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Zwei hohenzollernsche Harnische im Zeughaus zu Berlin

Full text: Zwei hohenzollernsche Harnische im Zeughaus zu Berlin

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Aursachsen durch die \582 erfolgte Verm�hlung des zwemndzwanzigj�hngen Aurprinzen Christian mit Sophie, der
vierzehnj�hrigen Tochter Johann-Georgs, wieder besonders enge gekn�pft worden, auch wurde der letztere sp�ter
Vormund feines beim Ableben des Daters erst achtj�hrigen Enkels Aurf�rsten Christian II. und da d�rfte um die
Zeit nach wenigstens die eine R�stung abgegeben worden fein. Ist dies auch kein sicherer Vcweis, so steht
eins fest, da� wir n�mlich heute allen Grund haben, jene Abgaben, gleichviel wann sie erfolgt sind, dankbar zu
begr��en. Bei den schweren Schicksalen, die unsere althohenzollernschen IVaffensch�tze bis ins Jahrhundert erlitten
haben, w�rden diese jetzt gl�cklich wiedergewonnenen gro�en IVaffenst�ckc h�chstwahrscheinlich ebenso verloren gegangen
sein, wie das meiste andere. Dank der im 5 6. Jahrhundert besonders nahen Beziehungen der H�fe -von Berlin und
Dresden haben sich diese historischen St�cke erhalten. Johann-Georg von Brandenburg und August von Hachsen
haben sich, wie aus dein Ton des Vriefoerkehrs zu erkennen, besonders nahe gestanden, und der erstere hat als
Kurprinz besonders gern in Dresden geweilt. (Ein Brief seines Herrn Vaters ist erhalten, worin der Sohn sehr dringend
aufgefordert wird, endlich doch nach Hause zu kommen. Diese Vorliebe f�r Dresden hat dem jungen Herrn jedenfalls
nichts geschadet, denn er hatte 23 Ainder � die letzten Hohne wurden ihm im 72. und 75. Lebensjahre geschenkt �
�116 ist ein ebenso sorgsamer Hausherr seines Landes geworden, wie sein Freund von Sachsen, wenngleich bei feinen
h�chst beschr�nkten Mitteln und landesherrlichen Befugnissen nicht so erfolgreich.
Vei ihrer Aufstellung im Zeughause hat die kurf�rstliche R�stung als Zusatz den in Holz modellierten Aopf
des jugendlichen Br�utigams bekommen, das wohlgelungene Werk des Bildhauers R. langer in Berlin und Geschenk
eines vielgeehrten F�rderers der preu�ischen Kunstsammlungen. Der Portr�tkopf belebt die R�stung ganz au�erordentlich;
die ganze Erscheinung ist durch ihre vornehme Einfachheit ergreifend; sie wirkt wie ein Reiterstandbild der Renaissance.
Anhang
Die nachstehend abgedruckten, im A�niglich S�chsischen Staatsarchiv befindlichen Briefe sind daraufhin aus-
gew�hlt worden, um die f>ferdenot jener Zeit (siehe vorn S. kenntlich zu machen. Da sie ein anmutendes Bild
des Verkehrs der H�fe von Brandenburg und Aursachsen geben, so werden sie vollst�ndig abgedruckt.
Brief. Schwerin, 25. Januar Aurf�rst Johann-Georg von Brandenburg an Aurf�rst August von Sachsen,
sl^oc. 8505. Vlt.50 und Bit.35. Brandenburg?. Churf�rst Hans Georgen Schreiben ic.)
vnser Freuntlich dinst vnnd was wir kiebs vnd gutts vormugen Altzeit zuuor. Hochgebornner F�rst, Freunt-
licher ticber Ghaym, Schwager, Bruder vnnd Gefatter. E. k. jungsts schreiben habenn wir neben Vberschickung
dcrselbenn Rustmeisters Hansen keuthenern allenthalben freundtlich vornommen, vnnd ist derselbe Rustmeister anhero
zeitlich gnug bei vns ankommen, Darumb k, k. endtschuldigung de� vortzugs halb nit nottig gewesen, vnnd thun vnn�
also gein E. t. derselben Verschickung vnnd wilfarung gemelts Rustmeisters halb himit zum freundlichsten bedancken,
haben ine auch al�baldt nach geendigtem Ritterspiel alhie widerumb an L. t. erlaubt vnnd abgefertigt, vnnd wollen
ein solchs hinwiderumb L. t. zu jeder Zeit freundtwillig vordinen, Wie wir dan derselben E. t., dern wir di� also
zu sreundtlicher antwort nit vorhalten wollen, in Allewege vnsers Vormugens zu freundlichen Dinstenn gneigt seinndt.
Datum Schwerin Mitwochs post Conuersionis Pauli Anno ic< kvijt.
U)ir hetten E. t. auch gern itzo einen guthen Rengaul mit zuferttigen wollen, so haben wir
doch zu Schwerin noch sonsten nichts tuglichs gesehen oder erfarn m�gen, wir haben aber einen, welcher
nit fast starck ist, selb gerandt, was daran ist wirbt E. k.Rustmeister derselben wal berichten, vnnd do
E. k. nun den dar�ber haben wollen, seindt wir des freundlichen erbiettens, L. t. dene vf ir ferrer
schreiben freundtlich zu vberschicken.
        
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