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Friedrich der Große und seine Leute : II Luise Elenore von Wreech; III Charles Etienne Jordan

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : II Luise Elenore von Wreech; III Charles Etienne Jordan

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Dit gen�gen. Sei Vu mein Cicero, soweit es sich um das Recht meiner Sache handelt; ich werde, was die Ausf�hrung
angeht. Dein C�sar fein."1
Zwar war Glogau noch nicht gefallen; mit Vreslau war nur ein Neutralit�tsverlrag geschlossen. Immerhin
befanden sich schon eimge f)I�tze, wie Ghlau, Gttmachau, aus dein jener fr�hliche Vrief vom datiert,
in Friedrichs Hand. Aber die preu�ische Unternehmung war, nach treffender Charakteristik 2, bisher doch nur ein
�milit�rischer Spaziergang" gewesen, und die eigentlichen A�mpfe standen noch bevor.
wenden wir nun den Vlick auf Jordan, so war in diesem beginnenden Rrieggspiel auch ihm eine, wenngleich
bescheidene Rolle zugefallen. Er erhielt das Amt eines Korrespondenten. �Melde mir alles," so hatte schon Ende
November Friedrich ihm von Ruppm aus aufgetragen, �was Du wei�t und was Du nicht wei�t: Nachrichten
�ber Voltaire, Algarotti, �ber Politik, Literatur, �ber das, was man erz�hlt; kurz, melde alles, was Deine Ghren
h�ren und was Deine Augen sehen. Nichts ist in einer Zeit der Aiise gleichg�ltig, und Kleinigkeiten haben oft mehr
mit den gro�en Dingen zu tun, als man denkt." In burschikosem Tone schlie�t er den Vrief, den er kurz vor der
Abreise nach Berlin an den Freund richtet: ,Febe wohl! Am Freitag st. Dezember) werde ich Dich wiedersehen, und
wenn Du mir sagst: Meiner Treu, ich wei� nichtsl dann werde ich Dir die Rute geben." 2 So sind denn auch
die Vriefe Jordans mit Nachrichten aller Art gef�llt. Nach dem Aufbruch des A�nigs schreibt er am
�Alle Welt steht hier in Erwartung des Ereignisses, dessen Grund und Zweck die meisten Menschen nicht bestimmen
k�nnen." Daran reiht sich die Meldung, der �sterreichische General Wallis habe einen Schleyer als Verbreiter einer
k�gennachricht bestrafen lassen: �er k�ndigte die Ankunft eines nahen Messias an; mich", so bemerkt Jordan dazu,
�verlangt sehr nach dieser Art M�rtyrertum." Ferner schreibt er, das wort �Manifest" bilde den Mittelpunkt fast
aller Gespr�che, und man laufe zu den Vuchh�ndlern, wie man eile, um eines angek�ndigten �g�ttlichen Ph�nomens"
ansichtig zu werden. Drei Tage sp�ter erw�hnt er das Ger�cht, der Gro�herzog von Lothringen, Maria-Theresias
Gemahl Franz-Stephan, sei inkognito in Rheinsberg gewesen; in f)aris erz�hle man sich, A�mg Friedrich habe den
Glauben gewechselt. Als Nachricht aus dem Ausland wird einige Wochen darauf die Aunde aufgetischt, sein Glaubens-
bekenntnis sei dem heiligen Vater �berreicht, und dazu die seltsame Votschaft, A�nig Friedrich strebe nach der Kaiser-
krone^ In Verlin freilich, so berichtete Jordan, wollte man den Arieg als einen Religionskrieg ansehen; einzig um
des protestantischen Glaubens willen sei er unternommen worden; man preise Gott, der einen so m�chtigen Sch�tzer
erweckt habe. Andererseits erkl�re man Friedrichs Anspr�che auf Schlesien unbesehen f�r unanfechtbar; �welch sch�ner
Staatsstreich!" f�gte er hinzu. Am 2^. Dezember schreibt er, man verbreite, Friedrich sei bereits in Breslau: �Seit
man glaubt, da� Eure Majest�t imInteresse des Protestantismus handelt, l��t man Sie mit Achilles-Schritten nach
den entferntesten Enden Schlesiens eilen." Und unter dem dritten weihnachtstag wei� er gar zu erz�hlen, man
behaupte hartn�ckig, der A�nig werde sich m�ndlich mit dem lothringer aussprechen und �nach Erledigung der
Gesch�fte mit diesem F�rsten den Aarneval in Venedig verbringen." Muten die letzten Worte bereits wie ein Scherz
an, so �bersendet er am Silvestertage die Schnurre: sein Varbier habe ihm mit eifriger Miene die Einnahme von
Gro�-Glogau mitgeteilt; �das wort Olog
    
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