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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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von feiner Hand, Me das etwa J8<$2 niedergeschriebene Urteil Reiche's best�tigen: �Besonders thal sich der Prinz
Wilhelm durch schnelles Auffassen und durch einen praktischen Versland, durch gro�e Ordnungsliebe, Talent zum
Zeichnen und durch einen f�r sein Alter ernsten und gesetzten Charakter hervor. Es lag in ihm der wahre zuverl�ssige
Soldat und Anf�hrer, wie er es nachher auch im pollen Maa�e geworden ist." Zur praktischen Anwendung dieser
Studien ward dem Prinzen, bei einer Felddicnst�bung, wie sie der U�nig in jenen Jahren selbst intensiv betrieb, der
Auftrag, auf dem damals noch kahlen Babelsberge eine Feldschanze anzulegen zur Deckung des Ueberganges vom
Glienicker Werder nach Nowawes. Nach seiner Tracierung � Frontl�nge 3 Ruten, die Flanken je 2 Ruten lang,
unter Winkeln von Grad ansto�end
�
lie� der Prinz von Grenadieren der Garde zu Fu� die Schanze an richtig
gew�hltem Platze ausf�hren, zur Zufriedenheit des k�niglichen Kriegsherrn, Die Situation wird durch die Unterschrift
des Vildes ausreichend bezeichnet. Vie Grenadiere sind in ihren so einfach gewordenen Uniformen getreu dargestellt.
Der Herzog Aarl zu Mecklenburg -Strelitz, der Halbbruder der K�nigin kuise, geboren J785, gestorben (837, war
damals Oberstleutnant beim Regiment Garde zu Fu�; sp�ter viele Jahre hindurch Aommandierender General des
Garde-Aorvs, stand er als solcher mit dem Prinzen Wilhelm stets in enger dienstlicher Verbindung.
Fast ein halbes Jahrhundert hiernach fand der Prinz-Regent im Parke des von ihm erbauten Schlosses
Vabelsberg die alte Schanze wieder, zwar verfallen, aber in ihren Umrissen noch erhalten; zur Erinnerung an jene
fernen Zeilen lie� er sie im Juni durch ein Aommando des Garde-Pionier-Vataillons in ihrer fr�heren Form
wiederherstellen, die Ma�e, das Profil der damaligen Feldschanze, die H�he der Feuerlinie, die kage des �u�eren
Grabenrandes selbst angebend, dabei, mit dem uns so von Herzen wohltuenden wahren Naturgef�hle daf�r Sorge
tragend, da� die mittlerweile in der Schanzenanlage hochaufgeschossenen V�ume unversehrt gelassen blieben. was ihr
an milit�rischem Werte damit entzogen, das hat die alte Schanze an poetischem, ideellen Reize gewonnen; gerade in
dieser Gestalt bildet sie heute ein doppeltes Wahrzeichen f�r den jungen Prinzen und unfern lieben alten Aaiser Wilhelm. �
Was in Theorie und Praxis der junge Soldat gelernt, das sollte er bald genug, oder endlich dochl vor dem
Feinde zu erproben Gelegenheit finden. In die aufsteigende Morgenr�te der Freiheitskriege hinein f�hrt uns das
?. Silo, von Gskar Wisnieski: �Beim Ausmarsch aus Breslau. M3." (Abbildung Tafel IIIunten.)
Am 22. Januar war der A�nig mit dem Kronprinzen von Berlin nach Breslau gereist, um ungehindert
durch die in der Hauptstadt ihn umdr�ngenden franz�sischen Truppen seine Entschl�sse fassen, seine Ma�nahmen
treffen zu k�nnen; am 2H. Januar folgte Prinz Wilhelm mit seinen Geschwistern dorthin nach. �Vorbereitung zum
Rrieg" war jetzt auch f�r �en Prinzen die losung, zu seinem Schmerze aber zun�chst ohne Erfolg, da der A�nig,
den, die K�nigin kuise die k�rperliche Schonung ihres zweiten Sohnes besonders ans Herz gelegt hatte, ihn f�r noch
zu schwach zu den Strapazen des Feldzuges erkl�rte. Der Rronprmz und Fritz-kouis, ja auch der kaum einen Monat
�ltere �Fritz Cr�nien" ff.o. S. durften mit ins Feld � Prinz Wilhelm mu�te sich bescheiden, gewi� zu seinem
Heile. Aber mit tiefster Seele erfa�te er die erhebenden Eindr�cke jener gro�en Vreslauer Tage, am st�rksten wohl
den des M�rz, als des A�niZs Aufrufe �An Mein Volk" und �AnMein Rriegsheer" verk�ndet wurden.
Unser Bild stellt den Feldgottesdienst dar, durch den das dem A�nige von Potsdam hierher Zefolgte Regiment
der Gardes du Corps f�r den Feldzug die weihe empfing. Zwei Tage zuvor war auch der Kaiser Alexander I.
von Ru�land in Breslau eingetroffen; beide Monarchen mit den Prinzen und Prinzessinnen nahmen an diesen
Feierlichkeiten teil. Das Regiment war auf dem heutigen Tauentzienplatze : �auf dem Schweidnitzer Anger um das
Monument aufgestellt, welches in der Mitte eines weiten Platzes, einst seine eigene Familie dem ber�hmten Verteidiger
von Breslau dem wackeren von) Tauentzien, errichtete; eine passendere Stelle konnte hiezu
nicht gew�hlt werden. Der Feldpropst Gffelsmeyer weihete die kampfger�stete Trupps mit wenigen
kr�ftigen Worten zu den ernsten, schweren Pflichten ihres Ariegerstanbes. Hierauf wurden aus dem gro�en Auarree
kleinere, von je 2 und 2 Eskadrons, formirt. und die Majors sphilipp-August kudwig) von tedebur sp�ter General
der Kavallerie) und von woedtke ssv�ter Oberst) lasen bei den Gardes du Torvs den herzerhebenden Aufruf des A�nigs
�oVn�ouiniOa&tt�tn^ 1908, 20
        
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