Path:
Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

25
ihren Ersten Teil sollt�.' die Geschichte des Branden burgisch en Staates bis ;7^0 bilden, deren Ausf�hrung er bereits im
Mai H7^6 ins Auge gefa�t hatte und deren Niederschrift er bann nach Vollendung der Darstellung des Zweiten
3chlesischen Krieges Ende November desselben Jahres in Angriff nahm.
Dieser Erste Teil stellt den bemerkenswerten versuch dar, neben der �u�eren auch die innere brandenburgische
Geschichte 511 schildern, und so umfa�t er, mit den ihm angeh�ugten kleineren Abhandlungen, gleicherma�en politische,
Derfaffungs^ und wirtschafte, Heeres- und Airchengeschichte und gab ein Bild der Entwickclung des geistigen Lebens
und der Wandlung in Sitten und Gebr�uchen. Am 2^. August war diese �premi?re partie'*, die noch spezieller
al& �Introduction de l'histoire de Brandebourg" charakterisiert wird, beendet, die angeh�ngten Abhandlungen am
\\. des folgenden Jahres.^
Halten wir inne, um zun�chst einen Blick auf Friedrichs Arbeitsmethode zu werfend wie er int �Vorwort"
der �M�moires" von \7^2 ausgesprochen hatte, sollten die Originale der Briefe und Vertr�ge in den Archiven feine
Darstellung beglaubigen. Tats�chlich baute er sie auch auf urkundlicher Grundlage auf. F�r die Memoiren non \7\2
lie� er sich eine Reihe von Akten nach Potsdam senden.^ Dasselbe geschah, wenngleich in beschr�nkterem Umfange,
f�r die Niederschrift der Geschichte des Zweiten Schlesischen uno, wie wir vorgreifend bemerken, auch f�r die des
siebenj�hrigen Krieges. 4 Vor allem sind cg die aus seinem Kabinett hervorgegangenen Manifeste, sowie die eigenen
Berichte aus dem Felde, die ihn interessieren. Daneben ergehen, direkt und indirekt, Anfragen au die Beamten des
Archives, in denen der K�nig bald schnelle einfache Auskunft, bald f�rmliche memoirenartige Berichte in Gestalt bereits
verarbeiteter Aktenausz�ge verlangt. Daf�r ein Veispiel. 3m 2�?ar3 \7$6 forderte Friedrich die Korrespondenz ein,
die er mit K�nig Ludwig XV. seit Juni 4?HH gef�hrt hatte. Gleichzeitig aber erging an den Kabinettsminifter
Grafen Aodewils Vefehl, einen �kurzen franz�sischen Extrait oder Pr�cis von der ?^auptnegoctatton" des damaligen
preu�ischen Gesandten am Versailler Hofe herstellen zu lassen; dieser Auszug sollte von Vktobcr \7$$ bis auf die
Gegenwart reichen, �so kurz und summarisch als m�glich" gefa�t sein und zugleich enthalten, wieweit der Gesandte
�darin reufftvet" +
Zu den fremden kommen die eigenen vorarbeiten des K�nigs, eigenh�ndige Aufzeichnungen, in denen er mit
knappen Stichworten den Gang der k�nftigen Darstellung skizziert. 3o kennen wir einen eigenh�ndigen Entwurf f�r
die Geschichte des Gro�en Aurf�rsten, einen anderen, der einen kurz zusammenfassenden, chronologischen Ueberblick
iiber die preu�isch-s�chsischen Verhandlungen w�hrend der Zahre enth�lt", und der dann, zum Teil w�rtlich,
in die sp�tere Ausarbeitung �bergegangen ist.
wenn Friedrich in der letztgenannten 3kizzc bei Erw�hnung der Belagerung von Arag sich kurz die Quelle
anmerkt, die f�r ihn in Betracht kommt so liegt darin ein weiterer wertvoller Fingerzeig f�r die Arbeitsweise des
K�nigs. Denn es bildet einen charakteristischen Zug von ihm, da� er stets diejenigen Pers�nlichkeiten und Beh�rden
um Auskunft angeht, von denen er die zuverl�ssigste Belehrung erwarten darf. So wendet er sich an Maupertms
um Auskunft �ber Daten zur GeistesZeschichte ", an podewils wegen politischer Fragen (vgl. das Faksimile Beilage IV),
an den alten F�rsten Leopold von Dessau und den gelehrten Rektor R�ster wegen Nachrichten �ber das alte branden-
burgische Nlilit�rwescn ; das M�nzdepartement denn Generaldirektorium mu� ihm einen Ueberblick �ber die M�nz-
geschichte von 56H0�5^0, die kurm�rkisch� Kammer einen solchen �ber Bev�lkerung und Vesiedelung der Aurmark
' Vgl.Uro^sen, Die Entstehung der M�moires pour servir ? l'histoire de la maison de Urandebourg (Forschungen zur Vranden�
burgischen und preu�ischen Geschichte, Bd. \7, S. \"9ff.; leipzig T 9
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.