondenzen, deren Aufz�hlung Zu weit f�hren w�rde, vgl. CKuvres, Vd. (6�25.
�
3 Abgedruckt: ?uvres, Vd. 2<\ und 25.
� * Abgedruckt: (Kuvres, )5d. 7, S. 50 ff.; die noch vorhandenen �fragmente des eigenh�ndigen
ersten Entwurfs hat Dropsen ver�ffentlicht ii: den �Beitr�gen", Ceil I, 5. 20 ff. � " Abgedruckt: li?vres, Vd. \%< � � Line Auswahl ist
gedruckt m den (Kuvres, T5i>. 2?, Seil Hl. � ' herausgegeben von ?. von Ranke in den Akademie
-Berichten dann mit Auswahl in
feinen �Abhandlungen und versuchen" (Ges. Weih, 33b. 54, 3. !y,'.ss.). vgl. auch p. C., 33b. 5. 6 und H�, . 23 25. 27� 3lff.
� "
vgl. P. C., I5d. 2^ff.;
ferner Holm, �Frederik IIaf Preussen og Dronning Juliane Marie" und: �Uronning Juliane Marie som hun viser sig i sine Brive li!
Frederik IIaf Preussen" (Historisk Tidsskrifr, Hciljc Qr Vd. r>, $. und Reihe 7, Nd. 2, S. 46ff.; Kopenhagen (8, Sonntagsbeilage Nr.
        
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