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Zur Kindheits- und Erziehungsgeschichte Friedrich Wilhelms II.

Full text: Zur Kindheits- und Erziehungsgeschichte Friedrich Wilhelms II.

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Zur Rindheits- und CrZiehungsgeschichte Friedrich -Wilhelms II.
Von
Vogdan Krieger
W^ie Aindheitsgeschichte historischer Pers�nlichkeiten ist aus naheliegenden Gr�nden vielfach in Vunkel geh�llt, sp�rlich
stie�en auch bei den sozial h�chstgestellten 2Ncnschen, die von vornherein unser Interesse in Anspruch nehmen, die
Quellen �ber die ersten Jahre der Entwicklung. And doch ex ungue Innern. Keime sp�terer Charakterbildung und
Wesensart weiden wir schon int Ainde erkennen k�nnen. Wir werden perfolgen k�nnen, wie Veranlagung und Erziehung
bestimmend auf sein inneres Werben eingewirkt haben. Vorausgesetzt, da� die Quelle, die uns den Einblick in dieses
werden gestattet, eine reine, unverf�lschte und urspr�ngliche ist. (Eine solche glaube ich zu dem Vilde verwerten zu
k�nnen, das ich im folgenden von den ersten Lebensjahren Friedrich Wilhelms II. geben will, lieber die J�nglings-
j�hre des Prinzen hat ferner im sechsten Bande dieses Jahrbuches gehandelt und in der (Einleitung zu seinem Aufsatz
darauf hingewiesen, da� uns von keinem preu�ischen K�nige so wenige Aufzeichnungen und Willens�u�erungen �berliefert
sind wie von Friedrich-Wilhelm II., und da� wir bei keinem so wenig die Jugcndentwicklung verfolgen k�nnen, wenn
die Erschlie�ung �neiner QueUe somit eine ?�cFe ausf�llt, so ist es mir gleichzeitig eine besondere Freude, mit Berner
von neuem darauf hinweisen zu k�nnen, da� Friedrich dem Gro�en mit Unrecht die Vernachl�ssigung der Erziehung
seines Neffen vorgeworfen wird. Wenn er tut Jahre \75\ dem Grafen Borcke, den er zum milit�rischen Gouverneur
des Prinzen ausersah, schrieb, die Erziehung des Prinzen sei ihm eine Frage von der gr��ten Wichtigkeit, und wenn
er einige Jahre darauf, nachdem bas Aind vaterlos geworden war, feine Gattin bat, sie m�chte ihrer Schwester, der
2Nutter Friedrich II., sagen, da� er ihre Ainder als die seinigen betrachte 2, so hat er feine Zusage auch
eingel�st. Die lange Aricgszeit �ahm ihm allerdings die M�glichkeit dauernder pers�nlicher Einwirkung. Aber im
Winter lie� er den f)rinzen in bas Winterquartier nach teipzig kommen und int Jahre \762 am Feldzuge
1Die Teilnahme Friedrich�!Vilhelm5 II.von Preu�en am siebenj�hrigen Kriege. � 8 Die Erinnerungen der Prinzessin Wilhelm
pou (Dranieii an den Hof Friedrichs des Gro�en (^?�-^?6?) von S. V. Vols, S. 67, Verlin 53V2. Die Prinzessin sagt: On voulut nous
faire craindre que le roi ne prendrait nul int�r?t ? ces malheureux enfants. C'est sur ce ton que ma tante Am�lie en parla ? Mllede Danckelmann
(ihre Erzieherin) qui ne s'en laissa imposer.
        
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