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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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eine p�rschb�chse K�nig Friedrichs des Ersten
litt Zeughaus. Von Eduard Gy�en.
worauf (Hin Hirsch gestochen, und anno *?<>?. den 55. Febr. haben
5r. K�nig!. Majt. in Preu�en in der f^eybe bey Guso in der Zteu*
mark, (Einen Hirsch von 40 Enden mit dieser B�chse geschossen, auf
der andern plate stehet gleichfalls ein Hirsch mit der Umgrifft
mit Riefet B�chse haben Sr. K�nigl. Majst. in Preussen den
1.8 t,n Sept. int Amte Niegen einen Hirsch von 66 Enden
geschossen."'
Der erste Preu�enk�nig ist bekannt als leidenschaftlicher J�ger,
der seine sch�nste Erholung uni) h�chste Tust imP�rschgang auf Hirsche
fand, und der freudige 5tolz �ber feilt Jagdgl�ck kommt in mancher
stelle seines Briefwechsels mil seiner Familie deutlich zum Ausdruck.
Als Weidmann indessen ber�hmt durch die lande wurde Friedrich I.
schon als Anrfiirst durch die Erlegung des kapitalen Hirsches von sechs�
undscchzig Enden, der ihm am 5�. September !,by6 inderIakobsdorfer
Heide bei F�rftenwalde Zu Schu� kam. D?s unerh�rte Ereignis in
Wort und Bild zu verewigen wurde eifrig Sorge getragen, nicht zum
wenigsten in vollberechtigtein Sio^e von dem gl�cklichen Jagdherrn
selbst. An der stelle des MeisterfchusseZ wurde ein Denkmal errichtet
und der Rat Calenus verherrlichte den Vorfall in einem spitzfindig-
geistreichen lateinischen Poem. Das Abbild der seltenen Beute wurde
in mannigfaltigster Weise festgehalten: in Gem�lden und Stilen
(deren bekanntester der Riedingersche), als kunstvolles Crinkgef�� in
Edelmetall, wof�r kein Geringerer als Schl�ter bas �ltobrllgeliefert
haben d�rfte
� in Stickarbeit und als Wetterfahne/
Aus der Zahl der V�chsen seines Besitzes sind noch zur Zeit
Friedrichs I. 55 5t�ck durch den Kgl. B�chsensvanner Hast �so selbige
in Verwahrung gehabt auf die K�nigt. Ruft CaMer geliefert den
(o.^uly (708."s (Eine gr��ere Anzahl hat neben anderen 3t�cken
aus den R�stkammer best�nden Friedrich-tvilhelm l.sp�ter nach pots-
dam gebracht, teilweise zu pers�nlicher Benutzung; bann aber zw�lf
B�chsen, von Friedrich I.selbst gebraucht, am 2?. Februar 1728 wieder
von Potsdam einliefern lassen, darunter die vier dessauifchen und
meist 5chinhelsche, auch die Sedjsunbfecbjigenber- und Diesigenber-
V�chsen. �Line weitere ?iefenittg von Zw�lf B�chsen Friedrichs T, folgt
am lh.M�rz demselben Wahres.'
Tats�chlich noch erhalten und im HohenMeln-Nluseum auf-
bewahrt ist die erw�hnte teibb�chse, ans der Friedrich I. den Hirsch
von sechsundsechzig Enden erlegte. Ihre ganze l�nge , betr�gt
\\2 Zentimeter, wovon ?^,5 Zentimeter auf den lauf entfallen.
Dieser ist achtkantig mit neun Rundz�gen im Drall; Garnierung
und Beschl�ge von Messing mit gravierter Verzierung. Die oben
zitierte Beschreibung imInventar von ,?>,� ist infofern ungenau oder
bezieht sich vielmehr nur auf die� \7O7 erfolgreiche Vuchse, al� hier
auf dem lauf die Iahrekzahl 1-6-8-6 und am Bodenst�ck links eine
undeutliche Marke (in der nur,ein S erkennbar) eingeschlagen ist,
w�hrend das graoierteFlintenschlo� dieBezeichnung SLK1.II>s
tr�gt. Mit gl�cklicherem �Erfolg als f�r ihre Zwillingsschwester ist es
bei dieser dem ganz besonderen jagdlichen (Ereignis 311 verdanken,
da� sie vornehmlich in Ohren gehalten wurde und als Andentenst�ck
kenntlich blieb. Schon in fr�her Zeit, wahrscheinlich unter Friedrich�
Wilhelm I-, der die Erinnerung an bas Jagdgl�ck feines Vaters
hoch hielt, wenn, er auch bas seltene Geweih an August den Starken
verschenkte, ist sie (eine h�ufig ge�bte Sitte) durch bas silberne Schild
mit der Darstellung und erkl�render Umschrift ausgezeichnet worden."
