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Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

Full text: Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

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k�nnen, a?s indem fie nach bestem verm�gen dazu beitragen, die Gesundheit Eurer Majest�t vor der strenge
der Jahreszeit 5U besch�tzen. Dieses Mal bitte ich, ihr Dolmetsch sein zu d�rfen. Vergangenen Winter", so
suhr die Raiserin fort, auf die Ereignisse des OrFenfrieges anspielend, �gedachte Sultan Mustapha sich einen
pelz daraus machen zu lassen; die Umst�nde haben es verhindert. Vie Freundschaft verpflichtet mich, (te einem
gro�en A�nig, meinem Alliierten, 511 schicken; fie werden unter anderem beweisen, da� Mustapha sich get�uscht
hat." Auf den von Katharina angestimmten, heiteren Ton eingehend, erwiderte ihr Friedrich, indem er ihr feinen
Dank ausspracht. �Sie wollen Sich Ihren Propheten erhalten, weil er Ihnen buchst�blich vorausgesagt hat,
was Ihre siegreichen Truppen ausgef�hrt haben 2; so werde ich denn k�nftig unter den Auspizien Ihrer Aaiser-
lichen Majest�t der Strenge der Jahreszeiten trotzen." Aber nicht nur dem Sultan Mustapha wolle er den Rang
ablaufen, sondern auch allen ihren Verb�ndeten, und zwar an Eifer f�r ihre Interessen, wie an Vewunderuna
f�r ihre Person. In der Audienz, die er dem russischen Gesandten, F�rsten Volgoruki, zur Neberreichung
des Pelzes gew�hrte, kam er nochmals auf bas Portr�t mit den Worten zur�ck: er habe von der Aaiserin
�ein noch viel kostbareres Geschenk", eben ihr Vildnis, empfangen, und er behalte sich vor, es ihm zu zeigen,
sobald es eingerahmt fei.3
F�r den K�nig erhob sich die Frage, womit er der Uaiserin ein passendes Gegengeschenk machen k�nnte, und
so f�gte er dem n�chsten Erlasse an Solms^ eigenh�ndig die Worte hinzu: �Ich wei� nicht, ob die Aaiserm
Porzellan liebt, wir haben jetzt sehr sch�nes hier. Ihre Aufgabe ist es, in Erfahrung zu bringen, ab ein Geschenk
dieser Art ihr Freude bereiten und ob sie ein vollst�ndiges Tafelservice und Dessert oder sonst etwas der Art, das als
Zimmerschmuck dient, wie Spiegelrahmen, Kronleuchter, Armleuchter, Uhrgeh�use, einen Aammaufsatz oder dergleichen,
annehmen m�chte. Ich erwarte darauf Ihre Antwort." Diese fiel bejahend aus. Der Gesandte berichtete, da� es
nicht auf gro�e Zahl der St�cke noch auf gro�en wert ankomme; er empfahl vielmehr, einige ausgew�hlte Sachen
von vollendet sch�ner Arbeit zu senden, die ganz besonderen Veifall finden w�rden, zumal wenn er versichern k�nne,
da� sie nach Wahl und Geschmack des K�nigs hergestellt seien. Daraufhin entschied sich Friedrich f�r die Anfertigung
des �Dessert-Services", dessen Uebersendung er f�r den herbst des Jahres verhie�.'''
Mehr als ein Jahr verstrich, ohne da� der A�nig weiter von dem Service gesprochen h�tte. Da glaubte
Solms, leise anpochen zu m�ssen, und er schrieb an Friedrichs Vrudcr, den Prinzen Heinrich, mit dem er seit dessen
Vesuch am Petersburger Hofe im Winter 5??0/?; einen laufenden Schriftwechsel unterhielt, am 2^. Juni 5??^:
�Das Ger�cht von einem herrlichen Tafelgeschirr aus Porzellan, das in der Berliner Manufaktur hergestellt wird,
um als Gegengeschenk f�r das sch�ne Pelzwerk des vergangenen Jahres zu dienen, ist bis hierher gedrungen. Indessen
kommt nur keine Nachricht von seiner Absendung zu." Er legte daher dein Prinzen nahe, sich nach der Ursache des
Verzuges zu erkundigen und die Absendung des Services zu betreiben. Darauf erwiderte ihm Heinrich: Das Service
sei �ein Meisterwerk in seiner Gattung, wie man es vielleicht noch nie gesehen habe"; es verursache ungeheure Arbeit;
er zweifle, da� es vor Jahresschlu� fertig sein k�nne, �wenn Sie es sehen," f�gte er hinzu, �werden Sie erstaunt
sein: Reichtum, Geschmack, Malerei, alles wird daran vollkommen sein; es ist das pr�chtigste und galanteste, was
man zu sehen bekommen kann." Und nochmals berichtete der Prinz, der mit Eifer die Fortschritte des Werkes
verfolgte, Anfang M�rz an Solms: �Das Porzellanservice ist ganz wundersch�n, und ich garantiere Ihnen daf�r,
Sie haben seinesgleichen noch nie gesehen. Es dient nur zum Dessert. Das Mittelst�ck stellt die Kaiserin auf ihrem
Throne dar, umgeben von allen Nationen, die ihre Huldigung ihr darbringen. Dreimal ist dieses St�ck beim
Brennen verungl�ckt. Der Rest ist fertig. Mit einem wort, wenn Sie es �berreichen, werden Sie Ehre
damit einlegen." 6
' Schreiben nom �9. Januar (?7o; p. ?- 29, 301 f. und Sbornit, Ad. 20, 5. 27Of.
� 3 vgl. unten 3. 56. � a vgl. p.
    
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