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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Unser Vild zeigt den K�nig vorn im Aahne, mit mngeschlagenem Mantel, hinter ihm Prinz Wilhelm, wie
er gespannt den Erl�uterungen des ganz an der Spitze stehenden russischen Generals, vielleicht Sacken's selbst, zuh�rt;
neben dem Prinzen steht wohl der Rittmeister Graf Anton zu Stolberg, Fl�geladiutant des K�nigs. Dunkelgr�ne
Russen mit gr�nen Federb�schen, graublaue Preu�en, Kasaken, zuni Teil mit Pferden, die Rheinschiffer: alles gibt
ein bewegtes Bild �ber dem wei�gr�nen Rheinwasser, im Morgengrauen, das nur ein lichter Streif im Westen erhellt,
von wo die Berge des linken Ufers bl�ulich her�berschnnmern.
hatte hier der Prinz doch nur von ferne die Wirkung eines Gefechts seheil und den ersten Gindruck eines
Gefechtsfeldes in sich aufnehmen d�rfen, das ihm freilich �einen herrlichen unverge�lichen Anblick" bot, so war ihm
auch an den Tagen von 3a Rothiere und Rosnay, am 5. und 2. Februar nur von weitem die siegreichen
K�mpfe zu beobachten verg�nnt, wenn er auch hier �die ersten �ugeln" h�rte. Vas Vild aber, von Friedrich
Kaiser: �Prinz Wilhelm im Gefecht w�hrend des Treffens bei Var sur Aube am 27. Februar stellt die
eigentliche Feuertaufe des Prinzen dar, wie sie jetzt unter anderem auch im Marmorrelief in der Kaiser-Wilhelm-'
Ged�chtniskirche festgehalten ist. (Abbildung Tafel V oben.)
Nach dem wochenlangen Zaudern der Hauptarmce, die durch milit�rische Unentschlossen heit an leitender Stelle
wie durch den wechselnden Gang diplomatischer Verhandlungen doppelt gel�hmt wurde und haupts�chlich durch ihre
Unt�tigkeit die schweren Schl�ge verschuldete, mit denen Napoleon's geniale Tatkraft in den Tagen vom 9. bis Februar
die �Schlesische Armee" traf, war es wesentlich des preu�ischen K�nigs Initiative, die dem �Retirircn" ein Ende
machte. In der Erkenntnis, da� die Offensive der Hauvtarnice n�tig sei, um Napoleon zu hindern, sich wiederum
gegen Flanke und R�cken der Vl�cherschen Armee zu wenden, bewog er den F�rsten Schwarzenberg, die g�nstige
Gelegenheil nicht vor�bergehen zu lassen, bei Var sur Aube, am Gabelpunkte der beiden gro�en Stra�en von kangres
und Chaumont auf Vrienne und aus Troyes, mit �berlegenen Kr�ften dem Feinde eine Niederlage beizubringen.
Das russische Korps Wittgenstein und das �sterreichisch^bayerische Korps wrede, etwa HH00N Mann, stie�en auf zwei
schwache franz�sische Korps unter dein Marschall Gudinot, dem auch dem Prinzen Wilhelm vom M�rz von
dem Durchmarsche seines Korps durch Verlm her wohlbekannten tapferen Herzog von Reggio, dem ,,Da)^^ moderne"
der Napoleonischen Armee, etwa 33000 Mann, die �stlich des Aube -Flusses, also vor dem D�file, unter Festhaltung
der Stadt Var sur Aube Stellung genommen hatten. Des K�nigs Handeln war peinlich bedingt und gehemmt
dadurch, da� er bei der Hauptarmee nur �ber einen geringf�gigen Teil seiner eigenen, preu�ischen Truppen verf�gte;
seine Garden, 5 Vataillone und 8 Schwadronen, zusammen nur etwa 5800 Mann stark, verschwanden f�rmlich
unter den russische �sterreichischen Massen, und gerade hier, vor Var sur Aube, mi�lang auch sein Versuch, wenigstens
seine Garde-Kavallerie heranzuziehen an ihrer von ihm nicht gewollten Zersplitterung, was er aber zu tun vermochte,
das geschah: seine und seiner S�hne Person einzusetzen und die wankende Entschlu�kraft der F�hrer zu starken.
wieder k�nnen wir uns von dem Prinzen felbst berichten lassen, was er an diesem f�r ihn so bedeutungs-
vollen Tage erlebte: Am 27. Februar in Colombey les deux Eglises, einem Vorfe zwischen Chaumont und
Var sur Aube, wo Friedrich-Wilhelm III., er allein von den Monarchen, Halt gemacht, da es seine Art nicht sei,
immer gleich davonzulaufen, �um ? Uhr stNorgens) lie� der K�nig, Fritz Kronprinzen) und mich mit tuck
Oberst Hans -Philipp -August von kuck, Militair-Gouverneur des Kronprinzen, sp�ter General der Infanterie und
General-Inspekteur des Militair-Erziehungs- und Vildungswesensj zu sich kommen; er sagte uns wir sollten voran
reiten um dem Gefecht beizuwohnen; wir sollten uns aber nicht unn�tz exponieren, und befahl kuck darauf zu sehen,
wir ritten mit den �brigen Herren des Hauptquartiers also ab; kaum hatten wir den halben Weg zur�ckgelegt so
kam uns der K�nig schon nach . .. Alles stand zum Angriff bereit. Grade als wir ankamen, wurde die Disposition
ausgegeben . . . Alles setzte sich in Marsch. An den �u�eren G�rten der Stadt, engagirte sich ein Tirailleur-Gefecht.
Wir sahen demselben zu, von Weinbergen, welche rechts von Var, ziemlich mit den ersten H�usern desselben in einer
H�he liegen . .. Der Feind zeigte sich auf der H�he jenseit der Aube im Vivac; in einzelnen Trupps auf der Chaussee
        
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