von ben B�chsen Friedrichs I. zurJagd lassen sich unmittelbar
mit seiner Person nach, den urkundlichen Angaben des R�stkammer'
inventais von 4?i.6' eine ganze Anzahl in Verbindung bringen; einige
werden noch speziell als leibb�chsen bezeichnet. Als ?anf' und Schlo�'
fchmied steht von Meistern der Residenz Elias Zchintzel obenan nno der
sp�ter eingehender zu erw�hnende G. von der Fecht. Auch eine B�chse
von dem aus Essen geb�rtigen Hofb�chsenmacher Jakob Vemrath ist
erw�hnt a ober es wird bas kunstvolle Meisterst�ck des Johann David
H�fcr erkauft. Von ausw�rtigen Erwerbungen ist (689 eine B�chse des
Balthasar Hahn in tandsberg a. d. warthe geliefert, der dann sp�ter in
kurbraudenbnrgische Dienste tritt, und eine solche inKarlsbad erkauft,
wo damals Adam Unodt, Johann Vreitenfelder n. a. als geschickte
Meister arbeiten. Zwei gezogene B�chsen mit dem s�chsischen Wappen
des inDresden t�tigen Andreas ?rtel. erh�lt Friedrich I.wahrscheinlich
l.696 bei Gelegenheit eines Besuches von August dein Starken zum
Pr�sent, und vier VUchsen des dessauischen Reichard Schlichet �pr�-
sentiert" ihm der F�rst von Anhalt. Da� im pers�nlichen Gebrauch
Friedrichs I. einige Exemplare der ber�hmten ?^efen-HajfeIer M�ller�
b�chfen, darunter eine vom Erbprinzen von Hessen-Nasse! selbst ge-
schenkte, erw�hnt werden ist fast selbstverst�ndlich, da diese gesch�tzten
und sehr begehrten Surfen damals kaum in einer f�rstlichen Gewch�
kammer fehlten. Auch nur gute gezogene taufe f�r B�chsen zu
erwerben wird die Gelegenheit wahrgenommen; so ift ein kauf 1&95
im In'lichfchen erkauft oder gelegentlich ein� Reise 5696 von Kleoe
mitgebracht. Aeltere Saufe werden wie �blich zu eigenem Gebrauch
umgesch�ftet."
Von noch erhaltenen Jagdgewehren Friedrichs I. war die Sechs.
undfechzigender'B�chse bisher einzig bekannt. Auf eine andere Jagd-
b�chse, die Friedrich I. nachweislich gef�hrt hat und die sich in der
Sammlung des hiesigen Zeughauses befindet, sei hier aufmerksam gemacht.
Dieses zweite 5t�ck�, eine gezogene B�chse mit Radfchlo�, ist au�erdem
auch waffengeschichtlich nicht ohne Interesse (Abb. S. 265). Die Buchse
befand sich fr�her inder sogenannten Rr�gerfchen Sammlung zuBerlin,
mit deren Ankauf durch Friedrich-Wilhelm III.sie drlch>lvi!hrlm5 I.im )ahie {?\8. Der umfangreiche Vont, wird im HohenMern>
Museum aufbewahrt. Vnselbft Folio \2? und ff. � *Fali�, 127, r�r.��<,, � Mi!
Ungaben �ber Vemrath m�chlr ich hier nicht einrr demn�chst 311 trn�aitenbtn Dir�ffettt�
lidjnnc Pdn Aa,l M�w5 �b� dl� Gtschlch� d� �tss�n� �ri�fl;tinbiifl(it�oi^ttiftn. ��
siehe di� Neftallung im H�nigl. fyius(itcf;it> zu ?f;arlcltenburg.
�
B ?i steh� wohl
in �rerajanl'tf^flfiltdfem Verh�ltnis zu 3olj. krdmann 5ch!nhel in Iteffau.
� *Da�
gelegenlltche pissent zweier Swinschlo�b�chsen des tzafb�chlenmachers Jacques Muniei
von Friedrich I.an den (Dtcrftimmerfierrn Grafen WaxtrnbtTQ frt hier nebenbei erw�hnt.
'
zolio UK. Nr. �33-
�
8 Holio ,26.
�
� Holt�W und 4U,
� *Inventar IIk,
35, Zli,{,ausgef�llt ZiminerHZ, Sc^ianf 3, Abbildung- yohenzollnw Jahrbuch H9�,
Seilt 386. Bis (878 war sie Cigentum �aiser Friedrich^. � V Abbildung l>� Schild� \m
hohenzollnn.Ial!lbuchzg<�3. 5. l.2?-
�
�Nr.A.D.%>$. Heulet?. Gestell^l. -7"�836.
        
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