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Ernst Moritz Arndt und Friedrich Wilhelm IV. über die Kaiserfrage

Full text: Ernst Moritz Arndt und Friedrich Wilhelm IV. über die Kaiserfrage

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Crnst- Moritz Arndt und Friedrich-Wilhelm IV.
�ber die Kaiserfrage
von
Friedrich Mensel
�2?chon im 2T�at des Jahres W8 hatte Friedrich -UlilhelmIV. keinen Zweifel dar�ber gelassen, wie er sich einer
eventuellen Wahl zum Deutschen Kaifer gegen�ber verhalten w�rde. �Hallen Sie mich", so schrieb der K�nig am
3. Utax an Dahlmann, �weder f�r einen Heuchler, noch f�r einen alte breitgetretene XDege wandelnden Dummkopf,
wenn ich Ihnen rund heraus erkl�re, da� ich die h�chste Krone nicht annehmen werde, wenn sie mir �berhaupt
angeboten w�rde, wozu aber keine Gefahr von f�rstlicher Seite besteht. Das Anbieten von Seite des Volts (�as auch
nicht stattfinden wird) w�re aber mehr als Gefahr. (Es w�re der Beweis der vollendeten Aufl�sung Teutschlands,
wenn es gegen der F�rsten Meinung und Willen geschieht und w�re wahrscheinlich mit Kanonen zu beantworten."^
Nur in einem Fall ist der K�nig damals bereit, eine rechtm��ige, ihn: von den F�rsten gebotene Krone anzunehmen :
�Erst dann, wenn Oesterreich durch feierliche Zur�ckweisung der tsutschen Krone klar bekennt, da� Metternichs Geist
in ihm noch herrscht, erst dann wacht f�r mich die Pflicht auf, diese Sdjmer5ensfrone anzunehmen, ja ich m�chte fast
sagen, nach ihr zu greifen. Dann kann nur preisen helfen," schrieb er am 1,5. 2T?ai desselben Jahres an Dahlmann.^
Noch viel sch�rfer, als in jenem Vnefe von, I.Mai, �u�ert sich der R�nig am 1,3. Dezember seinem ver-
trauten Freunde Vunsen in kondon gegen�ber: �Ich will weder der F�rsten Zustimmung zu ber Wahl, noch bis
Arone Vte Rrone ist erstlich keine Arone. Die Rrone, die ein hohenzoller nehmen d�rfte, wenn die Um-
st�nde es m�glich machen k�nnten, ist keine, die eine, wenn auch mit f�rstlicher Zustimmung eingesetzte, aber in
die revolution�re Saat geschossene Versammlung macht ... ., sondern eine, die den Stempel Gottes tr�gt, die den, dem
1 Springet, Dahlmann II,2*of.
� * ib. II,250, Ganz �hnlich schon am $. Mai, gleichfalls an Vahlmann (Springer II,242):
�So lange die Hoffnung noch vorhanden ist, das ganze Teutschland zusammenzuhalten, ihm Vefterreich5 2? Millionen zu erhalten,
dadurch, da� das Haupt des �Lrzhauses wieder bas unbestrittene Erst� Haupt der Christenheit und als solches Teutschlands Haupt werde,
nehme lch die Reichskrone nicht an .... Erst wenn lch wei�, da� Metternichs heillose Politik, �das Entfernthalten Vefterreichs von
den deutschen Dingen" noch vorherrscht in Vefterreich und gar keine Hoffnung ist, dasselbe mit der alten Reichskrone wieder f�r Teutschland
zu gewinnen, �erb* ich annehmen, aber mit gebrochnem Herzen; denn m�in Reich wird der Rumpf Deutschlands feyit ... .*
        
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