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Friedrich der Große am Schreibtisch

Full text: Friedrich der Große am Schreibtisch

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Nach jenen ersten, mit dem Jahre J">i einsetzenden dichterischen versuchen bebeutete es einen bemerkens-
werten schritt bes Kronprinjen, da� er int herbste ?,'�(, sich zur Berufung eines k�nstlerischen Beirats entschlo�,
dem die Aufgabe zuteil wurde, feine poetischen Sendungen und literarischen Briefe durchzufeilen.^ Damit beginnt
gleichsam eine neue Epoche seines poetischen Schaffens; sie f�llt mit seiner lleberfteblung uach Hfjeinsberg zusanimen,
bas er, wie wir schon h�rten, bedeutungsvoll in �Remusberg" umtaufte.
Eben damals kn�pfte Friedrich
auch die Aorrespondenz mit Voltaire
an, die zun�chst einen rein philosophisch
literarischen Charakter trug. Ein Jahr,
nachdem er seinen ersten Brief an
Voltaire gerichtet, machte ihm &er Kr�n
prinz bas Gest�ndnis, da� eine �liebend
w�rdige Person" ihm in der �lflte
seiner jungen Jahre zwei ?eibenfc^aften
eingefl��t habe, die Cicbc und die
Hichtkunst; seit der Zeit sei er immer
poet gewesen.' �wissen Sie'', so fuhr
Friedrich fort, �ein Gehennmittel, uni
die lUeiifdieu Don dieser ?t?anie 311
heilen, so werden Sie mit dessen �l�it
teilung ein wahrhaft christliches IPerf
verrichten; wenn nicht, so verurteile
ich Sie, mich in den Regeln dieser
bezaubernden Anust, oie Sic versch�nt
haben, unb die ihrerseits Ihnen soviel
Ehre eintr�gt, zu unterweisen." Hie
CD6e, die Friedrich seinem Briefe beige
legt hatte, schickte Voltaire umgearbeitet
zur�^.^ (Er begleitete diese Sendung mit
Betrachtungen �ber die Schwierigkeiten,
eine fremde Sprache 511 beherrschen, und
indem er dem Prinzen reiches Lob �ber
die �Dollenbete Kenntnis" der fran
z�sischen Sprache zollte, f�gte er hinzu,
es g�be allerdings noch �stets ein
Komma, Punkte auf das i"Zu setzend
�ich nehme, wenn es Ihnen Freude
i?iji'n!;(n^iiji'r Ciitumrf 5Hrlin4i5 licite t.) f�r seinen Utit'f on Doltuitt �ont 9. ?fugufl i:.T). Schlu� fitinfi�fel
macht, dieses Heine Vctail auf mich." Daran ankn�pfend bat ihn Friedrich uni Angabe der Regeln zur Unterscheidung
der IDortc im poetischen und prosaischen Sprachgebrauch. In fetttetrt Antwortschreiben hielt ihm Voltaire ein kleines
1 Der erste war CttarIcS'i?ttcimc Jordan (im!. lio^cnioUcni-3aln*b�d? 590s, f. 2i.offO; einige Korrcftmcn in jfric�>rirfjsBriefen
an Doltaire bei K�fer 1111& Droyfen, Sriefmtc^fel, Sb. T, 5. 1.64. \6<>. � iSrfjrcibcn Jft'ic?*rid^ an roltaire r>om 16. August(O0l. Kofer und Droyfcn, Briefwechsel, 8&. I,S. 79). H'iir Friedrichs Ocih�'ltiiis 311 Frai, p�ii ltfrced>, auf die sich die Anspielung bezieht,
im!. Folienpolier,! -^otirtnidj 190*, 5. (83 ff,� n (Dftober \t.�:, mil, Koser un!� Zivoyitu, Viiefwcchsl'I. ��. I, f.H�f. � *Arl'nlich umschrieb
Voltaire \1^2 scherzend seine ��UfgabC bei der Revision der Dichtungen Fiiediich^-: �mettre des s aux pluriels et des points sur les i"
(ihiJ. Kofer, Do?tairc als Ariliker der ?uvres du l'hilu^ophe de Sanssouci, fjohciijollcrn-^alirlmd;(906, S. U\ ?lnm. 5).
        
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