Path:
Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

262
am Berittier. Hofe ein Senblina. de5 Herrschers von �??aifiir, des
�Tl�bobs der inalabarischen K�fte", wie man ihn bort nannte, ?}vberAli,dessen Name durch seine langj�hrigen Kampfe mit den Engl�ndern
um ihre Besitzungen in Ostindien ber�hmt geworden ist.
Vas schreiben l^der 2Ilis enth�lt, wie wir sehen, nur
Komplimente und bas Angebot f�r einen Freundschaftsvertrag, �hnlich
dem u�( von Friedrich mit der Pforte geschlossenen'; Goldschmidt
hatte also Zuviel gesagt, wenn er von dem Vorschlag einer Handeln
Niederlassung inMalabar sprach. Ans den Seriell vom 9.M�rz (775,
mit dem seine Kabmettsmmtj�er ihm diese Uebersetzung �berreizten,
verf�gte Friedrich: �Trotzdem wirdman eine Antwort geben m�ssen".
Sie wurde daraufhin im Ministerium aufgefegt und dem Ztabob
darin bedeutet, sein Sendbote werde ihm den Vescheid de� K�nigs
m�ndlich er�ffnen nnd ihm best�tigen, da� dieser seine Freundschaft
hochsch�tze und in hohem Ma�e begehre. Diese Antwort, die vom
1,5. M�rz datiert und gleichwie alle nach dem �rient bestimmten
Schreiben in lateinischer Sprache abgefa�t ist, hat folgenden Wortlaut:
�(Ein neues Ph�nomen f�r die Annalen meiner Geschichte/'
so k�ndigte K�nig Friedrich dem Kabinettsminister Grafen Fincken-
stein am 28,November l.??2* den seltsamen Gesuch an. Der Sendbote,
ein Jude namens Goldschmidt, der in i)yber Alis Diensten stand,
hatte ein schreiben und Geschenke des Nabobs 311 �berreichen. �Per�berbringer," so fuhr Friedrich in feinem obigen (Erlaffe fort, �be-
Rauptet, da� darin von der Gr�ndung einer Handelsniederlassung
an der R�ste von Malabar die Rede ist, und da� dieser dunkelfarbige
F�rst mir sehr vorteilhafte und aussichtsreiche Anerbietnngen macht;"
er war �neugierig", den Inhalt des in persischer Sprache abgefa�ten
Schreibens zu erfahren, und beauftragte daher Finckenftein, ihm eine
Zuverl�ssige �bersetzung davon durch einen Gelehrten in Berlin
oder Halle 311 beschaffen. Zun�chst schlugen alle versuche fehl, und
so wurde das Dokument an den preu�ischen Gesandten von Chule-
meier im Haag geschickt', dem es dann tats�chlich gelang, einen
Sa>riftfuubigen, den Professor Schulten? in ?eyben, aufzutreiben.
Nach m�hseliger Arbeit gl�ckte diesem die Entzifferung wenigstens
des gr��ten Teiles 8;er fertigte eine lateinische Uebersetznng an, die
f�r den K�nig ins Franz�sische �bertragen wurde. Sie lautet:
Celsissime et potentissime prineeps, amice carissime,
honoratissime. Imperio et regno tuo florentissimo et lullen-
tissimo tibique, celsissime prineeps, omne felicitatis et pro-
speritatis genus animitus vicissim apprecor.
Litterae tuae peramantes ad me datae, mini a nuncio
et cliente tuo, Judaeo honesto et integro, bene redditae
mihique perjucundae, me non solum de valetudine tua
int�gra corporisque et animi prosperitate certiorem fecerunt,
sed tuam quoque propensam in me voluntatem et Studium
ac desidermm foederis amicitiae inter nos pangendi et
stabil�endi mini signaficaverunt, Grata mente hanc tui in
nos animi studiique declarationem colo et agnosco, tibique
omnia amicitiae et benevolentiae officia spondeo et offero.
Reliqua animi mei sensa et quae ad propositiones mihi
factas responsa, tuo interpreti et nuncio dedi; is tibi coram
ulterius explicabit tibique confirmabit, me tuam celsitudinem
omni observantia col?re tuamque amicitiam ine magn� fasere
et valde exoptare. Caeterum summum remm �urninarum
moderatorem et arbitrum precor, ut te semper salvum
praestet et incolumem tibique vitam longaevam et omnis
hilaritatis et jucunditatis n�um perennem largiatur. Tuae
celsitudin� addictissimus Fridericus, Borussorum rex.
Dieu.
Que le jardin de ton auguste Empire et le rosier de
ton royaume heureux, agr�able� puissant, peupl� et tr?s
haut, Ami sinc?re, ch�ri et honor�, fleurissent toujours
d'une verdure toujours r�cente!
