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Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

Full text: Ein Geschenk Friedrichs des Großen an Katharina II.

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nur bei dein Gro�f�rsten, sondern auch bei dem Grafen stanin; ein Kaminaufsatz, einige Figuren, ein Kaffee
service w�rden hinreichen.
wenn der K�nig den Prinzen Heinrich um Rat anging, so geschah es wegen der pers�nlichen Kenntnisse
und Erfahrungen, die dieser w�hrend seines Petersburger Vesuches im Winter \770/7 \ gesammelt hatte. Aus einem
schreiben Heinrichs an Solms erfahren wir denn auch, da� er schon damals mit dem Gesandten �bereingekommen
war, man d�rfe den Gro�f�rsten bei dieser Gelegenheit nicht leer ausgehen lassen 2; um so weniger, da Graf panin
ausdr�cklich davor gewarnt hatte, stets einzig und allein an die Mutter zu denkend Diese Warnung panin$ erhielt
dadurch doppeltes Gewicht, da� er, der Anwalt der Allianz mit Preu�en, nicht nur die teitung der ausw�rtigen
Politik Ru�lands in H�nden hatte, sondern auch die Stelle des Vberhofmeisters bei Paul bekleidete. So wird
verst�ndlich, warum Heinrich in seiner Antwort an den K�nig gerade den Eindruck hervorhebt, den ein Geschenk an
den Gro�f�rsten auf panin machen w�rde.
wahrscheinlich hat dieser Vrief des Prinzen den K�nig ferner bestimmt, auch Panin, sowie Grlow und
zu bedenken.^ Diese Entschlie�ung war gleichfalls durch die politische Bedeutung der beiden letztgenannten
Pers�nlichkeiten gerechtfertigt; denn Graf Gregor (Vrlow besa� als der erkl�rte G�nstling Katharinas au�erordentlichen
Einflu�. Ueberdies wu�te Friedrich, wie empf�nglich die Kaiserin f�r jede Aufmerksamkeit war, die man ihrem
Generaladjutanten zuteil werden lie�. Za, nach Ansicht des Prinzen Heinrich nahm sie sogar die dem Grafen Vrlow
erwiesenen H�flichkeiten noch h�her auf als die, die man ihr selbst bezeugte. Zo hatte der K�nig im Sommer
nach seinen eigenen Worten, sich ein Vergn�gen daraus gemacht, seinem Bruder ein Gem�lde aus seiner Galerie, eine
Kreuzabnahme von dem Holl�nder van der werff, als Geschenk f�r Grlow zu �berlassen, der eine besondere
Vorliebe f�r diesen K�nstler hegte; denn Friedrich erkl�rte dem Prinzen, sie bef�nden sich in einer (age, wo man
nicht Kleinigkeiten verabs�umen d�rfe, k�nne rnan damit etwas Gro�es erreichen."
Nicht anders, wie mit Grlow, stand es mit dem Grafen Zacharias Tschern-yschew, der das Amt des Kriegs-
Ministers verwaltete. Auch er geno� das Vertrauen Katharinas. Vazu kannte ihn Friedrich pers�nlich, hatte doch
Tschernyschew das von Zar Peter III.im Sommer 762 ihm gesandte russische Hilfskorps kommandiert. Er befand
sich mit Gro�f�rst Paul und Panin unter den Pers�nlichkeiten, denen Prinz Heinrich bei seiner Reise nach Ru�land
im Hahre 1??0 auf ausdr�ckliche Weisung des K�nigs Komplimente auszurichten hatte.? Cschernyschew r�hmte
Friedrich als seinen �Lehrmeister" in der Kriegskunst. 2 Aber auch in der Politik hatte er eine bemerkenswerte Rolle
gespielt; denn als an jenem denkw�rdigen Abend des 8. Januar im Kreise der Kaiserin und in Gegenwart
des Prinzen Heinrich das Gespr�ch darauf kam, da� die Gesterreicher von zwei polnischen Grenzstarosteien Besitz
ergriffen h�tten, und als Katharina den Gedanken aufwarf, da� auch K�nig Friedrich nach Vesterreichs Vorbild
polnisches Gebiet �okkupieren" solle, da war es Graf Tschernyschew gewesen, der kurz darauf mit der direkten Auf-
forderung zur Besetzung Ermlands an den Prinzen herantrat.
Als Geschenk f�r Gro�f�rst Paul w�hlte der K�nig einen Kronleuchter und einige Vasen, die auf einem Kamin
ihren Platz finden sollten; ferner bestimmte er f�r ihn und f�r die drei W�rdentr�ger je ein Kaffeeservice. Gleichwie
das Service f�r die Kaiserin die F�lle der Anspielungen enthielt, so entbehrte auch das Geschenk f�r den Thronfolger
derselben nicht, da aller Wahrscheinlichkeit nach zu dem f�r ihn ausersehenen Service eine Sch�ssel mit der Verherr-
lichung des Seesiegs bei Chios und Tschesme geh�rt. Denn die franz�sische Aufschrift �N�wlie", welche die Karte
1Friedrich an Heimich, U- Februar, und Heinrichs Antwort, 55. Februar N?2: P.C. ?55f. und r*n Anm. 2. � 3 Heinrich
schrieb an Salms, Z.IN�rz \712\ �IIy aura, comme nous en �tions convenus, un pr�sent pour le Grand-Duc." (G. 3t.A.) � 3 Heinrich an
Friedrich, 4. Dezember ,??0: P.C. 20,32�.
� *Vgl.p.c. 22, 66(. � 5 Heinrich an Friedrich, 25. Im� n?:^: P.C. S. 2^0 Anm. 2. �"
Friedrich an Heinrich, U^u?i 17<�: P.C. 5!, 220. Das Schreiben Heinrichs an Vrlow vom 5. Juli, mit dem bas Bili>iibersandt wurde,
sowie die Don Ratharina entworfene Antwort Vrlon>5 vom 9. Dezember 
    
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