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Zwei hohenzollernsche Harnische im Zeughaus zu Berlin

Full text: Zwei hohenzollernsche Harnische im Zeughaus zu Berlin

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�l?arfenfrage barri indes noch der L�sung. InN�rnberg war f�r jeden verst�hlten
Harnisch ?�Teiftermarfe 11116 st�dtisch'.' beschau gesetzlich vorgeschrieben, doch aud)
hier fehlen sie h�ufig.
Der Harnisch pr�sentiert sich gleichfalls zu Pferde und hat schon \(>o<> bief�
Aufstellung bekommen. Sold)? holzgeschuitzten Pferde sind in Dresden seit \�*)\
uadnveisbar, wurden indes audi sp�ter angefertigt. Nnsere beiden Rosse scheinen
zu den allen Best�nden 511 geh�ren. Technisch nicht besser wie heutige Aarussel!
pferde gearbeitet, geigen sie doch ganz charakteristische formen; dort ein hoch
aufgesetzter, hinter den Z�gel gerittener Turniergaul, hier ein ruhig ausschreitendem
Schlachtro�. 2luch der Typus entspricht den gleichzeitigen Abbildungen: mittelgro�,
fdnueivr 'Kopf, Senkr�cken und zu weich gefesselt. Diese Rafft war keineswegs
edel, und jedenfalls viel zu schwach f�r die Anforderungen damaliger Reiterei
mit ihren starken Paraden durch das Ges�� lind die fnrchtbar scharfe Aandare,
)Nit den Pferden hatte es daher immer die gr��te Hot. Wahllose Cm-niere mi�
langen, weil die (S�ule versagten, und wurden sie ausgcfocbtcn, so waren die
Pferde gew�hnlich auch fertig, sinnier wieder fehlte den Herren das passende
pferb, von dem �brigens nidit viel mehr gefordert wurde, als sicherer Geradeaus �
galopp. selbst Aurf�rst August von wachsen, der gr��te norddeutsche Remislall
besitzer seiner Zeit, war h�ufig in Verlegenheit. Diese reiterifche, rage wird durch
Briefe jimfd^en den l)�fcn von Berlin und Dresden beleuchtet, welche im Anhang
mitgeteilt werden, wiewohl fie im wesentlichen nur zwei 3 re umfassen, geben
sie ein Vild von dieser f�r heutige Begriffe unertr�glichen pfer6enot.
An dem Pferde 6cs Aurf�rsten ist eine urspr�ngliche ?lu?tiuenfdjleife
bemerkenswert, sowie die lederne Sdnpeifnuinfd)ette mit goldenen Nestelspangen
und c^uastenfchn�ren. Diese �t�anfdiette sollte das verschmutzen des Schweifes
beim Stallen verhindern und somit auch Harnisch und pfcroe^cug bewahren.
(Neiv�hnllch wurde der schweif aus diesem (Grunde aufgeknotet; das vornehmste
waren diese �llanschetten, die heute zu den kostbarsten Seltenheiten geh�ren.
Sdilk^lidi bleibt der Degen des Aurf�rsten zu betrachten ffie?^e nebenstehende
Abb.), Es ist ein Stiicf von vollendetem Adel. Der Griff aus gebl�utem Eisen
ist ein Zierst�ck von allerfeinster Art und doch gar nicht verziert. Ganz allein
tut es die reine Form. Aus Zweck und schlichtestem �Naterial wurde hier eine
tDaffe von solcher Sch�nheit und Gebrauchsf�higfeit, somit von solcher Stilreinheit
geschaffen, wie es selbst in jener kunstf�hlenden Zeit nirgends so vollkommen 511
finden ist, als oben bei !Oaffen. Auf diese f�r das kunstgewerbliche Studium
durchaus nicht gen�gend gew�rdigte Tatsache hat Seniper, der Bahnbrecher des
modernen Kunstgewerbes, schon vor <,!) fahren hingewiesen. Trotzdem, wie wenige
wissen hente, wie wunderbar alte Waffen sind. So hoch stehen fie, da� das
Auge gar nicht die k�nstlerischen oder �sthetischen Sch�nheiten, die eben nur
wechselnde Schulbegriffe sind, sucht, sondern etwas Organisches sieht, das den
h�chsten Kunftfor�erungcu aller Zeiten entfpridit wie die Natur selbst. - - Und die
Klinge des Degens ist von noch h�herer w�rde, wunderbar, wie diese St�cke
ihrem Herrn in die Hand gearbeitet sind. Scharf 11116 ohne Erm�dung mu�te
er sie f�hren k�nnen, denn Teben, Vesitz und Familie hingen an feiner Spitze.
,Tc(jcn 3 ofl(1'1"^ �cotgs non Smii?irnhiir�t
        
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