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Briefe des Prinzen Karl Emil und des späteren Königs Friedrich I. an Freifrau von Schwerin. Nebst einem Brief der Königin Sophie Charlotte

Full text: Briefe des Prinzen Karl Emil und des späteren Königs Friedrich I. an Freifrau von Schwerin. Nebst einem Brief der Königin Sophie Charlotte

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Briefe des Prinzen Karl'?m� und des sp�teren K�nigs Friedrichs I.
ait Freifrau von Schwerin.
Nebst einem Brief der K�nigin Sophie Charlotte
von
Friedrich Mensel
sbrff neunzehnj�hrig starb der hoffnungsvolle Aurprinz Aarl-Emil am 7. Dezember (67^ 311 Stra�burg im Elsa�.
Aufs tiefste hat dieser schlag den Gro�en Aurf�rsten getroffen; war doch der �ltere Vruder weit h�her begabt als
der j�ngere, Friedrich, eine feurige, leidenschaftliche, rasch aufbrausende Aatur, ein geborener Soldat, der sich schon im
Oktober \67^ imFeldzug gegen die Franzosen durch feine Verwegenheit ausgezeichnet hatte, so da� ihn die gemessensten
Befehle des Vaters kaum zur�ckhalten konnten.^ 3n allem, so scheint es, dessen Ebenbild, war sein Tod in der Tat
ein schwerer Verlust f�r den jungen brandenburgischen Staat
Fast nichts w�rden wir �ber Aarl Emil wissen, wenn nicht sein Hofmeister und treuer Lrziehsr, Freiherr
Gtto von Schwerin, der Pr�sident des Geheimen Rates, �ber den Unterricht und die Fortschritte seiner beiden Z�glinge
ein sorgf�ltiges Tagebuch gef�hrt h�tte, � f�r die Iugendgeschichte des Aurprinzen und des ersten A�nigs eine
Geschichtsquellc von hohem UX'rt, die dementsprechend auch schon mehrfach von der Forschung benutzt worden ist.?
wir ersehen daraus, in welch' v�terlicher weise sich Schwerin seiner Z�glinge angenommen hat, von denen der �ltere
im August der j�ngere, Friedrich, drei Jahre sp�ter seiner Vbhut anvertraut wurde, w�hrend der Unterricht
in den einzelnen F�chern von verschiedenen Lehrern, Stephani, Danckelmann u. a. erteilt wurde, hat Schwerin die
Erziehung im ganzen �berwacht und den Prinzen einen gro�en Teil seiner Zeit geopfert. Er schlief, speiste und
betete mit ihnen zusammen, begleitete sie auf Spazierfahrten, beaufsichtigte ihre Spiele und sorgte in jeder weise f�r sie.^
Ven Sommer und einen Teil des Herbstes verbrachte er mit ihnen regelm��ig auf seiner Vesitzung Alt-kandsberg,
einige Meilen �stlich von Verlin, wo die Prinzen, dem Ger�usch des Hofes entr�ckt, sich den Studien mit weit besserem
Erfolge widmen und in der freien Natur sich tummeln konnten.
1 vgl.Droyfen, Geschichte der preu�ischen Politik^ III,5, S. 525.
� * Vgl. den trefflichen Aufsatz von Ferdinand Hirsch, Die
Erziehung der �lteren Sortie des Gr. Kurf�rsten, .forsch, 3. Vrcmd. u. prcu�. Gesch. VII((sg*), S. �575 und 0*Gro�mann, Jugend�
geschichte Friedrichs!,, ersten K�nigs in Preu�en, hohenzollern -Jahrbuch !9<�li, 5. wff. Sei Gro�mann, 5. 2off., auch einige Silber des
Kurprinzen -(Emil. � 3 Vgl. auch Hirsch, Art.Schwerin, Allg.Deutsche Viogr. 35, 757f.
        
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