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Ernst Moritz Arndt und Friedrich Wilhelm IV. über die Kaiserfrage

Full text: Ernst Moritz Arndt und Friedrich Wilhelm IV. über die Kaiserfrage

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Regierung, ein wacklichtes Direktorium vieler u. s. w. wollen, bei dessen Entstehung und Leitung die Rothe Republik
endlich eine Unvermeidlichkeit seyn w�rde.
So zettelt und k�dert �sterreich mit allen seinen Lockv�geln, deren seine ger�hrige Th�tigkeit viele zu fangen
und abzurichten verstanden hat, zu dem alten Staatenbunde zur�ck, sucht alles zu verwirren entzweien und verschleppen,
und zettelt drau�en und drinnen mit den Aabineten! � V die armen deutschen A�nige und F�rsten, die sich von
seinen Mnsten und Zust�sterungen schrecken oder beth�ren lassen, wissen nicht, was sie thun! Wenn sie nichts Starkes
machen helfen, wenn sie nicht einen starken Aaiser neben und �ber sich machen, so wird der rothe Abgrund sie
unvermeidlich verschlingen.
Ja, erhabenster A�nig und Herr, gro� ist die Gefahr des Augenblicks, aber herrlich ist auch der preis, der
dem Muthe winkt. Dir bleibt keine Mitte mehr: wage voll und ganz deutsch zu sein; wage Retter und Halter des
deutschen Vaterlandes zu werden; wage alle seine Gefahren zu nehmen und zu �bernehmen ; wage ganz mit dem Vater-
lands zu stehen � und Du wirst stehen und bestehen.
Mit diesem Muth, mit seinem Muth, wodurch Dein Vater weiland aus schwersten A�then und Gefahren
errettet und zu Glanz und Ruhm wieder aufgerichtet ist, segne Dich Gott! In diesem g�ttlichen Muth halte fest an
Deinem A�niglichen Wort und k�hnen Entschl�sse! Jedes Weichen w�re Verderben. Muth und Hochherzigkeit und
die stolze jeder Gefahr die leuchtende Stirn bietende Majest�t wird Deine eignen Getreuen ermuthigen und st�rken bis
in den Tod und Dir die Herzen der V�lker Deutschlands gewinnen. In der Gr��e des A�hncn, in dem Glanz des
Hohen wird der kleinliche Jammer untergehen und selbst der radicale und socialistische Jammer und Unsinn wird sich
in dem Edlen und Hohen vernichtet f�hlen.
Die� mu�te mein Herz meinem A�nige aussprechen. Dieses Herz klingt und spricht hier nur aus den Herzen
vieler getreuesten und redlichsten Preu�en und Deutschen, die hier neben mir sitzen und k�mpfen.
Ich habe diese Worte nur mit Andacht und Gebet niedergeschrieben unter allen h�chsten Silbern und Erinnerungen
der Vergangenheit und Gegenwart. Gottes Wille geschehe! und er wird geschehen auf Erden wie im Himmel. Gott
schirme, beh�te und erhebe mein Vaterland und meinen K�nig!
Meines Allergn�digsten und
Allerfreundlichsten K�nigs und Herrn
in deutscher Treue allergetreuester und aUerunlerth�nigster
Ernst TNoritz Arndt,
Professor in Vonn und Reichstagsmann
f�r den Areis Solingen.
Geschrieben in �er alten
Aaiserwahlstadt Frankfurt den
9 ten des ?ensmon6$ 5349,
meines Lebensalters
im 80, 3afyre.
Nicht minder au�erordentlich ist die geistspr�hende Antwort des A�nigs, die uns in das Zentrum seiner
politischen Gedankenwelt f�hrt.
II, Antwort des A�nigs an Arndt, geschrieben vom bis M�rz
Charlottenburg I6u5 des M�rz
Sie haben mir, mein lieber, weither Moritz Arndt! im 80. Jahr aus, weyland des h. R�mischen Reichs
Wahl-Stadt Frankfurt am Mayn einen jugendlich frischen Vrief geschrieben, den ich, zwar in gro�er Eil, aber darum
nicht ungr�ndlich zu beantworten gedenke. Zuv�rderst Dank aus F�lle des Herzens; denn das ist ein �chter und rechter
deutscher Mann der mir schreibt. Mit einem solchen, der der Geschichte des herrlichen^ Vaterlandes Ehre giebt u.
der gelernt hat, was ein teutscher F�rst ist, kann ich von Herz zu Herz, von Aopf zu Aopf reden, verstehen Sie mich
recht. Weil das eben Gesagte keine leere Phrase bei mir ist, darum antwort' ich Ihnen, ja antwort' Ihnen mit
Freuden, wenn ich auch nicht annehmen darf, da� die Antwort meinem lieben, alten Arndt Freude machen wird.
* Bisherige lesart: k�niglichen. � * Fehlt tu de� bisherigen Drucke�.
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