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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

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Auch nach Voltaires Abreise halte Friedricks dichterische T�tigkeit unvermindert fortdauert, selbst der
Krieg unterbrach fie nicht. Pie .f�lle der Poesien entstand im Feldlager, wenn er freilich auch nicht am Vorabend
von Schlachten, une mau behauptet und ihm zum Vorwurf gemacht hat, sich mit poetischen versuchen abgab.'
Auch fur die Jahre nach {735 kennen mir beobachten, da� der Konia, unerm�Mich an seine Poesien die bessernde
l)anb legt, wie es die noch erhaltenen verschiedenen Redaktionen zahlreicher seiner Gedichte beweisen.' Voch es
licgt au�erhalb unserer 2lnfgabe, dieses im einzelnen
weiter Zu verfolgen.
Erst das zunehmende 2tlter l��t den Strom des
dichterischen Schaffens allm�hlich versiegen. Immer weniger
der IVrfdnuefe werden es 8 auch die Zahl der Gedichte
wird geringer, bis mit der Epistel an d'Alembert vom
22. Oktober \r7o l der Hei�en schlie�t. Hur noch ein
einziges i��al, w�hrend der achtziger Jahre, hat Friedrich
auf die dichterische Form zur�ckgegriffen, in den �Werfen
�ber das Dasein Gottes", die sein letztes IVort zu 6cu
gro�en ewigen Fragen enthalten und die in dein Bekenntnis
der Allmacht, NX'isheit un& G�te Gottes gipfelnd So
bilden diese l\rfe gleichsam 6cti feierlichen Epilog des
gesamten dichterischen Schaffens Friedrichs.
Noch einige IDorte zur Charakteristik seiner
dichterischen T�tigkeit. Kaum eine Gattung unter den
verschiedenen Formen der Dichtung gibt es, in der sich
Friedrich nicht versucht hat." Gro� ist Mc der Gden
und Episteln- Gedichte vermischten Inhalts schlie�en sich
ihnen an. So manches (Epigramm und so manche, dieser
Art ja nahe verwandte satirische Grabschrift hat er verfa�t.
Satirischen Inhalts sind dann vor allem auch die beiden
gro�en Helden Epen, das schon erw�hnte �Palladion",
bas in der Aaruevalslaune, und der �Aonf�deriertenkrieg",
der w�hrend einer i^eimfudnmg durch die Gicht entstand;
Stfjrribrifd] Jricbtidjs dl- >?rc>�ri' In iciiicm �l?bfttsitmmtt im potabamn Slabtfdjlo�
;iiitjefeniu|( non l?lcidjicrh'anil'ly in pois^int. frttmtinfid;t
schildert jenes eine Episode des Zweiten Schleichen Krieges, so dieses die Geschichte Polens seit der No'nigswahl
von !76^ bis zur ersten Teilung. Endlich fehlt es auch nicht an dramatischen versuchen. Zwar gelangte der noch
1 Vie a�s de (?atts Memoiren iti die Literatur �bergegangene Irrige Mitteilung liber dir augeblich am Porabend der Schlacht
bei Zornoors gemarfjten Verse (pgl. ?uvre�, 23b. H, ir. l?5f.) ist von Kofet nach de C�tt3 Tagcbiicheni richtiggestellt. Vgl. Kofer,
Unterhaltungen mit Friedrich dem Gro�oll. Memoiren �nb Tageb�cher non l^eiui'ich dc (?att (piiblifationen aus bon A�nigl. ptxug.
Staatsarchiven, i^, 22), S. (Jtcip�ig (68^). lieber dir an^blichc �?itclfoit" .fril'dlichs vgl. F'iirst Bismarck, Gedanken und (Er�nne
cimao?t, Vd, il,S. 287 f. ?Shittgari (898). (gin meiteres Beifpiel bilde� die an^blich am Vorabend der Schlacht bei Kuner?borf ptit-
standencn �Stances, paraphrase dp l'Eccl�siaste" (�gl. ?uvres, )5d. (0, S. 51 ff. imd Kofer, lliitcr^altiniijcii,5, � � In den ?uvres,
23&. \3, 5. I3ifj\, ftttb zwei pcifd/icitettc Hebafttotien drr �Ode ? mon fr?re Henri" vom 4. uni) 6,COftobcr 175? mitgeteilt. Von der ��pltre
sur la m�chancet� des hommes" Don (761 sind nier cigen^�tibigc 2?cbaFtioiicti erhalten, .^iiiei bacon jedoch nur fragmentarische eine bcrfelten
ist abgedr�ckt von srens; (?uvres, !^d, i:,, 5. <�?ff.), die andere� drei Don ?ltcmgof? (Einige Gedichte Friedrich? des Gro�en m urfprllng'
licher Fassung, Programm des Askanischen GymuafmmZ 311 Berlin, 5. >7ff, Berlin . ,4, 5. <,5ff. 5 D9I. ?uvres, Si. u, S. ,�ff. und Roser, K�nig Friedrich der Gro�e,
Vd. II,S, 5?9f. � * Die poetischen ?uerfe Friedrichs sind abgedruckt: ?uvres, B&.> nnd U die St�cke ans
den �?uvres du Philosophe de Sanssouci". Dazu fomilieil zahlreiche Erg�nzungen und Nachtr�ge, die wirindessen l^icr nicht anf�hren k�nnen.
        
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