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Zur Kindheits- und Erziehungsgeschichte Friedrich Wilhelms II.

Full text: Zur Kindheits- und Erziehungsgeschichte Friedrich Wilhelms II.

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Wege zu beeinfiussen. Er �bersetzte auch Kletfis Fr�hling ins Franz�sische und machte ein kleines Gedicht �ber den
holl�ndischen Feldzug. (Ein nach feiner Berufung an bas Gymnasium wurde er vom K�nig auf Empfehlung
von Maupertuis zur Erziehung des �ltesten Sohnes des Prinzen August-U>ilhelm erw�hlt. Zur Orientierung �ber
seine Amtsf�hrung unes Friedrich der Gro�e ihn an Formey, mit dem er von diesem Tage an in herzlicher Freund-
schaft verbunden war. Jormev besuchte ihn oft und unterhielt sich dann auch gern mit dem jungen pr�fen, der
nach ihm fragte, wenn er sich lange Zeit nicht hatte sehen lassen. Auch Sulzer, Veguelins Nachfolger am Ioachims-
thalschen Gymnasium, besuchte den Prinzen h�usig. Dieser hat Veguelm und Vorcke in seiner tebensbeschreibung
volles ?ob �ber ihre erzieherische T�tigkeit gespendet. Er fagt 1, er k�nne ihnen aus genauer Kenntnis das Zeugnis
geben, �da� sie sich auf ihren Posten als rechtschaffene M�nner betragen haben und da� schwerlich jemals ein Prinz
von so hohen: Range mit mehr Sorgfalt unterrichtet worden, noch mehr gute kehren bekommen oder von seinen
Vorgesetzten bessere Beispiele vor Augen gesehen hat als dieser". Sulzer gab dem Prinzen Friedrich-Wilhelm den
ersten Anschauungsunterricht in den Naturwissenschaften und unterwies ihn sp�ter ebenso wie feinen j�ngeren Vruder
Heinrich in der Geometrie.
In seinem Erzieheramt blieb Veguelin bis zum Jahre 1?6H. Damals wurde er ebenso wie Graf Vorcke,
wie schon erw�hnt, vom K�nig in Ungnaden entlassen. Die Veranlassung soll angeblich eine Aeu�erung VorckeZ
�ber die Vorz�ge des Friedens gewesen sein, wahrscheinlich ist das nicht, da der K�nig selbst den Krieg nicht liebte
und sich w�hrend des Feldzuges immer nach Frieden sehnte. Die Abschiedsbewilligung lautet 3:Le roi ne trouvant
plus n�cessaire que le professeur Beguelin continue de rester aupr?s de son neveu S. M. a bien voulu le lui
donner ? conna�tre en cons�quence de sa pr�sente lettre, en sorte qu'il n'aura qu'? se retirer ? Berlin pour y
s�journer ? son aise, ce qui n'emp?chera pas qu'il ne jouisse de la pension que S. M. lui a assign�e qu'elle
lui continuera tout comme (. . . .)? et ? laquelle S. M.voudra bien ajouter encore quelque titre honoraire tel qu'il indi-
quera l'?tre de sa convergence. APotsdam. Veguelin wurde jeder Verkehr mit feinem ehemaligen Z�gling unter-
sagt, dennoch besuchte er ihn w�hrend einer Erkrankung in Potsdam und zog sich durch diese Unbotm��igkeit einen
heftigen Cabel vom K�nig zu. Er hatte den Vesuch nicht heimlich ausf�hren wollen und blieb in aller Geffentlichkeit
mehrere in Potsdam. Am H. Juli ;?60 erhielt die Akademie einen Brief vom K�nig mit der Mitteilung,
Veguelm habe sich um die durch Sulzers Tod freigewordene Stelle des Direktors der philosophischen Klaffe der
Akademie und um die Pension des verstorbenen Akademie-Mitgliedes (�ochius beworben. Beides lehnt der K�nig ab.
Denn die Stelle des Colins wolle er wieder besetzen und die Sulzers einem Gelehrten von Ruf �bertragen. Hierf�r
solle man ihm Vorschl�ge machen. Die Akademie bat, einen aus ihrer Mitte zu w�hlen, und nominierte die brei
�ltesten Mitglieder der Klaffe, darunter Veguelin als zweiten. Der K�nig antwortete ablehnend: �Tout ce que vous
me dites par votre rapport d'hier ne saurait me faire changer de sentiment. Ilfaut pour Directeur de la
Classe de Philosophie un philosophe, dans toute l'�tendue du ternie; sans quoi ce serait mettre un architecte
? la t?te de la chirurgie. Ainsi je me r�f?re ? mes ordres ult�rieurs." Erst in feinett letzten fahren schien der
K�nig Vegueltn seine Gunst wieder zuzuwenden. Er lie� ihm au�er seiner Pension auch aus der Kaffe der Akademie
j�hrlich H00 Taler zahlen. 3n der dauernden Zuneigung des Prinzen sah sein kehrer einen Trost f�r die jahre-
lange Zur�cksetzung durch den K�nig, Der Prinz besuchte ihn oft heimlich in seiner Berliner Wohnung. Sein
ganzes ?cben lang ist er ihm dankbar geblieben. So schreibt er am 28. April {762 aus dem Feldlager in
Breslau 3 �Si je fais un jour des heureux, c'est ? vous qu'ils en auront l'obligation. Ce n'est pas ? moi,
c'est vous qui m'avait trac� le chemin de la vertu, c'est par vos principes que j'agis et que je me ferai gloire
d'agir toujours." Und wenige Tage sp�ter am \.Mai J762: �Vous allez donc vous reposer et vivre en paix
apr?s la vie inqui?te et turbulente que vous avez men�e depuis 14 ans. Puissiez -vous avoir deux fois tant
1 Johann George Sulzer? lebenzbeschreibung, von ihm selbst aufgefegt. S. 53. Verlin'Stettin � ' Konzept im
Agi. �JausaidpiD. � 'Semer a. a, 
    
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