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Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

Full text: Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

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zu jenem �2Naskenzug der russischen Kationen", den XD�lfgana von Goethe am \6. Februar H8\0 der Erbpnnzessm
T?Taria paulorona von Sad?fen*&)eimar, einer Tochter des Zaren paul, seine Huldigungen darbringen und den auch
auf Katharina II,, ihre Gro�mutter, passenden Hymnus anstimmen lie�:
So entlegen wir auch stammen,
Kreifenb ziehen t�ir zusammen,
wie bas Chor von 5ternenf�ammen
Zich tun Eine dreht.
In dem Gl�nze Deines Wohles
Freuen wir uns nnfres Wohles,
Wie der Feuerglanz des poles
Sternenl�djt erh�ht.
Voch nicht genug damit. Vazu kamen noch �viele staffierte, mythologische und andere Figuren", darunter die
eines Mannes in modischer Tracht, in welchem wir einen franz�sischen Philosophen zu erblicken haben, stand doch
die Kaiserin, eine eifrige Anh�ngerm der Aufkl�rungsphilosophie, gleich A�mg Friedrich in regem Gedankenaustausch
mit einem Voltaire und d'Alembert. weiter folgten Frauengestalten, welche die freien A�nste darstellten, Russen,
T�rken und Tartaren, ferner Troph�en, aus Waffen gebildet, �mit angeketteten T�rken in ihren mit bunten Farben
staffierten verschiedenen Aleidungen". Endlich waren alle Teller und Sch�sseln, die zum Service geh�rten, m der
Mitte �mit Ariegsgeschichten zwischen den Russen und T�rken" bemalt.
Man sieht: der K�nig, nach dessen �selbsteigener Angabe", wie Griminger ausdr�cklich hervorhebt, bas Service
hergestellt war, hat es an Anspielungen nicht fehlen lassen. N�herer Erl�uterung bedarf Zun�chst die Gestalt der
Themis, die zu Seiten der Aaiserm stand und in ihren H�nden ein Gesetzbuch hielt, �auf welchem die Worte: Leges
novae mit goldenen Buchstaben zu lesen waren". Eben diese Cremte war ein deutlicher Hinweis auf Katharinas
gesetzgeberische T�tigkeit, auf die von ihr verfa�te Instruktion f�r die Kommission, die, zur Modifizierung der russischen
Gesetze berufen, ihre Tagung im Juli \?67 begonnen hattet Zwar handelte es sich bei � dieser Instruktion nicht, wie
bei dem �Corpus Fridericianum", um �Leges novae", nicht um den Entwurf f�r ein neues Gesetzbuch, sondern
nur um die Aufstellung allgemeiner, leitender Gesichtspunkte f�r die Gesetzgebung. Auch Me Kaiserin verglich sich
in dem Begleitschreibens mit dem sie die deutsche �bersetzung derselben an den Roma sandte, nur mit dem Raben
in der Fabel, der sich mit Pfauenfedern schm�ckt, da nach ihrer ausdr�cklichen Angabe nur die Anordnung des Stoffes
und hier und da eine Zeile oder ein wort von ihr stammte. Allein Friedrich r�hmte fie in seinen Briefen, die er
an fie richtete, als erste Gesetzgeberin. Er stellte fie ihrem gro�en Vorg�nger peter I. an die Seite: gleichwie dieser
nicht verschm�hte, auf der werft bei Amsterdam zu arbeiten, um seiner Kation eine Flotte zu geben, so habe sie
nicht das m�hselige Studium juristischen Details gescheut, um Besitzstand und Gl�ck ihres Volkes zu sichern/ Er stellte
ihr ferner, in einem eigenh�ndigen Zusatz zu einem (Erlaffe an Sohns 5, die ber�hmtesten ihres Geschlechtes gegen�ber:
Semiramis habe, wie die Geschichte lehre, Armeen angef�hrt, K�nigin Elisabeth von England �habe als staats-^
m�nnische Gr��e gegolten, Maria-Theresia bei Antritt ihrer Regierung gro�e Festigkeit gezeigt, aber noch keine Fray
1 Gleichwie in diesem Service K�nigFriedrich die Siege Katharinas liber die T�rken verherrlichte, so feierte sein j�ngster Vruder,
Prinz Ferdinand, die Idee Friedrichs weiter bildend, bei dem Nesnche des Gro�f�rsten Paul in Verlin 5??6 den Zwei 3aVe zuvor erfolgten
Friedensschlu� durch eine Tafeldekoration; denn als der Gro�f�rst am 5. August in Friedrichs felde bei ihm speiste, wurden die G�ste, wie
es in der �Ausf�hrlichen Veschreibung" der Reise pauls (Berlin 5??5, S. I2of.) hei�t, �bei der Tafel durch bas Dessert auf eine angenehme
Art �berraschet". �Die Verzierung des Desserts" stellte n�mlich den Tempel der Unsterblichkeit dar, in dessen Mitte Katharina von ihrem
Thron den T�rken den Frieden schenkte; �zwischen den S�ulen der Rolonnade, welche auf beiden Seiten am Eingange des Tempels f�hrete,
waren die vorz�glichsten Taten des russischen Anegesheeres und dessen erfochten� Siege auf Medaillons in durchsichtiger Malerei angebracht."
?in weiteres Beispiel f�r derartige, damals sehr beliebte Tafeldekorationen gibt der Kammer Graf tehndorff in feinen Aufzeichnungen,
wo er unter dem 55. Gktober ;?55 �ber ein Fest bei dem Prinzen August Wilhelm berichtet: �Der Nachtisch stellt die ganze Feier der
Verm�hlung des Prinzen Ferdinand dar bis auf Herrn Zack, den Hofprediger, der dabei auch nicht vergessen ist" (vgl. Schmidt� l�tzen,
�Drei�igJahre am Hofe Friedrichs des Gro�en", S. 222; Gotha H9O7).
�
Die von Kultiere (�Histoire de l'anarchie de Pologne et du
d�membrement de cette R�publique", Vd. <$, 5. 209; Paris 530?) und nach ihm von Ferrand (�Histoire des trois d�membrements de la
Pologne", Bd. \, 5. \
    
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