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Das 1800 von Alexander Macco nach dem Leben gemalte Bildnis der Königin Luise

Full text: Das 1800 von Alexander Macco nach dem Leben gemalte Bildnis der Königin Luise

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Im Jahre Wy8 war Macco nach j�hrigem Aufenthalt in Italien, besonders in Rom, nach Teutschland
zur�ckgekehrt, hatte seine alten Eltern in Uffenheim (Markgrafentum Ansbach) besucht und sich dann einige Zeit in
Ansbach, N�rnberg und Erlangen aufgehalten. 3 Ansbach malte er unter anderem Prinzessin Friederike von Solms,
eine Schwester der K�nigin ?uifc von Preu�en, sowie deren jugendliche Hofdame, die Freiin von Zeuner, welche sich
nachmals mit dem Grafen Friedrich-Ferdinand von f)apvenheim verm�hlte. InErlangen arbeitete er vier bis f�nfMonate
im Haufe seines r�mischen Freundes und G�nners, des Grafen Leopold von i?gloffftein, dessen Gemahlin Henriette
geb. Freiin von Sgloffstein in Rom seine Sch�lerin gewesen war. m n�chsten Jahre langte er mit feinen Empfehlungen
in Weimar an und wohnte zehn Monate bei dem Hofmarschall von Egloffstein, �nein Bruder der Gr�fin. Herzog
Aarl-August von Weimar nahm ihn gn�dig auf, ebenfo die Herzogin-Mutter Amalie, welche das dem Egloffsteinschen
Hause gegen�bergelegen� Wittumspalais bewohnte, wo sich der damals tu Weimar lebende deutsche Dichterparna�
fonnabendlich zu den von Fr�ulein von Gochhausen geleiteten literarischen und k�nstlerischen Vereinigungen zusammen
fand. Endlich schied der K�nstler auch aus diesem Areise und reiste mit dem Grafen Veust' und Professor Soll 2
aus Ootha nach Berlin. Ver Herzog hatte ihni ein Handschreiben an die K�nigin mitgegeben, ebenso der Hofmarschall
von Egloffstcin an den Obersten von A�ckritz. Bald nach feiner Ankunft �bergab Macco letzterem das Schreiben,
allein dieser entschuldigte sich, ihn nicht selbst bei Ihrer Majest�t vorstellen zu k�nnen, f�hrte ihn aber bei der (Dber^
hofmeisterin Gr�sin Vo$ ein. Diese verlangte nun sogleich bas Handschreiben an Ihre Majest�t die K�nigin, allein
der junge K�nstler mu�te erkl�ren, da� er den Auftrag habe, dasselbe pers�nlich zu �berreichen. Zwei bis drei
Aufwartungen bei der Gr�fin brachten ihn nicht weiter, bald wurde dieser, bald jener Grund vorgesch�tzt, weshalb
die K�nigin nicht zu sprechen sei. Endlich, als �l�acco wieder einmal auf dein Wege war, eine Audienz zu versuchen,
�berschritt er den Hof des Schlosses zu Charlotten b�rg. Die K�nigin befand sich gerade mit dein (Dber(?ofpre6iger
Zellner auf der Altane ihres Zimmers. Als sie ihn erblickte, sandte sie sogleich einen hosbedicnten und lie� nach
feinem Begehr fragen. Auf den Bescheid, er habe Ihrer Majest�t ein schreiben des Herzogs von Weimar zu �ber-
reichen, kam der Befehl, sich zur K�nigin zu verf�gen, und die �berraschte Vberhofmeisterin konnte nunmehr nicht
umhin, den K�nstler vorzustellen.
Vock folgen wir jetzt den interessanten Aufzeichnungen, welche Macco selbst �ber feinen Aufenthalt am
preu�ischen Hofe hinterlassen hat.^ Er schreibt:
�Ihre Majest�t empfingen mich �u�erst gn�dig; ich �bergab mein schreiben und zugleich dabei sagend:
Seine Durchlaucht der Herzog lege sich ihr zu F��en, aber die K�nigin unterbrach mich lebhaft: wie, hat der Herzog das
wirklich gesagt?, welches mich in nicht geringe Verlegenheit setzte, indem ich, mit der Sprache des Hofes v�llig
unbekannt, solches blo� als eine gew�hnliche Sprachfonn beif�gte. Ich �u�erte hierauf, da� ich mir schmeichelte durch
die herzogliche Empfehlung, Ihre Majest�t w�rden die allerh�chste Gnade haben, mir zu sitzen, um hochderselben
Portr�t zu malen, welches sie mir sogleich zusagte mit der gn�digen Aeu�erung, mich immer dazu bereit zu halten,
indenl sie mir solches schon zu wissen tun w�rde. Und so empfahl ich mich denn in Allerh�chstderen Protektion,
�beraus begl�ckt, doch nach fo manchen vergeblichen Versuchen nieinen Zweck endlich erreicht zu haben. Nach einigen
Wochen wurde ich schlie�lich nach Charlotten b�rg beschieden. Diese Aufforderung erreichte mich aber erst nach mehreren
Tagen, da ich meine Wohnung anzusagen vergessen hatte, und diese durch den Kommandanten von Verlin mit M�he
ausfindig gemacht werden mu�te; ich verf�gte mich sogleich dahin.
Nachdem ich nun einige Sitzungen gehabt und das Gem�lde ziemlich vorgeschritten war>, erkl�rten sich
Seine Majest�t der K�nig sehr gn�dig gegen mich und standen manche halbe Stunde hinter meinem Stuhl zusehend, so da�
ich manchmal in Verlegenheit war, die Veifallsbezeugungen des Hofes geh�rig zu w�rdigen.
1 Graf Heinrich, geb. 5???, sp�terer R�nigl. preu�. Glierlande^aerichts- und Pupillenrat �nt> Herzoglich s�chs. Rammerherr.
�
* Frieor. ll>ill|.�Lugen D�ll, Bildhauer und Inspektor der Herzoglichen Kunstsammlungen inGolha, geb. ;75O, gest. \H{6. - a Hie Original-
Handschrift befindet sich im besitze des Verfassers. � * Gr�fin vo� erw�hnt in ihre�� Eageduch unter dem 28. Juli und 52. August ;�oo,
da� Hhre Majest�t die K�nigin sich von tttaeco malen lasse.
        
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