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Otto von Guericke, der Erfinder der Luftpumpe, und seine Beziehungen zum Großen Kurfürsten

Full text: Otto von Guericke, der Erfinder der Luftpumpe, und seine Beziehungen zum Großen Kurfürsten

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ein Cuch zwischen den Fingern 3ufammenba�t", oder als ob die Kugel �von der �u�erste:! Spitze eines Turmes mit
heftigem Aufprall herabgeworfen worden w�re". Es wurde jetzt eine st�rkere und vollkommen runde Kugel hergestellt,
die sich nun wirklich luftleer pumpen lie�. Nach Geffnung des Hahnes drang die ?uft mit solcher Kraft in die
kupferne Kugel, als wollte dieselbe einen davorstehenden 21TetifdKn gleichsam an sich rei�en. Brachte man bas Gesicht
in ziemliche Entfernung, so wurde einem der Atem benommen, ja man konnte die Hand nicht �ber den Hahn
halten, ohne sich der Gefahr auszusetzen, da� sie mit Heftigkeit herangezogen wurde.
Nachdem es Guericke hiermit zum ersten Male
gelungen war, einen leeren Kaum herzustellen, ging er
daran, eine besondere, zur Herstellung eines Vakuums
dienende )Naschine zu bauen; bis dahin hatte ihm ja
dazu eine Feuerspritze gedient. Von solchen eigentlichen
Luftpumpen konstruierte Guericke drei verschiedene Typen.
?s waren ziemlich unbeholfene Maschinen; die zweite
ging sogar durch Zwei Stockwerke eines Hauses hindurch.
lier dritte auf Veranlassung des Gro�en Aurf�rsten
gebaute Typ war eleganter. Abbildung 5. links
ist eine Reproduktion der Abbildung, die Guericke in
den �Exp�rimenta nova" von ihr gibt, Abbildung
S. rechts stellt das aus dem Vesitz des Gro�en
Aurf�rsten stammende, noch vorhandene Exemplar bar.
Wahrscheinlich hat Guericke mehrere Luftpumpen dieses
C)'P5 gebaut. Auch in Vraunschwcig befindet sich noch
eine �hnliche Luftpumpe. (Db sie aber von (6ueric�e
selbst stammt ist zweifelhaft. Vie pumpe besteht, wie
die Abbildungen zeigen, aus einem Dreifu�, an dein
der pumpen3Ylinber abw�rts h�ngt. Der Kolben ist
von unten in den Zylinder eingeschoben und wird
durch einen Hebel auf- und abw�rts bewegt. Um den
Zylinder kann ein Gef�� geh�ngt werden, das mit
Wasser gef�llt eine bessere Abdichtung des pumpen
kolbens erm�glicht. An dem oberen Ende des Zylinders
befinden sich die Ventile und die Verbindungsst�cke, auf
welche die 311 evakuierenden Apparate, beispielsweise
eine Glaskugel aufgesetzt werden k�nnen.
Mannigfach sind die Versuche, die Vttovon Guericke
anstellte, um das Vakuum und das Verhalten vieler
Drei uerftbipbenp ynrometcr IDtto oon (S�pricfcs. (2lU5 r,Experiment a nova".
A�rper im Vakuum zu studieren. Zum gro�en Teil sind es Versuche, wie sie auch heute noch in den Vorlesungen
�ber Experimentalphysik demonstriert werden. So zeigte er, da� Tiere im Vakuum nicht leben k�nnen, da� Feuer
ohne Tust nicht brennen kann, da� der Zchall sich durch verd�nnte Tust schlecht fortpflanzt usw.
Zur Entdeckung des Varometers wurde Suerickc gef�hrt, als er Wasser aus einem tieferstehcnden Gef��
in eine evakuierte Augel steigen lie�. Es fragten ihn dabei einige Freunde, bis zu welcher H�he man auf diese
weise das Wasser wohl zum steigen bringen k�nne. Da er diese Frage nicht beantworten konnte, aber ganz richtig
annahm, da� das Vakuum das Wasser nicht bis zu beliebiger H�he emporziehen k�nne, vers�umte er nicht, dar�ber
Versuche anzustellen. Dabei fand er, da� das Wasser in ein evakuiertes Gef�� bis Zur H�he des vierten Stockes
        
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