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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Taschen). Sie fuhr an der Front des in Paradestellung stehenden Regiments entlang, setzte sich bann an feine spitze
und f�hrte es mitten durch die Stadt bei dem K�niglichen palais vorbei, an dessen Fenster die K�niglichen Prinzen,
darunter auch der hochselige Kaiser Wilhelm I,, standen, Allerh�chstwelcher gegen bas Regiment oft dieses
Ereigni� erw�hnt hat. Hinter dem Brandenburger Thor blieb die K�nigin halten, und das Regiment marschirte
an feinem hohen Chef vorbei ....
�Dag (Dffiderforps und die Junker wurden nach Charlottenburg zur Tafel befohlen und h�chst gn�dig von
den beiden Majest�ten empfangen. Jedem Officier schenkte die K�nigin eine Sch�rpe .... Die Mannschaft erhielt
ein Geschenk von 200 St�ck Friedrichsd'or."
Die Tatsache, da� die eben erst, am \6. September, aus Freienwaldc nach Berlin heimgekehrten Prinzen bas
Regiment damals gesehen, steht fest; nur ob bas vom palais aus geschehen ist, k�nnte zweifelhaft erscheinen. 3n
Delbr�cfs Tageb�chern hei�t es bei Donnerstag, den \Q> September
�Durchmarsch des Dragoner-Regiments K�nigin�. ?s r�ckte ein durch das Oranienburger und ging nach
dem Brandenburger K�niginn, in der Uniform des Regiments halte es in Empfang genommen und degleitete es.
Gro�er Zuflu� von Zuschauern."
Unmittelbar dahinter aber bemerkt Dclbr�ck:
�Auf dem R�ckwege Besuch bey der prinzessm von (Dranieu" n�mlich der Prinzessin U?ilhelmine, Schwester
des K�nigs Friedrich Wilhelm III., Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Vranien-Fulda, Mutter der Vettern Wilhelm
und Friedrich von Gramen (f. o. S. \%7) � und f�hrt dann fort:
�Dann im Palais, wo noch der Hof war."
Danach also w�ren die Prinzen ausgegangen, um den Durchmarsch 311 sehen, wie das bei gleichem Anlasse,
z. B. zum 21. Februar beim Durchmarsche des Dragoner-Regiments Pfalz-Bauern, in Delbr�ck's Tageb�chern
ausdr�cklich bemerkt wird: �wir gingen ihm entgegen bis unter die Anden". Auf dem Marsche �ont Oranienburger
nach dein Brandenburger Tore konnten die K�nigin-Dragoner freilich auch die Granienburgerslra�e lang reiten nach
dein Monbijouplatze, um �ber die Friedrichs- (sp�ter Herkules) Br�cke und die beiden Pomeranzen-Br�cken � von
denen die �Gro�e" heute �Neue Friedrichs- Br�cfe" hei�t, die �Kleine" heute verschwunden ist � nach dem Lustgarten,
um am Palais des K�nigs vorbeizuziehen: der direkte IDeg f�hrt aber durch die Friedrichstra�e und Unter die binden,
und Umwege vermeidet der Soldat eigentlich instinktiv auf M�rschen.
Hatte die (Ernennung der K�nigin zum Regiments -Chef selbst den trockenen Prinzen-Erzieher 511 der Tage-
buchnotiz begeistert: �M�ge sie einst in einem entscheidenden Augenblicke, fie selbst an die Spitze des Regiments sich setzen",
so bemerkt er jetzt nach dem Charlottenburger Festmahle, au dem auch die Prinzen teilnahmen: �Die Entlassung
dieses Vfficier-Corps von Seiten der K�niginn sowol als des alten M�llendorff Michard -Joachim -Heinrich
von Md'llcndorff, der Held von keuchen, jetzt Gencral-Feldmarschall^ hatte etwas sehr feierliches."
Noch kurz vor der Katastrophe, am \0, Oktober \80�, bei lindcrbach, �stlich von Erfurt, an der Stra�e
nach Weimar, nahm die K�nigin, wieder �in Regimentsuniform", den Vorbeimarsch ihres Regimentes ab, das auch
in dem ungl�cklichen Feldzuge seinem alten Ruhme und seinem neuen Namen Ehre machte. Bei Auerstedt waren
es K�nigin-Dragoner, leider nur eine schwache Schwadron des ganz zersplitterten Regiments, die unter dem Vberst
Rudolf. Moritz von Seelhorst auf dem von Scharnhorst geleiteten linken Fl�gel einen Augenblick bas Schicksal des
Cages wenden zu k�nnen schienen, wie bas Scharnhorst's Biograph mit packenden Worten schildert:
�Seelhorst wollte der V�ter werth bleiben: Fanfare lie� er blasen zum Angriffe auf den Franzmann. Da
bekamen Freund und Feind noch einmal zu empfinden, was die alte preu�ische Kavallerie war. Als die blauen
Reiter �ber bas Vlachfeld einherbrausten, stutzten Infanterie und Artillerie der Franzosen, die Preu�en aber r�ckten
jubelnd vor, Erfolg um (Erfolg erringend. � Scharnhorst rief seinen Bataillonen das stolze wort zu, sie h�tten die
preu�ische Monarchie gerettet."
        
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