Apr?s ces voeux solennels, je n'ai rien de plus press�
que de vous faire conna�tre le d�sir que j'ai de votre
amiti�, et que le porteur de la pr�sente, le juif nomm�
[(Solbfdjmibt]*, qui est dou� de bonnes m?urs et de toutes
sortes de bonnes qualit�s, entendant surtout tr?s bien le
commerce, et qui vous assurera de mon attachement sinc?re,
vous trouve, tr?s honor� Seigneur, dans la plus grande
prosp�rit�. Je souhaite beaucoup de recevoir de votre
part de bonnes nouvelles. Je jouis, gr�ce ? Dieu, d'une
bonne sant� et d'une heureuse tranquillit� d'�me, aussi
dien que de l'accomplissement de tous mes d�sirs.
?s w�re nun aber irrig, wollten wir aus diesem Briefe
schlie�en, da� Goldschmidt pers�nliche Auftr�ge des K�nigs an Hvder
Aliauszurichten hatte, da Friedrich selbst bezeugt 3, da� er niemals
mit dem Abgesandten des Nabobs gesprochen hat. So lief dieses
Antwortschreiben nur auf Komplimente hinaus. Jedoch auch indem
Fall, da� es sich tats�chlich, wie Goldschmidt behauptete, um die Frage
einer Niederlassung in Malabar gehandelt h�tte, w�rde die Antwort
des K�nigs nicht anders gelautet haben; denn eben im Hinblick
darauf hatte er bei �bersendung des Schreibens Hyder Alis am
28. November (772 dein Grafen Finckenstein erkl�rt, �der Mangel
einer Marine" erlaube ihm nicht, von den Porschl�gen des Nabobs
Nutzen Zu ziehen: �ich erinnere mich bei dieser Gelegenheit des Forts
Friedrichsburg an der K�ste von Guinea aus der Zeit meines Ahn�
Herrn, des Gro�en Kurf�rsten."
Le susdit juif, qui est mon client et ? mes gages,
a �t� amplement instruit et autoris� de ma part pour
effectuer entre nous deux des liaisons d'une amiti� sinc?re
et �troite qui r�ponde ? la dignit� de mon Empire et ?
la grandeur du v�tre. Je vous envoie en m?me temps
quelques �chantillons de marchandise que vous voudrez
dien daigner recevoir par �gard pour moi. Anim� des
m?mes �gards pour Votre Majest�, j'aurai soin de mon
c�t� que ce que vous trouverez de votre convenience, vous
parvienne de ces contr�es. De cette mani?re on pourra
former une amiti� durable . . -5 Je souhaite, au reste, que
le r�gisseur du monde vous comble de joie et de prosp�rit�. fi
Die Motive, mit denen K�nig Friedrich diese ablehnende
Haltung begr�ndet, werfen ein interessantes Schlaglicht auf feine
Handels- und kolomalvolitischen Anschauungen. Die Frage der
Gr�ndung einer Flotte, die hier als Vorbedingung bezeichnet wird,
hat er in seinem politischen Testament von 5 752 er�rtert, aber er
meinte, auf alle derartigen Pl�ne verzichten zu m�ssen, da Preu�en
vor allem mit Gesteireich zu rechnen habe und daher seine milit�rischen
Kr�fte nicht zersplittern d�rfe.' An diesem Mangel einer Flotte,
* Vgl-p. ?-, �l>. 33, 86 (in der DorberHtitita begriffen). vies�, sowie dir
folgende!� Aktenst�cke stnd dem Kgl.Geh. Sl�atsarchw 311 Berlin entnommen.
�2 Beridjt
der Minister Graf Finckrnftetn und von hertzberZ, Y.Januar 1.773 (p.?. 33, 91 Ann�, 2).
�
a Veitch! ?bulemders, Haag 2. M�rz 17�3. Zum Dank ehielt Schul��N5 eine goldene
Denfm�tise auf l'en Sieg bei So�i pou da die Medaillen auf die Huldigung von
VestpleuHen, an die man zun�chst gedacht ljnHe / uergttffen tbaun. vgl. den i?r!3alfrbii^MI,5,2^. � a In dem Htla� an Jltufenfhin
vom i?. M�r, 1??3, mit dem er bas Schreiben f?t Hyder All vollzoaen zui�cksenl��.
�
� vgl.R-ser. ��Snig Friedrich der <5ro�e", �.I, S. $56 {2.Aufl.. Stuttgart und
Vrrl!� (901) und Mnririe=ltundschau. Jahrg. l?(H, S, P�.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.