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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

3Manuskript scherzhaft erl�utert. Danach geht der Name auf Genius zur�ck, der auf der Flucht vor feinem 23ru6er
Homufus dorthin gekonimen fei und eine Stadt gegr�ndet habe, die von ihm ihren Hamen empfing. Auf einer Insel,
die, einem Verge gleich aus dein Rheinsberger See aufsteigend, sich erhob, fei ihm darauf nach seinem Tode sein Grab-
denkmal errichtet worden. Nun sind auch jene beiden schreiben an Voltaire von: 7. und \o. November [75(5, in
denen zuerst die Namensform Federic auftritt, aus �Remusberg" datiert. So scheint es sich zun�chst um einen
scherz gehandelt zu haben: Friedrich fingiert, als habe sich mit seiner Niederlassung in �Remusberg" ein St�ck alten
R�mertums auf ihn �bertragen, und er pr�gt feinen Namen, an die Nachkommen der alten R�mer sich haltend, im
Anklang an das italienische Federigo. Wag anfangs ein scherz war, erhielt dann dauernde Geltung.
Dieselbe Beobachtung, wie bei der deutschen Unterschrift Friedrichs seit der zweiten H�lfte der vierziger Jahre,
k�nnen wir bei dem franz�sischen Namenszug machen: sein �6eric ist sich bis zum Schlu� seines Gebens im wesenb
lichen gleich geblieben; noch die Unterschrift vom 1.0. August (Cafel, Nr. 5 3) zeigt ziemlich die gleichen Z�ge
wie fr�her. Eine Abk�rzung erfuhr sein fran '
z�fischer Nmnenszug lediglich bei Weisungen
an die liabinettskanzlei oder in dem Falle,
da� die Gicht ihm das Schreiben auf das
�u�erste erschwerte; alsdann begn�gte er sich
wohl, nur die ersten zwei oder drei Vuch-
staben des Namens, so gut oder so schlecht
es ging, m�hsam zu Zirkeln.
Sein gichtisches beiden war es auch,
das ihn veraiila�te, zu besonderen Auskunft^
Mitteln zu greifen. Zun�chst geschah es im
September un& Oktober \7?5, wo ganz
besonders schwere Anf�lle ihn heimsuchten.
Damals lie� er auf die aus feinem Kabinett
ergehenden Schriftst�cke statt der Unterschrift
fein Siegel fetzen, mit dem ausdr�cklichen, in
den franz�sischen ?5 KaMnettsetlctff� ati �caf Solms POm 30. September 1175. Berlin, fSt(;eimc& Siantsiircfjiu
qu'une attaque de goutte ? la main droite n'a pu permettre, par commandement expr?s et en pr�sence de
Sa Majest�, du sceau particulier de ses armes." 1 (Dgl. das vorstehende Faksimile.) Dazu wurde das kleine pamllon*
siege! gebraucht, bas von dem das Wappen umgebenden Wapvenzelt oder Pavillon seinen Namen f�hrte.
Der andere Ausweg, auf den der A�nig, in gleicher 5age, Ende Oktober verfiel, war, da� er statt der
rechten sich der linken Hand beim Schreiben bediente, (vgl. das Faksimile S. H.) So erkl�rte er seinen, gelehrten
Freunde d'Alcmbert: �Da die Natur mir Zwei H�nde gegeben hat, denke ich, da�, wenn das Uebel mich des Gebrauchs
der einen beraubt, es Sache der andern ist, erg�nzend einzutreten." 2 Und da� er nicht nur damals, sondern auch
sp�ter noch zu dein gleiche� Hilfsmittel griff, lehrt das fernere Schreiben vom M�rz 1?32", in welchen: er dem
Freunde mitteilte: �Ich habe einen heftigen Gichtanfall an der rechten Hand und am rechten Fu� gehabt, und da das
1 Katijlelnermcrf auf dcr AuZfertigung des RabiiicttserlasseZ an Graf Solms in Petersburg, Potsdam 50, September (775 (Verlin,
tSerjcinies Swa^archiv). Zwei weitere Beispiele vom 10. Oktober ym und 23. Februar ;?82 teilt Prcu� mit (vgl. Friedrich der Gro�e.ilrFuitbcnbani? 3, S. 200 und h, 5. (.59, Berlin *833/3*). PZl. dudj Klinkenborg, tsclicuzoll^ln^Iahibuch S. {06. � � 3� diesem
Schreiben vom Januar <7fto antwortete der K�nig auf d'Alcmbert� Mitteilung voin 27. Dezember (729: �J'ai su par M. le baron de Grimm
que Votre Majest�, ne pouvant �crire de la main droite, avait pris le parti d'�crire de la gauche, afin que Ses affaires n'en souffrissent pas."
vgl. ?uvres, Vd. 25, 5. \5� und *38. � B vgl. ?uvres, 80. 25, S. 2*7.
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