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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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wahrgenommen, mit welchem Eifer uno Application" der Prinz �den Krieges -;Dicnft und alle dahin geh�rigen
Wissenschaften und Aenntnisse Sich bisher hat angelegen seyn lassen." Noch als (Dberft war der Prinz mit der
F�hrung eines Bataillons des \. Garde-Regiments zu Fu� beauftragt, aber bereits am 6. April \8\7 konnte er,
wegen Erkrankung des Regiments-Aommandeurs, die F�hrung des Regiments �bernehmen, und am 28.Februar
wurde er Kommandeur der aus dem 5. und 2, Garde-Regiment zu Fu� und dem Garde-Z�ger-Bataillon bestehenden
Infanterie der Garde-Brigade. Dem Prinzen, in seiner Vescheidenheit, schien zuerst die gelegentliche F�hrung gr��erer
bei Felddienst�bungen wohl �embarassant"; um so gr��eren Eindruck machte auf ihn daher sein
rasches Aufsteigen, und den bleibendsten, als er den Generalsrang erreichte, wie das im \7> Bild, von Oskar lVisnieski,
dargestellt wird: �General von witzleben eine Allerh�chste Cabinets^(Dr5re �berreichend, enthaltend die Ernennung
zum General-Major. 3^. M�rz (Abbildung Tafel VIII oben.)
Noch nach mehr als einem halben Jahrhundert waren dein Aaiser die kleinsten Umst�nde dieses Vorganges
so vertraut, da� er sie in einem Eigenh�ndigen Briefe vom 20. November an den Aommandeur des 2. Garde-
Regiments zu Fu�, Gberst von wissmann, aufs eingehendste zu schildern vermochte: �Am 29. M�rz Sonntag)
fand ein Vall beim A�nig Friedrich Wilhelm III.in, Prinzessinnen-Palais statt. Da zum andern Tage, dem 30. M�rz,
dem Schlachttage von Paris, wie herk�mmlich, das gro�e Avancement erwartet wurde, so wurden, wie immer,
Kombinationen zu demselben gemacht. So wurde zu einer derselben gewettet, ich w�rde am andern Cage General-
Major werden. Ich ging die wette ein . .. und so wurden Bouteillen Champagner als wettpreis ausgesetzt.
Als am 30. es war aber erst am 3^. M�rz, s. u. Bemerkungen zum 1?. Bildes die Berliner Garnison zur gro�en
Farads ausr�ckte, und ich zum erstenmale den Degen als Vrigadekommandeur zog, richtete ich vom rechten Fl�gel-
offizier des 2. Garde-Regiments (der am rechten Taternenpfahl des Vpernhauses stand) die Points aus, als der General-
Adjutant von Witzleben �ber den damals sehr sandigen Gpernplatz geritten kam und von hinten durch das en li^ne
stehende Bataillon durchbrach, nach des A�nigs Palais reitend. Er gr��te mich, und ungef�hr Schritte daraus
hielt er sein Pferd an, kehrte um, kn�pfte die Uniform auf und zog � den wohlbekannten blauen Brief heraus,
ihn mir �bergebend, bedeutungsvoll l�chelnd. Va schlug mir doch das Herz gewaltig; ich �ffnete die Ordre, las
sie � es war die Ernennung zum General-Major. Sofort sagte ich dies dem Gberst von Huadt, der neben mir
hielt, bat den Herzog Aarl szu Mecklenburg-Strelitz, den Aommandierenden General des �Garde- und Grenadier-Aorps"^
und den General
--
Leutnant von Alvensleben Johann -Aarl von Awsnsleben war damals Generalmajor und Chef
der Garde-Brigade, erst Generalleutnants nach dem Palais reiten zu d�rfen, um mich beim A�nige zu melden
und f�r die gro�e Gnade zu danken, und nahm dann meinen Platz am rechten Fl�gel des 2. Garde-Regiments ein.
Zum Viner sendete nur mein A�mglicher Vater ein Paar seiner eigenen Spauletts, mit denen ich dann freudestrahlend
erschien. Da� ich ebenso freudig die wette fan General Graf Brandenburg) Friedrich-Wilhelm von Branden-
burg war damals Vberst und Commandeur des Regiments Gardes du Corps, erst Generals zahlte, versteht
sich von selbst. Wilhelm."
Ueber diese �Anden-Parade" berichtet die �Vossische Zeitung": �Dienstag den 3!f. M�rz paradirte zur
Feier des (des Pariser Einzuges von die hiesige Garnison in zwei Reihen unter den binden. Se. Majest�t
der A�nig, begleitet von einem zahlreichen Gefolge, nahmen dieselbe in h�chsten Augenschein, ritten unter Hurrah-
rufen und militairischen Ehren die beiden Fronten entlang und lie�en hierauf die Truppen in Parade vor sich defilireu.
Mittags war gro�e Cafel bei Sr. Majest�t." Am H. April wird gemeldet, da� bei der Parade am 5^. M�rz unter
den Bef�rderungen auch die des �Prinzen Wilhelm von Preu�en, Chef des ?""Infanterie-Regiments st. westpreu�ischen)"
zum Generalmajor bekannt gemacht worden ist.
Die Situation, wie sie des Aaisers Brief zeichnet, gibt Bild 5? getreu wieder; bei dem einen Rotfuchs
reitenden Prinzen Wilhelm f�llt auch auf der Nachbildung die frappante Aehnlichkeit ins Auge, die sein Gesicht mit
dem unseres jetzigen Aronpnnzen Wilhelm zeigt, so auffallend, da� man sich vergegenw�rtigen mu�, da� dies Aquarell
zwar erst verh�ltnism��ig sp�t, gemalt worden ist, aber doch zu einer Zeit, als unser Kronprinz erst ein Jahr
        
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