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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Die zur Seite des Vildnisses bemerkten Tage [2^. May \S0\\ K�nigsberg 26.Iuni^309; Berlin 22.2T?dr5 \H\O]
bezeichnen die Grenzen unserer innigeren Verbindung. (Erinnern Ew. K�niglichen Hoheit Sich mal noch, da�, als Sie
meiner Aufsicht waren anvertrauet worden, Sr. K�nigliche Hoheit der Kronprinz an einem der sch�nsten May-Morgen
Sie in Charlottenburg abholte, da� wir eine fr�hliche Fahrt nach Potsdam nmchten, und den ersten Abend in gegen-
seitiger Vertraulichkeit begingen? Der Augenblick aber in K�nigsberg, der uns trennte, am Morgen als des Kronprinzen
K.H. die Reise durch einen Theil von Preu�en antraten, wird dem Ged�chtnisse Ihres Herzens nicht entfallen seyn.
Da ich mir bewu�t bin, im kaufe dieser acht Jahre Ew. K�nigl. Hoheit in Ihren gesunden und kranken
Cagen, in guten und b�sen Zeiten meine Pflichten nach meinen Kr�ften erf�llt und unzweideutige Beweise treuer
Anh�nglichkeit gegeben zu haben, so hoffe ich, da� Sie, Theurer Prinz, mein Vildni� mit G�te annehmen und
aufbewahren werden. M�ge der Vlick desselben jederzeit die w�nsche auszusprechen scheinen, welche ich f�r
Ew. K�niglichen Hoheit eigene, f�r des ganzen K�niglichen Hauses und des Staats Wohlfahrt am heutigen wie an
jedem Ihrer kommenden kebenstage mit unaussprechlichen Gef�hlen Hegel
Ehrerbietig Friedrich Delbr�ck."
Ueber das Unifornitragen der K�nigin vergl. das etwas bashafte Urteil von Friedrich Augusts tudwig
v. d. Marwitz in dessen �Lebensbeschreibung", neue Ausgabe von Friedrich Meusel, Verlin I,S. 26^.
Der �Spenzer" der K�nigin verdankt �brigens nur einem Zufalle seine Erhaltung: ein bei der Veisetzung
der K�nigin in Verlin anwesender Gffizier der K�nigin-Dragoner erwarb ihn von einer Kammerfrau! � Die von
der K�nigin den Mannschaften bestimmten 200 Friedrichsd'or lie� der vorsorgliche, brave, sechzigj�hrige Gberst
Christian-Johann Friedrich-Gtto von Zicten nicht auszahlen: �um sie f�r den Rothfall f�r die Campagne zu bewahren"!
Das f�hrte denn auf dem R�ckzuge nach Auerstcdt am 25. Oktober zu einem Neberfalle auf den Kassenwagen:
seit dem Oktober hatten die Dragoner kein Craktament erhalten. -^ Die Seelhorstsche Attacke van Auerstedt s. bei
Max Lehmann, Scharnhorst, Leipzig I.S. H37. �
Woher Friedrich Adami, Das Vuch von Kaiser Wilhelm, Bielefeld und Leipzig I.S. 60, sogar die
genaue Angabe des palaisfcnsters entnommen hat, an dein die Prinzen gestanden haben sollen: �am dritten des
ersten Stockwerkes linker Hand, wenn man von der Schlo�br�cke her �ber den Platz am Zcughause kommt," gibt er
leider nicht an. Hier auf dem Vilde ist jedenfalls ein Parterrefenster gemeint, wie die heraufragenden K�pfe des
Stra�enpublikums zeigen.
Vei dem Anblicke des gepuderten Kopfes des Kronprinzen �u�erte Kaiser Alexander II. ss. o. die Bemerkung
zum 2. V�d�!): �Meine Mutter stie Kaiserin Charlotte) hat mir oft erz�hlt, da� sie als kleines M�dchen geglaubt,
der Puder sei der Schwei� bei den M�nnern; weil die Gffiziere zu ihrer Zeit nur noch bei Paraden (bis
gepudert erschienen, namentlich ihre beiden Vr�der Fritz und Wilhelm." In seinem Berichte verwechselt (ouis
Schneider augenscheinlich den Kronprinzen mit dem Prinzen Wilhelm; denn von diesem ist ein gepuderter Kopf in
unserer Sammlung nicht zu erkennen.
5. Vild. Der Name des K�nstlers fehlt beim Originale; er ergibt sich aus Paul V�rde's Quittung:
�Aquarelle"; abgeliefert am Juni f�r 50 Friedrichsd'or.
In dem F�hnrichs 'Patent vom 22. M�rz !^80? stand urspr�nglich: �bey dem Bataillon keibgarde", woraus
dann �bey der Garde zu Fu�" korrigiert ist; f�r die Schnelligkeit der damaligen Umformierungen bezeichnend.
Napoleon soll in Tilsit den K�nig gefragt haben, ob er denn tagt�glich diese langen Knopfreihen auf- und
zukn�pfen m�sse, wie die Prinzessin ?uife von Preu�en, Prinzessin Radziwill Anfang Juli \W? zu erz�hlen wei�:
�regardant ses pantalons gris, il lui dit: ,Vous ?tes oblig� de boutonner tous les jours tous ces boutons-l?! Est-ce
par en haut ou par en bas que vous commencez?'" Hohenzollern -Jahrbuch 899, p. Vailleu, K�nigin Cutfe in Tilsit.
6. Vild. Der Zeichner und Maler Ludwig Vurger, zu Krakau geboren, zu Verlin
gestorben, war besonders t�tig als Illustrator f�r die Leipziger Illustrierte Zeitung; und war er
mit auf den Schlachtfeldern.
(JoIj(njoIt(rTT'3aljtbu* 1908. 23
        
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