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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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der sp�tere Minister des K�niglichen Hauses, gest. \Q5^. Den Kronprinzen, etwa �Fritz", bezeichnet der Nachtrag
sicher nicht, den h�tte Prinz Wilhelm auch vor sich selber zuerst aufgef�hrt. Der weg von Heidelberg bis Mannheim
detr�gt 20 Kilometer. Trotz der bekannten Schnelligkeit der russischen Felddroschke des K�nigs, in der er im Kriege
stets fuhr, d�rfte der Aufbruch doch wohl etwas fr�her erfolgt sein, als �bald nach 5 Uhr", da das Gefecht um die
Schanze, das um H^ Uhr etwa begonnen haben wird, bei der Ankunft eben erst beendet war. So steht auch in
dem �Regenten -Aalender" des Kaisers � f. u. die Bemerkung zum \\. Vilde � ausdr�cklich der Aufbruch von
Heidelberg �in der Nacht" und �um Mitternacht" angefetzt, und die Erst�rmung der Schanze �w�hrend der Rhein-
Uebcrfahrt". Vielleicht bezeichnet die Eigenh�ndige Zeitangabe des Kaisers an anderer Stelle: �Um Va� Mannheim"
die Ankunft dort, was mit der Situation gut stimmen und die Zeitangabe f�r die Ueberfahrt in der Unterschrift
unseres Bildes: �um 6 Uhr" best�tigen w�rde. Nach Fransecky's Erinnerungen � f. u. die Bemerkung zum
\\, Vilde � hat der Kaiser ihm erz�hlt: �als wir hin�berkamen, war alles vorbei; ich sah dort aber die ersten
lobten, zum Theil schon ausgezogen, herumliegen � ein beim ersten Male besonders merkw�rdiger Anblick."
Vild. �Aquarelle"; abgeliefert am 20. September M,N.
Friedrich Kaiser, geb. zu T�rrach in W�rttemberg, gest. (889 zu Berlin, war Sch�ler von Horace
Pernet; als eigentlicher Schlachtenmaler war er (8^9/ \$6% \866 und (870/7^ auf den Schlachtfeldern.
F�r Var fur Aube kommt neben den Tageb�chern des Prinzen Wilhelm (f. o. beim Vilde) und einigen
Bemerkungen des Kaisers, die Touis Schneider �berliefert, die augenscheinlich auf Erz�hlungen von Augenzeugen
beruhende Darstellung in seinem �K�nig Wilhelm", S. 50ff. in Betracht. Ver von kouis Schneider eingerichtete
�Regenten-Kalender" wurde dem Kaiser zuerst am Januar vorgelegt.
Der Zusatz des Kaisers bei G. Meding, a. a. V., S. 5/6.
Vie hier zuerst mitgeteilte schriftliche Aeu�erung des Kaisers �ber seinen Ordonnanzritt ist um so mehr
van wert, als noch j�ngst die gute alte Toms Schneidcrsche Tradition in einem Punkte wenigstens angezweifelt
worden ist, was n�mlich den Inhalt des Auftrages des K�nigs an den Prinzen betrifft. ImMilit�r-Wochenblatte
vom November werden von Oberstleutnant von Bremen: �Erinnerungen des Generals der
Infanterie Eduard von Franse cky an Kaifer Wilhelm den Gro�en" mitgeteilt, d. h. kleine Erz�hlungen, die der
Kaifer dein General, als dem Gouverneur von Berlin, im Anfange der achtziger Jahre bei Gelegenheit der Bestimmung
des historischen Gedenktages f�r die t�gliche Paroleausgabe gemacht hat. Hiernach hat der Kaiser von Bar sur Aube
gesagt, er sei vom K�nige, nach der Attacke, nochmals vorgeschickt worden ohne jeden besonderen Auftrag: �ich hatte
keine Ahnung, was ich dort sollte." Ist diese Aeu�erung des Kaisers von Fransecky wirklich richtig verstanden
worden � was noch dahinsteht �, so kann sie nur so aufgefa�t werden, da� der Kaifer damit hat fagen wollen,
er habe gar nicht gewu�t, da� mit der Ausf�hrung des Auftrages eine Auszeichnung f�r ihn verbunden sein werde �
was den Tatsachen v�llig entspricht. Va� der K�nig den Prinzen einfach ins Blaue hinein ins Feuer geschickt haben
sollte, w�re ein milit�rischer Nonsens; denn wann und mit welcher Meldung h�tte denn der Prinz wieder zur�ck-
kommen sollen? Diese, einem Soldaten wie dem K�nige Friedrich-Wilhelm III.am letzten zuzutrauende Verschwommenheit
wird durch des Herausgebers kunstvolle Auslegung wahrlich nicht einleuchtender: der Prinz � man denke: der siebzehn-
j�hrige Prinz! � habe �eine allgemeine Orientierung in der vorderen 3nne" gewinnen sollenl Damit w�re doch
die touis Schneidersche Tradition mit ihrem, dem Wesen des K�nigs und den Forderungen des Krieges entsprechenden
pr�zisen, f�r den Prinzen vielleicht eigens zurechtgemachten Auftrage zu bestimmter, der Jugend des Prinzen
angemessener Meldung schon aus rein milit�risch-sachlichem Grunde nicht zu ersch�ttern, auch ohne den nunmehr
herbeigebrachten direkten Beweis durch diese Aufzeichnung des Kaisers, wie das ja, gegen�ber jener so viel sp�teren
und sekund�ren �berlieferung, nach einem fundamentalen Grundsatze historischer Quellenkritik selbstverst�ndlich ist.
Da� der Prinz, wie Fransecky gleichfalls ewer Erz�hlung des Kaisers entnommen haben will, damals die
Aeu�erung des K�nigs zu Schwarzenberg
�
s. o. S. � nicht geh�rt hat, beweist nat�rlich gar nichts dagegen,
da� sie doch gefallen ist.
27,
�
        
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