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Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

Full text: Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

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fei Gesetzgeberin gewesen; so geb�hrc % als der ersten dieser Ruhmestitel. Uno wie hoch dieser einzusch�tzen sei,
deutete Friedrich ferner an, sich auf die Griechen berufend: Diese halten sich a.ut darauf verstanden, das Verdienst
gro�er Geister zu werten, indem sie den ersten p?a^ den Gesetzgebern vorbehielten; so w�rden sie der Aaiserm
ihren pla^ zwischen Lykurg und Solon angewiesen habend Nach alledem durfte dieser Ruhmestitel auf der Dar-
stellung des Services nicht fehlen.
M�nnlichen Geist verrate ihre Instruktion f�r die Sammlung der Gesetze, so hatte Friedrich an Solms
geschrieben. Die Araft und die M�nnlichkeit findet sich denn auch verk�rpert in den, am Fu�e ihres Thrones
sitzenden herkuleg. Ihm gesellt sich, als Finnbild der UX'isheit, Minerva, mit der sich, wie berichtet wird, Aatharina
in sp�teren Jahren gern vergleichen lie�.^
Bezeichnet Alio die weltgeschichtliche Stellung der Aaiserin, so deutet endlich die Gestalt des Mars auf den
Arieg, in welchem sie mit der Pforte lag. Ja, der gr��ere Teil des Services war dazu bestimmt, gleichsam eine
glorreiche Apotheose, Ru�lands Siegeszug gegen die T�rken zu verherrlichen.
Schon sofort nach dem Ariegsmanifest des Sultans hatte Friedrich der Aaiserin einen v�lligen Triumph �ber
ihre Feinde vorausgesagt und erkl�rt, nur an der Vermehrung des Ruhmes Katharinas w�rden ihre Gegner arbeiten;
denn sie werde auf deren Augriffe mit Siegen antwortend Ilnd zwei Monate sp�ter schrieb er ihr: �wenn ich
gl�ckliche �rognostika f�r die Waffen Ihrer Kaiserlichen Majest�t stelle, so gr�nden sich diese Orognoftika nicht auf
eitles Prestige, sondern auf die Kenntnis der Tapferkeit und der Disziplin Ihrer Truppen und", so fuhr er fort, ein
kieblingszitat aus Racines �Iphigenie" anf�hrend, �ich wage zu behaupten, da� diese Prophezeiung sicherer ist als
die des Calchas."^ Freilich gewann es zun�chst den Anschein, als h�tte sich Friedrich in seinem gl�nzenden Horoskop
get�uscht; denn anfangs war das WaffenZl�ck den Russen keineswegs hold. In den Schreiben an den Prinzen Heinrich
und an seine Gesandten lie� er es auch an strenger Antik nicht fehlen, er tadelte die russische Heeresleitung; der
Gberkommandierende, F�rst Golizyn, so meinte er, sei �kein gro�er Hexenmeister in der Aunst der Rnegsf�hrung".
Sein Trost blieb, da� die T�rken noch gr�bere Fehler begingen, und da� derart �die Torheit der einen �ber die noch
gr��ere Torheit der anderen triumphierte"." So hat er denn auch in feinen �Denkw�rdigkeiten vom Hubertusburger
Frieden bis zum Frieden von Teschen" den Feldzug von drastisch als den Arieg der tahmen mit den Vlinden
charakterisiert. ? Nicht ohne Sorge verfolgte er den Gang der Ereignisse. Dann aber trat die entschiedene Wendung
zugunsten der Russen ein. Nachdem lange Monate der Kampf um Thozim mit zweifelhaftem Erfolge gewogt hatte,
errangen sie am 5?. September einen endg�ltigen Sieg und besetzten die von den Gegnern ger�umte Festung.
Seitdem behielten die Russen die Vberhand, und die T�rken sahen sich auf die Defensive zur�ckgeworfen. Vas folgende
Jahr brachte der Pforte nicht nur schwere Niederlagen zu kandc, sondern auch zu Wasser. Bedrohte die russische
Flotte sogar Aonstantinopel, so drangen die russischen kandheere bis zur Vonau vor und schickten sich an, sie zu
�berschreiten. Im Jahre wurde die Arim erobert, von allen Seiten schwer bedr�ngt, taten die T�rken die
ersten Schritte zur Wiederherstellung des Friedens.
lebendigen wiederhat! fanden nun diese Siege in Friedrichs Briefen an Rathanna. Schon im Juli
auf die Nachricht von den ersten gl�cklichen A�mpfen vor Chozim, schrieb er der Aaiserin, er zolle sich selber Veifall,
nicht daf�r, da� er ein so guter Prophet gewesen sei, um schon im voraus jene Erfolge ihr anzuk�ndigen, sondern
weil er auf die siegreiche Ueberlegenheit ihrer Truppen und auf ihre klugen Ma�nahmen ein so sicheres Horoskop
gestellt habe/ Zu Veginn Oktober, als die T�rken nach neuen Niederlagen Chozim verlassen und den R�ckmarsch
angetreten hatten, sprach er, alle bisherigen Mi�erfolge v�llig ignorierend, Katharina gegen�ber seine Vef�rchwng
1Schreiben an Katharina II., 26. November |"�:: Sbornif, ob. 20, 3. 238; p. ?. 26, 51?. � 9 Am 26. November 1767:
p. 
    
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